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Winzer baut ersten Brandenburger Landwein in Meißen aus

Weinhang Wolkenberg Winzer baut ersten Brandenburger Landwein in Meißen aus

Der Meißner Winzer Martin Schwarz steht vor einer Premiere: In wenigen Wochen will er den ersten Brandenburger Landwein füllen, dessen Trauben auf dem Weinhang Wolkenberg am Rande des Tagebaus Welzow gereift sind. In den vergangenen beiden Jahren hat Schwarz reichlich Geld und Mühe investiert.

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Martin Schwarz war viele Jahre Kellermeister im Schloss Proschwitz und hat sich einen Namen als Produzent hochwertiger Tropfen gemacht.

Quelle: Lars Müller

Meissen. Der Meißner Winzer Martin Schwarz steht vor einer Premiere: In wenigen Wochen will er den ersten Brandenburger Landwein füllen, dessen Trauben auf dem Weinhang Wolkenberg am Rande des Tagebaus Welzow gereift sind. In den vergangenen beiden Jahren hat Schwarz reichlich Geld und Mühe investiert, um die Weinstöcke auf der künstlich geschaffenen Rebfläche zu stärken und in Ertrag zu bringen. Der Energieriese Vattenfall hat im Rahmen einer Rekultivierung vor sechs Jahren den Hang nahe dem früheren Dorf Wolkenberg zunächst aus Abraum modelliert, mit Reben bestockt und damit die Weinbautradition der Region nach gut 100 Jahren wiederbelebt.

2015 brachte die Anlage erstmals eine wirtschaftlich nutzbare Erntemenge. Rund 20 Tonnen Trauben hat der Winzer nach eigenen Angaben gelesen und in der Weinmanufaktur Mariaberg in Meißen vergoren. Den trockenen Sommer hat der Weinberg in Lausitz dank eines neuen Bewässerungssystems gut überstanden. Mittelfristig strebt der erfahrene Winzer auf den sechs Hektar einen Ertrag von gut 40 Tonnen an. Die meisten Brandenburger Landweine hat Schwarz im Edelstahltank liegen, obwohl er eigentlich als Verfechter vom Ausbau im Holz gilt und fast alle seine sächsischen Weine in Barriques reifen lässt.

Weiß- und Grauburgunder sowie der Rote Riesling vom Wolkenberg sollen jeweils als sortenreiner Wein angeboten werden. Vom Rondo kündigt Martin Schwarz einen Rosé an, vom Schönberger kann er sich einen Secco vorstellen. Zudem sind weitere Cuvées und vom Kernling auch ein hochwertigerer Wein denkbar, sagt der Winzer. Er probiert derzeit noch aus, was die Brandenburger Trauben hergeben. Immerhin hat sich Schwarz - viele Jahre Kellermeister auf dem Weingut Schloss Proschwitz und seinerzeit schon Nebenerwerbswinzer mit eigenen Weinen - einen Namen als Produzent hochwertiger Tropfen gemacht. Deshalb hat er auch bei den Weinen aus Brandenburg einen hohen Qualitätsanspruch. In den Jahren 2012 und 2013 waren schon einmal Cuvées von Wolkenberger Trauben, damals bei Proschwitz, ausgebaut und abgefüllt worden. Allerdings waren das eher Versuche, wie Martin Schwarz heute sagt. Die Qualität des Leseguts sei unzureichend gewesen, die Stöcke waren noch gar nicht stark genug für einträgliche Ernten. Der Wein wurde deshalb auch nicht vermarktet, sondern im Kreis von Freunden und Förderern des Weinbaus in Brandenburg verteilt. Im Jahr 2014 hatte der sächsische Winzer, nachdem er als Gesellschafter bei Wolkenberg eingestiegen war, sogar sämtliche Trauben im Sommer abschneiden lassen und damit die Rebstöcke geschont.

Für den Brandenburger Landwein will Martin Schwarz neue Vertriebswege erschließen. Im Visier hat er dabei den Ostseeraum und auch die Ferienregionen des Landes Brandenburg. Demnächst stellt er seine Weine auf einer Messe in Rostock vor. Die Verkaufspreise sollen einmal zwischen zehn und 16 Euro je Flasche liegen.

Auch mit seinen sächsischen Weinen des Jahrgangs 2015 ist er zufrieden, die lagern derzeit noch auf der Hefe und reifen. Er hatte Glück, der heftige Hagelschlag am 1. September hat nur eine Riesling-Anlage im Meißner Kapitelberg getroffen. Etwa 20 Prozent Verlust habe er auf dieser Rebfläche erlitten, allerdings konnte er die in Mitleidenschaft gezogenen Trauben nicht solange hängen lassen wie eigentlich geplant. Der frühe Laubfall nach wenigen Frostnächten Anfang Oktober habe auch auf anderen Weinbergen dazu geführt, dass er teilweise früher mit der Lese fertig war. "Ich hätte einige Sorten gerne noch länger hängen lassen", sagt Schwarz. Trotzdem habe die Reife gestimmt, was ansprechende Qualitäten erwarten lasse.

Der Meißner Winzer hat auch noch Trauben von anderen sächsischen Erzeugern zugekauft, was etwa 20 Prozent der Gesamtmenge ausmache. Neben eigenen Weinen der Linie Schwarz produziert er Cuvées speziell für einige Restaurants der Region. Hierbei können die Gastronomen beim Verschnitt der Grundweine mitreden und erhalten so Tropfen eines von ihnen gewünschten Stils. Im geringen Maß bietet Schwarz in der Weinmanufaktur Mariaberg, die er mit Winzerin Anja Fritz betreibt, auch Lohnausbau für kleinere Nebenerwerbswinzer an, die keine eigene Kellerei haben. Zudem werden die Weine von Anja Fritz als separate Linie ausgebaut und als Mariaberg-Weine verkauft.

www.schwarz-wein.de

Lars Müller

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