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Umland Wetterwarte Wahnsdorf feiert 100-jähriges Bestehen
Region Umland Wetterwarte Wahnsdorf feiert 100-jähriges Bestehen
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19:00 30.08.2016
Mathias Böttger kann vom Turm aus die Neubauten auf dem Gelände überblicken: Rechts ist mit roter Fassade das Labor für Umweltradioaktivität zu erkennen. Quelle: Uwe Hofmann
Radebeul

Ein Abstecher zur Wahnsdorfer Triangulationssäule hat Paul Schreiber, Direktor der „Königlich Sächsischen Landeswetterwarte“, wohl noch zum Umdenken gebracht. Eigentlich wollte die von ihm vorangetriebene neue Wetterwarte oberhalb der Weinberge des Elbtals, die gemeinsam mit der gleichzeitig gebauten Wetterwarte auf dem Fichtelberg korrespondierende Messungen ermöglichen sollte, auf dem Gelände der Boxdorfer Mühle errichten lassen. In Wahnsdorf angekommen, erschien ihm die Lage auf der Höhenkuppe insbesondere für die Beobachtung des Windes ideal. 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, wurde die neue Warte gebaut, die am Sonnabend mit einem Tag der offenen Tür ihr 100-jähriges Bestehen feiert.

Schon jetzt ist abzusehen, dass es dann für viele hoch hinaus geht. „Der Turm ist sehr beliebt“, sagt Mathias Böttger, der als Geschäftsführer der Staatlichen Betriebsgesellschaft für Umwelt- und Landwirtschaft (BfUL) heute das Sagen in Wahnsdorf hat. Und das nicht nur über die 60 Mitarbeiter am Standort, die sich mit Umweltradioaktivität, Messungen in Wasser und Luft und der Verwaltung beschäftigen, sondern über die insgesamt 240 BfUL-Beschäftigten ins Sachsen. An der Wahnsdorfer Wetterwarte sitzt die Zentrale der Gesellschaft, über die das Land Sachsen seine Erfassung von Umweltmessdaten organisiert.

In der Öffentlichkeit bekannt sind vor allem die Messungen der Luftgüte, gerade wenn an vielbefahrenen Strecken wie an der Bergstraße in Dresden die Feinstaubkonzentration mal wieder zu hoch war. Erfasst wird das von einem Messcontainern der BfUL. Für viele noch wichtiger: Auch die Pegelmessungen an Flüssen wie der Elbe sind Aufgabe der Gesellschaft. Auch immer noch ein Thema: Die Bodengüte nach den sauren Regen der 80er und 90er Jahre.

Abseits davon passiert noch viel mehr. So werden etwa an der Elbe viele Daten erhoben, die die Gewässerqualität beschreiben. „Wir wissen sehr genau, was an der tschechischen Grenze bei uns ankommt und wie die Elbe Sachsen wieder verlässt“, sagt Böttger. Die Beobachtung sei wichtig, um Anrainer des Flusses vor Verunreinigungen zu warnen. Weniger bekannt ist, das Experten der BfUL zum Beispiel die Sanierungen der Wismut überwachen. Die zuständige Abteilung sitzt im Wahnsdorf in einem Gebäudeneubau, der sich im Falle eines Reaktor-Unfalls hermetisch abriegeln lässt. Dort können dann Boden, Luft und Lebensmittel auf Strahlungen untersucht werden.

Mit dem Ansinnen des Wetterforschers Paul Schreiber hat das alles nichts mehr zu tun, denn Wetterbeobachtung werden an der Wetterwarte seit 1990 nicht mehr gemacht. Hatte die Einrichtung sich relativ rasch durch seine Forschungsarbeit zum Observatorium gemausert und zum Beispiel mit der Ersterforschung des Böhmischen Windes als Wetterphänomen auf sich aufmerksam gemacht, zog der Deutsche Wetterdienst den nahen Standort in Dresden-Klotzsche vor. Um die Schließung zu vermeiden, schrieben die Mitarbeiter das noch in Gründung befindliche Land Sachsen an und wurden erhört. Seitdem werden in Wahnsdorf Umweltdaten gemessen. An den Ursprung erinnert einzig und alle noch der Turm.

Von Uwe Hofmann

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