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“Weinböhla ist keine alte Stadt“

Bürgermeister im Interview “Weinböhla ist keine alte Stadt“

Im vergangenen Jahr wurden weitere Wohnplätze für Senioren geschaffen, aber der Ort habe statistisch gesehen mehr junge Menschen als Dresden. Oberbürgermeister Siegfried Zenker blickt mit DNN-Mitarbeiterein Lisa-Marie Leuteritz auf ein spannendes Jahr 2016 zurück.

Oberbürgermeister Siegfried Zenker blickt mit DNN-Mitarbeiterein Lisa-Marie Leuteritz auf ein spannendes Jahr 2016 zurück.
 

Quelle: PR

Weinböhla. Im vergangenen Jahr wurden weitere Wohnplätze für Senioren geschaffen, aber der Ort habe statistisch gesehen mehr junge Menschen als Dresden. Der Zentralgasthof kann dank frühzeitiger Zahlungen umgebaut werden und es soll ein Bereich für Vereine geschaffen werden. Oberbürgermeister Siegfried Zenker blickt mit DNN-Mitarbeiterein Lisa-Marie Leuteritz auf ein spannendes Jahr 2016 zurück und gibt einen Ausblick auf das kommende Jahr.

 Im Ortszentrum ist der letzte Schandfleck - der Durchgang - verschwunden. Sehen Sie noch an irgendeiner Stelle Handlungsbedarf?

Wir haben in Weinböhla in 2016 der Tat viel erreicht, wofür ich auch sehr dankbar bin. Ganz besonders bin ich jedoch unseren Bürgern im Sanierungsgebiet „Ortsmitte“ sehr dankbar dafür, dass sie - auch zum Wohle der Gemeinde - sich geschlossen bereitgefunden haben, die Ausgleichsbeträge vorzeitig zu bezahlen. Damit müssen wir die eingenommenen Beträge nicht anteilig an Bund und Freistaat durchreichen, sondern können die Mittel komplett im Sanierungsgebiet nutzen. Konkret möchten wir das 2. und 3. Obergeschoss des Zentralgasthofes ausbauen. Im 2. Obergeschoss hält die Bibliothek Einzug und im 3. Obergeschoss entsteht ein Bereich für unser mannigfaltiges Vereinswesen. Das wird die letzte große Maßnahme im Sanierungsgebiet sein. Aber auch darüber hinaus gibt es zahlreiche Aufgaben zu bewältigen. So möchte ich z.B. die sog. „Rohbau-Ruinen an der Reichsstraße“ aus dem Ortsbild entfernt wissen, um dann in der Folge auch den entsprechenden Straßenbereich in Ordnung bringen zu können. Hier könnte der grundhafte Straßenausbau jedoch evtl. auch erst 2018 beginnen, da hier noch einige Sachverhalte im Vorfeld geklärt werden müssen.

Mit dem Waldhotel ist ein weiteres Weinböhlaer Hotel zu einem Seniorenwohnheim geworden. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Ich freue mich über diese Entwicklung sehr. Als es darum ging, wie die Räumlichkeiten des Waldhotels künftig genutzt werden sollten, standen die Themen Asylplätze und Seniorenwohnstätten zur Debatte. Wir wollten nicht das eine gegen das andere ausspielen. Es gab allerdings in der Vergangenheit Situationen, in denen betagte Weinböhlaer ihren Heimatort verlassen mussten, weil sie keine geeignete Wohneinrichtung fanden. Und so sahen wir die Wichtigkeit in der Schaffung neuer Wohnplätze für Senioren. Und natürlich bemühen wir uns auch um einen zumindest anteiligen Ausgleich der mit der Schließung des Waldhotels weggefallenen Hotelbetten. Aber auch hier gibt es erfreuliche Entwicklungen. Das Laubenschlösschen an das Moritzburger Straße wird sich um ca. 20 Betten erweitern.

Hat diese Entwicklung Auswirkungen auf den Status als Erholungsort?

Nein. Dafür gibt es keine fixe Anzahl an Betten, die notwendig wäre, um die Anforderungen zu erfüllen. Lediglich einen Richtwert gibt es und diesen erfüllen wir.

Was tun Sie, damit die Stadt für junge Menschen attraktiver wird?

Auch wenn viele Seniorenwohnplätze geschaffen werden, ist Weinböhla keineswegs eine alte Stadt. Laut Statistik der „Erlebnisregion Dresden“ haben wir auch mehr 0-15-Jährige als Dresden und das Umland. Auch unsere Kindertagesstätten sind zu 97 Prozent ausgelastet und die Zahlen steigen. Natürlich ist auch die Nachfrage nach Bauland in Weinböhla größer als das Angebot. Der Flächennutzungsplan ist noch im Entwurfsstadium. Aber unseren Wunsch, elf potenzielle Baugebiete zu schaffen, möchten wir realisiert wissen, um unseren Ort maßvoll weiterzuentwickeln. Dabei ist uns die Erhaltung der traditionell starken Durchgrünung Weinböhlas sehr wichtig.

Auf dem Höhepunkt der Asylzuwanderung wollte der Kreis Flüchtlinge im Hotel unterbringen. Stattdessen hat man die Aufstockung des Heims am Querweg beschlossen. Bleibt es trotz sinkender Asylbewerberzahlen bei diesen Plänen?

Wir haben uns mit dem dafür zuständigen Landratsamt darauf verständigt, den angefangenen Bebauungsplan zur möglichen Erweiterung des Objektes am Querweg zu Ende zu führen. Sollte sich beim Landratsamt durch eine wieder stark erhöhte Zahl an Asylsuchenden ein entsprechender Bedarf ergeben, so könnte dann die Erweiterung auch umgesetzt werden. Bleiben die Flüchtlingszahlen allerdings beim derzeitigen Niveau, wird eine Erweiterung ausbleiben.

Neben den zwei Hotels/Seniorenwohnheimen ist ja auch ein Siedlungsgebiet für Senioren an der Dresdener Straße/Schwarzer Weg geplant. Was tun Sie, um die Zuwanderung von Familien zu fördern? Sind neue Siedlungsgebiete geplant?

Die in Weinböhla zu konstatierende hohe Nachfrage nach Bauland ist ungebrochen. Da uns jedoch der Landesentwicklungsplan aus dem Jahr 2013 keine sogenannte „zentralörtliche Funktion“ zuweist, ist uns eine „aktive Siedlungspolitik“ faktisch untersagt.

Dennoch werden wir - in dem uns zugestandenen Rahmen – moderat und maßvoll neue Wohnbaupotenzialflächen im derzeit in Aufstellung befindlichen Flächennutzungsplan ausweisen.

Weinböhla hat die Beschaulichkeit eines Dorfes und die Infrastruktur einer kleinen Stadt. Die schnelle Anbindung nach Dresden ist auch für junge Familien attraktiv.

Wie ist die generelle Bevölkerungsentwicklung in der Gemeinde?

Überaus positiv. Obwohl das Jahr 2016 noch nicht zu Ende ist, steht bereits jetzt fest, dass wir in Weinböhla in diesem Jahr mehr als 10.500 Einwohner geworden sind, d.h. per Saldo konnten wir auch in unserem Jubiläumsjahr über 100 neue Einwohner begrüßen.

Was waren Ihre Highlights 2016?

Wir durften 2016 eine Reihe Jubiläen feiern, allen voran natürlich 666 Jahre Weinböhla. Die stattfindende Walzernacht war ein Highlight, ich denke auch für viele Einwohner. Dass der Durchgang endlich fertig ist, freut mich natürlich besonders, ebenso wie die vorzeitige Ablösung der Sanierungsbeiträge. Dafür bin ich – wie erwähnt - den Weinböhlaern sehr dankbar.

Was wird 2017 Ihrer Meinung nach von Bedeutung sein?

Besonders wichtig ist mir der Ausbau des Zentralgasthofes. Das Sanierungsgebiet wird Ende 2017 aufgehoben, bis dahin müssen wir fertig sein. Auch die hohe Auslastung der Kindertagesstätten wird uns beschäftigen. Wir werden uns um eine moderate Erweiterung der Kapazität kümmern müssen und uns auch mit einem KiTa - Träger entsprechend zeitnah verständigen müssen. Neben zahlreichen anderen Baumaßnahmen möchten wir den schon lange avisierten Kreisverkehr am Knoten Moritzburger Straße/Forststraße zunächst planerisch auf den Weg bringen, um den derzeit gegebenen Unfallschwerpunkt in den Folgejahren dann auch beseitigen zu können. Auch die Aufwertung der Straßenbahnendhaltestelle wird Thema sein.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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