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Umland Weingüter lassen die Korken knallen
Region Umland Weingüter lassen die Korken knallen
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18:04 09.05.2018
Winzer Matthias Schuh erklärt gerne den Weinfreunden seine Philosophie persönlich. Transparenz schaffe Vertrauen, sagt er. Quelle: Weingut Schuh
Radebeul/Coswig/Sörnewitz

Wein- und Sektfreunde kommen am kommenden Wochenende im Elbland voll auf ihre Kosten. Sie können Weine und Sekt nach Herzenslust probieren. Schon am Freitag laden die Geschwister Katharina Pollmer und Matthias Schuh in ihr Weingut nach Sörnewitz, Dresdner Straße 314, ein. Zwischen 17 und 21 Uhr werden bei der Jahrgangspräsentation (Eintritt zehn Euro) Weine der aktuellen Kollektion und gereifte Tropfen ausgeschenkt. Betriebsleiter Matthias Schuh und Winzermeister Holger Horter beantworten den Gästen in entspannter Atmosphäre fachkundig alle Fragen rund um die Arbeit im Weinberg und in der Kellerei. Dazu gibt es erfrischendes Sorbet aus Dresden und kulinarische Kleinigkeiten regionaler Produzenten.

„Im Weinjahr 2017 hatte wir auf Sachsens Weinbergen einige Herausforderungen zu meistern“, erinnert sich Schuh. „Im April haben wir eine Steillage erstmals in der Geschichte unseres Familienbetriebs mit kleinen Feuern gegen morgendlichen Bodenfrost schützen müssen.“ Auch, wenn Sonnenanbeter viele Schauer in Erinnerung haben mögen, sei der vorige Sommer für die Weinberge vergleichsweise trocken gewesen. „Durch den Regen, der dann Anfang September einsetzte, gestaltete sich die Lese schwierig und war auf wenige Wochen konzentriert“, so Schuh. Um Fäulnis zu verhindern, habe der Familienbetrieb die Erntetermine mehrfach umplanen müssen.

„Die Jungweine zeigen sich schon jetzt ausdruckstark und strukturiert“, beschreibt der auch überregional in der Weinbranche Anerkennung genießende Winzer und Weinbautechniker seine 2017er-Kollektion. Das will er mit einer Tankprobe des neuen Rieslings, mit Elbling und Goldriesling sowie der „Schuh“-Basislinie am Freitag zeigen. Dazu soll es Weine voriger Jahrgänge geben, die erst jetzt ihre volle Genussreife entfalten. Schuh hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Weinbereitung zu entschleunigen und den Weinen mehr Zeit auf der Hefe für die optimale Entwicklung zu geben.

Anlässlich des 21. Deutschen Sekttages laden die Sektmanufaktur Perlgut aus Meißen und das Weingut Matyas aus Coswig am Sonnabend gemeinsamen zur Sektverkostung ins Weingut Matyas, Spitzgrundstraße 12 in Coswig, ein. „Sekt- und Weinfreunde können einen prickelnden Nachmittag erleben und zwischen 14 und 18 Uhr die sechs aktuellen Perlgut-Sekte und einen Winzersekt des Weinguts verkosten“, kündigt der Inhaber der Sektmanufaktur Perlgut, Hendrik Weber, an. Um 15 und um 17 Uhr bietet der Sektmacher je eine kostenlose Führung durch die Kellerei an und erklärt, wie aus den Trauben zunächst Grundweine und nach der zweiten Gärung schließlich feinperlige Sekte mit besonderem Charakter entstehen, die Jahrgang und Herkunft widerspiegeln und deshalb immer wieder ein individuelles Genusserlebnis bieten würden. „Fast alles ist Handarbeit“, so Hendrik Weber. Mehr als 20 Mal geht eine Sektflasche durch die Hände des Winzers und Oenologen, bevor sie schließlich fertig etikettiert in den Verkauf kommt. Im Weingut Matyas können die Gäste ferner aktuelle Weine und kleine Speisen genießen. Die Sektmanufaktur Perlgut hat ihre ersten Sektekreationen im Dezember 2016 präsentiert. Das junge Unternehmen ist Sachsens einziger Weinbaubetrieb, der sich ausschließlich der Sektherstellung verschrieben hat. Die Grundweine aus sächsischen Trauben von eigenen Weinbergen werden derzeit noch im Weingut Matyas ausgebaut, wo Weber als Kellermeister beschäftigt ist.

Das Staatsweingut Schloss Wackerbarth lässt ebenfalls zum Sekttag die Korken knallen. Es gibt am Sonnabend ab 12 Uhr stündliche Sektführungen, bei denen die Besucher zuschauen können, wie die Kellermeister die vereisten Hefepfropfen aus den Flaschen schießen lassen. Zudem sind Wein-Führungen und Weinbergswanderungen im Angebot. Das Gasthaus im Erlebnisweingut hat ein spezielles Sektmenü kreiert. Eine spezielle Führung zur Geschichte des Sektes in Sachsen läutet um 11 Uhr den Sekttag ein. Monsieur Joseph Mouzon brachte 1836 die „Méthode champenoise“, bekannt als klassische Flaschengärung, aus seiner französischen Heimat mit nach Radebeul. Dieser Tradition sieht sich Wackerbarth verpflichtet und pflegt sie mit der Marke „Bussard“. Um die Nachfrage decken zu können, kauft Wackerbarth auch Grundweine und fertige Sekte der einfacheren Qualitätsstufen von außerhalb zu. Hochwertige Schaumweine entstehen hingegen ausschließlich aus sächsischen Trauben im eigenen Keller.

Von Lars Müller

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