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Weltnichtrauchertag - Fachkrankenhaus Coswig ist engagiert gegen Tabakkonsum

Weltnichtrauchertag - Fachkrankenhaus Coswig ist engagiert gegen Tabakkonsum

"Es lohnt sich in jeder Lebensphase, mit dem Rauchen aufzuhören", formuliert Gert Höffken seine Botschaft zum heutigen Weltnichtrauchertag. Als Ärztlicher Leiter des Coswiger Fachkrankenhauses weiß der Mediziner, wovon er spricht.

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Das Rauchen aufzugeben lohne sich in jeder Lebensphase, meint Gert Höffken, Ärztlicher Direktor im Fachkrankenhaus Coswig.

Quelle: Martin Förster

Etwa 70 Prozent der Patienten kommen mit Erkrankungen in die Lungenklinik, die mit dem Rauchen zu tun haben: Bei etwa 7500 Kranken, die im Vorjahr von den Coswiger Spezialisten behandelt wurden, sind das rund 5250 Menschen. Viele von ihnen haben Lungenkrebs, aber auch die chronisch obstruktive Lungenerkrankung, kurz COPD, tritt häufig auf. Dieses Krankheitsbild ist vielen bekannt, weil der Schlagerbarde Roland Kaiser daran litt, bis er sich eine neue Lunge einpflanzen ließ. COPD-Patienten leiden unter einer Reihe von Symptomen, Raucherhusten etwa oder starker Atemnot. Wie die Krebserkrankten sind sie meist etwa 60 Jahre alt, wenn sie in Coswig erstmals behandelt werden müssen.

Es gibt aber auch weitaus jüngere Patienten, die in die Lungenklinik kommen. Etwa solche, die ihr eigentlich durch Medikamente gut kontrollierbares Asthma durch Tabakkonsum immens verstärken oder solche, deren Lungen durch das Rauchen vernarben. Sie sind mitunter erst 30 Jahre alt. In allen Fällen gilt, dass ein Rauchstopp Linderung verschafft und vor allem die Lebensdauer verlängert. "Aber Bewegung und gesunde Ernährung gehören genauso dazu", sagt Chefarzt Höffken.

Insgesamt 280 Menschen arbeiten in der Klinik, davon 240 im medizinischen Bereich. Drei von ihnen sind Psychologen, die Patienten auf Entwöhnungsprogramme aufmerksam machen und vorbereiten. Jeder Raucher, der die Klinik betritt, wird im ärztlichen Gespräch darauf hingewiesen, welche Vorteile das Aufhören bringt. Zum Teil werden auch Akkupunktur und Ersatzmedikamente angeboten, wie Höffken sagt. Außerdem gibt es regelmäßig Aufklärungsgespräche in Coswiger und Radebeuler Schulen. "Es sind ja meist 13- und 14-Jährige, die mit dem Rauchen beginnen", sagt der Chefarzt. Auch heute sind 50 Schüler einer Coswiger Mittelschule zu Gast, sprechen mit Psychologen, Ärzten und Erkrankten. Trägt dieses Engagement Früchte? "Leider können wir keinen Trend feststellen, dass solche Erkrankungen weniger werden", sagt Höffken.

Was vielleicht auch mit dem großen Einzugsgebiet der Klinik zu tun hat. Sie fungiert als Zentrum für Lungenerkrankungen in ganz Südostsachsen, aus Görlitz, Löbau, Hoyerswerda kommen Patienten nach Coswig. Viele von denen, deren Erkrankung nichts mit dem Rauchen zu tun hat, leiden unter schwerem Asthma bronchiale, andere haben Lungenentzündung oder Tuberkulose. Auch die Gruppe der Beatmungspatienten sei relativ groß, wie der Chefarzt sagt. Sie haben sich etwa nach einer schweren Operation an das Beatmungsgerät gewöhnt und sollen in Coswig mit psychotherapeutischer Betreuung entwöhnt werden. Auch ein Psychologe hilft meist mit, "weil viele Patienten von der Situation noch geschockt sind", wie Höffken sagt. Sie müssen lernen, vom Beatmungsgerät zu lassen. Bei einem Großteil schaffen die Coswiger es, die chronische Beatmung zu stoppen, wie der Chefarzt sagt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.05.2013

Uwe Hofmann

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