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„Wir sind auf einem guten Weg“

OB Raschke im DNN-Interview „Wir sind auf einem guten Weg“

Die Schaffung des Amtes für Tourismus, Stadtmarketing und Kultur soll der Stadt mehr Aufmerksamkeit bringen, eine Lösung zur S84 ist in Planung und das neue Gewerbeportal bringt neue Investoren nach Meißen. Außerdem wird 2017 das Jahr der Jubiläen. Diesen und weitere Themen stellt sich Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) im DNN-Gespräch.

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Quelle: Uwe Hofmann

Meissen. Die Schaffung des Amtes für Tourismus, Stadtmarketing und Kultur soll der Stadt mehr Aufmerksamkeit bringen, eine Lösung zur S84 ist in Planung und das neue Gewerbeportal bringt neue Investoren nach Meißen. Außerdem wird 2017 das Jahr der Jubiläen. Diesen und weitere Themen stellt sich Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) im DNN-Gespräch.

Frage: In Sachen Flutschutz ist Meißen 2016 ein gehöriges Stück voran gekommen. Wie geht es im kommenden Jahr weiter? Ist ein Ende in Sicht?

Olag Raschke: Zurzeit laufen noch die Arbeiten zur Beseitigung der Flutschäden vom Hochwasser 2013. An der Knorre im Bereich des Elbradweges werden Brückenbauarbeiten durchgeführt werden, ebenso wie in der Innenstadt an der Triebisch.

Kritisch gesehen wurde der notwendige Rückbau von Kleingärten. Doch nachdem wir die Flächen renaturiert haben und dem Wasser somit wieder mehr Raum geben konnten, wird es von den Leuten inzwischen sehr positiv aufgenommen. Es war genau die richtige Entscheidung. Trotz Rückbaumaßnahmen konnten für die Betroffenen Lösungen in anderen Kleingartenanlagen gefunden werden.

Gibt es weitere Baumaßnahmen in der Stadt, die 2017 umgesetzt oder beendet werden?

Der Neuaufbau des Gärtnereigebäudes gegenüber der Johannesschule soll nach Ende des Umbaus als Schulungszentrum genutzt werden. Dort wird sozialpädagogische Arbeit geleistet werden und auch unsere Streetworkerin wird an diesem Standort in Zukunft ihren Sitz haben. Am Kalkberg soll ein komplett neues Schulzentrum mit Kindertagesstätte, Schulgarten und Turnhalle entstehen. Die Baumaßnahmen beginnen im kommenden Jahr. Der Fördermittelbescheid dafür liegt bereits vor. Im Altstadtgebiet wird uns zum einen der Theaterplatz interessieren. Dieser soll neu gestaltet und belebt werden. Des Weiteren wird die Neugasse als Zufahrt zur Porzellanmanufaktur in Angriff genommen, welche ja seit 25 Jahren immer nur sporadisch geflickt worden ist. Das können wir jetzt erst angehen, da vorher die nötigen Umleitungsstrecken nicht vorhanden waren.

Auch zum Thema Tourismusförderung gab es 2016 zahlreiche Aktionen. So zum Beispiel auch die Übernahme der Touristeninformation durch die Stadt. Was ist das Ziel dieser Maßnahme?

Durch die Schaffung des Amtes für Tourismus, Stadtmarketing und Kultur können Themen, welche bisher nur nebenbei bearbeitet wurden, nun mit voller Aufmerksamkeit in Angriff genommen werden. Die öffentliche Wirkung nach außen auf Messen und in verschiedenen Medien soll somit verstärkt werden und die Stadt Meißen für Touristen noch interessanter machen.

Es gibt also Synergieeffekte?

Ja, wir merken durch die verstärkte Pressearbeit im Bereich Tourismus und auch durch den abgeschlossenen Ausbau der A17, dass mehr Besucher nach Meißen kommen. Vor allem aus Tschechien. Seit einem Jahr haben wir auch den Meißner Geschenkgutschein, welcher ein absolutes Erfolgsprodukt geworden ist. Über 100 Geschäfte sind inzwischen dabei und somit stärken wir gleichzeitig den regionalen Einzelhandel.

Sind im kommenden Jahr weitere Aktionen im Bereich Tourismusförderung geplant?

Ja. Wir sind in stetiger Absprache mit den verschiedenen kulturellen Betrieben der Stadt, wo wir Vorhaben unterstützen können. Auch die gegenseitige Unterstützung mit dem Tourismusverband Sächsisches Elbland ist da sehr hilfreich. Eine große Aktion wird die Jahresausstellung der Albrechtsburg über Bischof Benno sein.

Thema Kurtaxe und Bettensteuer – Dank der Dresdner Gerichtsverfahren gibt es nun klare Verhältnisse. Wird Meißen das Thema wieder aufnehmen?

Das ist noch offen. Eine gesetzliche Neuregelung ist zurzeit in Arbeit. Wenn diese dann in Kraft tritt, werden wir gemeinsam mit dem Stadtrat überlegen, ob wir das Thema wieder aufnehmen oder nicht.

Was würde sich bei einer Einführung konkret ändern?

Durch die Einnahmen könnten wir mehr in die Tourismusförderung der Stadt investieren. Werden zusätzliche Einnahmen durch Kurtaxe und Bettensteuer generiert, sollen diese für Tourismus und Marketing eingesetzt werden, das ist auch der Wunsch des Stadtrates.

Beim Reformationsjubiläum 2017 geht Meißen eigene Wege. Die Albrechtsburg widmet ihre große Jahresausstellung Bischof Benno. Was plant die Stadt?

Da haben wir uns ein bisschen schwer getan. Anlässlich des Jubiläums ist die Aufmerksamkeit natürlich primär der Stadt Wittenberg sowie den Lutherstädten vorbehalten. Die Reformation in Meißen dagegen ist erst sehr spät gewesen. Dennoch haben wir ein Thema, nur unsere Stadt allein punkten kann – die Meißner Kanzleisprache. Damit wird Luther ganz konkret in Verbindung gebracht und wir wollen dem Thema 2017 eine Ausstellung im Stadtmuseum widmen.

Die S 84 kommt bald auch in Meißen an. Wie wird das Vorhaben in der Stadt umgesetzt? Gibt es bereits konkrete Pläne?

Hier gibt es die Überlegung, an der Fabrikstraße - zwischen Kreisverkehr und Beyerleinplatz – eine neue Trasse zu bauen. Derzeit laufen Untersuchungen, wie der stark genutzte Verkehrsknotenpunkt am Beyerleinplatz entlastet werden kann. Was hat das nun mit der S 84 zu tun – eine Möglichkeit wäre, den vierten Bauabschnitt der Staatsstraße erst zu beginnen, wenn das fehlende Stück in Coswig fertig ist und das erst genannte Projekt zeitnaher umzusetzen. Wir möchten gern so schnell wie möglich eine Lösung präsentieren.

Das neue Gewerbeportal ist nun seit ein paar Monaten online. Was hat sich seitdem verändert? Was erhoffen Sie sich davon?

Mit der Veröffentlichung dieses Portals haben wir Nachfragen in Größenordnungen, die wir so nicht erwartet hatten. Um die vielen kleinen Splitterflächen im Gewerbegebiet wieder zu nutzen, hat sich dieses Portal definitiv gelohnt. Wir wollen keine neuen Flächen nutzbar machen, sondern ehemalige Industriebrachen wiederbeleben und diese nachhaltig vermarkten. In den letzten Jahren konnten wir 1000 Arbeitsplätze schaffen. Das ist für eine Stadt wie Meißen sehr viel, daran möchten wir anknüpfen.

Gibt es bereits nennenswerte Ansiedlungen?

Es gibt einen Fabrikanten aus der Stadt, welcher im Gewerbegebiet neu bauen möchte und die Fläche dafür bereits erworben hat. Auch ein großer Farbhersteller wird sich ansiedeln. Darüber hinaus haben wir regelmäßig Anfragen von kleineren und mittelständigen Unternehmen, die sich erweitern oder neu bauen möchten. Genaue Namen der Unternehmen möchte ich noch nicht nennen.

Wie sieht es mit der Bevölkerungsentwicklung aus?

Seit etwa drei Jahren sind wir auf einem sehr guten Weg, nachdem es vorher lange Zeit stagnierte. Wir freuen uns über ein stabiles Wachstum und natürlich über die steigende Geburtenrate. Dadurch steigt natürlich auch die Nachfrage nach Kitaplätzen und Schulen. Aber diese bauen wir seit geraumer Zeit stetig aus. Da soll es auch 2017 weitergehen.

Ein Grund für den Wachstum sehe ich unter anderem in der S-Bahn-Linie, welche seit zwei Jahren besteht. Möglichkeiten, wie in Meißen zu wohnen und in Dresden zu arbeiten, sind dadurch attraktiver geworden. Im Bereich Kinder und Jugendliche möchte ich noch mehr Themen umsetzen. Eine davon ist der Jugendstadtrat, welcher uns sehr bedeutsamen Input gibt, was der Generation wichtig ist.

Gibt es ausreichend Siedlungsgebiete und Wohnkapazitäten in Meißen?

Es ist sowohl möglich, in kleinen Siedlungsgebieten zu bauen, als auch im Bereich der Innenstadt zu wohnen. Dort sind meist die grünen Hinterhöfe und Gärten eine Überraschung für Interessenten, die so nicht erwartet werden. Insgesamt haben wir noch ausreichend Kapazitäten.

Hinsichtlich Kita-Bereich und Schulen ist die Stadt gut ausgestattet und auf Zuwachs vorbereitet. Wie sieht das mit Seniorenwohnplätzen aus?

Wir haben sehr frühzeitig erkannt, dass es nicht der richtige Weg sein kann, Plätze für Senioren am Stadtrand zu schaffen und sie so aus dem städtischen Leben auszugrenzen. Jeder der älter wird, soll die Möglichkeit bekommen, so lange wie möglich an allen Seiten der Gesellschaft teilnehmen zu können. Ich sehe die optimale Lösung in Apartments und innerstädtischen Plätzen. Diese können von Jung und Alt gleichermaßen genutzt werden und sind von vornherein barrierefrei angelegt.

Was wird 2017 wichtig werden?

Neben dem Jubiläum der Reformation steht auch das 25-jährige Bestehen der Sächsischen Weinstraße vor der Tür, ebenso wie das 25-jährige Jubiläum des Winzerchors. Wir werden die Städtepartnerschaft zwischen Meißen und Fellbach zelebrieren, welche seit 1897 besteht und die dritte innerdeutsche Städtepartnerschaft ist. Dazu werden auch die Altbürgermeister eingeladen, auf diese Festlichkeit freue ich mich sehr. Und natürlich das 800-jährige Bestehen des Klosters Heiligkreuz wird uns im kommenden Jahr beschäftigen.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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