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Wie kommt das Prickeln in den Sekt?

Jubiläumsjahr auf Schloss Wackerbarth Wie kommt das Prickeln in den Sekt?

Das Jahr 2016 stand auf Schloss Wackerbarth ganz im Zeichen des Sektes. Vor genau 180 Jahren begann die Tradition des Schaumweines in der Lößnitz. Jedes Jahr produziert das selbst ernannte Erlebnisweingut etwa 250.000 Flaschen edlen Winzersekt aus sächsischen Trauben .

Kellermeister Jürgen Aumüller begutachtet den reifen Sekt. Die Rüttelbretter des Weinkellers auf Schloss Wackerbarth sind zurzeit restlos bestückt.
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Radebeul.  Das Jahr 2016 stand auf Schloss Wackerbarth ganz im Zeichen des Sektes. Vor genau 180 Jahren begann die Tradition des Schaumweines in der Lößnitz. Jedes Jahr produziert das selbst ernannte Erlebnisweingut etwa 250.000 Flaschen edlen Winzersekt aus sächsischen Trauben.

Die Hochsaison des prickelnden Getränkes findet zum Jahresende statt und Silvester ohne Sekt ist kaum vorstellbar. Doch wie kommt eigentlich das Prickeln in den ursprünglichen Traubensaft? Alles beginnt mit der Herstellung von Weißwein nach der Lese. Für den Sekt ist die Reise nach der ersten Gärung allerdings noch nicht vorbei. Die feinen Perlen entstehen durch einen zweiten Durchgang der alkoholischen Gärung. Und das über mehrere Monate. Die Tradition der Flaschengärung – auch „Méthode champenoise“ genannt - brachte der französische Kellermeister Joseph Mouzon vor 180 Jahren aus der Champagne in die Lößnitzstadt. Nachdem sich der Kellermeister für einen passenden Grundwein entschieden hat, wird diesem eine Mischung aus Zucker und Hefe zugesetzt und dann heißt es warten. Der Wein sollte säuerlich sein und reich an Fruchtextrakt. Diese Voraussetzungen erfüllen die sächsischen Trauben aufgrund der Anbaubedingungen in den meisten Fällen.

Nach einer gewissen Ruhezeit, die je nach Sektsorte von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Monaten andauern kann, werden die Sektflaschen in Rüttelpulte gestellt. Vier Wochen lang werden sie darin täglich von den Winzern ein Stück gedreht. Auf dem Staatsweingut bedarf es keiner Markierung mehr, die Winzer wissen ganz genau, um wie viel Millimeter die Flasche gedreht werden muss. Dadurch wird der Winkel immer steiler und die Hefe setzt sich nach und nach am Flaschenhals ab. Nach diesem Schritt geht es für die Flaschen erneut in die Produktionshalle der gläsernen Manufaktur. Die Hälse der Sektflaschen werden in eine Kältesole von bis zum -20°Celsius getaucht und dadurch gefriert die Hefe. Nach der Öffnung platzt die Hefe in einem Stück heraus. Nun wird der fast fertige Sekt mit einer Flüssigkeit aufgefüllt, welche dem Schaumwein die nötige Süße verleiht. Dieser Vorgang wird als Dosage bezeichnet. Nach diesen Prozessen hat das Prickeln den Weg in den Wein gefunden und erfreut zu verschiedensten Feierlichkeiten die Gäste.

Der sächsische Sekt des Staatsweingutes Schloss Wackerbarth kann nach dem Kauf sofort getrunken werden. Er hält sich allerdings auch noch etwa drei weitere Jahr, wenn er kühl, dunkel und stehend gelagert wird. Sekt wird generell kühler als Wein getrunken. Eine Trinktemperatur zwischen 6 und 8 °Celsius wird empfohlen. Während der Sektführungen auf dem Erlebnisweingut lernen die Besucher auch den ein oder anderen Trick. So wird beispielsweise empfohlen, den Sekt in einen entsprechenden Kühler zu stellen und diesen mit Eiswürfeln zu befüllen. Anschließend werden etwas Wasser und zwei Esslöffel Salz über das Eis gegeben. Die umgehend entstehende Verdunstungskälte kühlt den Sekt innerhalb von zehn Minuten auf die optimale Trinktemperatur.

Zum Jahresende knallen die Korken heißt es oft in diesen Tagen. Doch Martin Junge, Pressesprecher von Schloss Wackerbarth, rät davon ab. „Der Korken sollte eher langsam herausgedreht werden. Am Besten geht das mit einem Küchentuch, welches über den Korken gelegt wird, dann lässt es sich besser anfassen. Beim Knallen entweicht zu viel Kohlensäure und der Sekt wird schneller schal“, erklärt er. Sind am Neujahrsmorgen Reste in der Flasche übrig geblieben, können diese bestenfalls mit einem Sektflaschenverschluss im Kühlschrank aufbewahrt werden. „Wenn die Flasche noch halb voll ist, kann sich die Kohlensäure noch gut einen Tag halten“, so Junge.

Die Sektedition „Dresdner Engel“ reift neun Monate im Keller des Staatsweingutes und ist bereits ab 11,90 Euro erhältlich. Liebhaber der besonders edlen Tropfen können Sekt vom steilen Traditionsweinberg „Goldener Wagen“ für 95 Euro genießen.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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