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Umland Weinböhla hat mit Brandschutzmängeln in der neuen Bibliothek zu kämpfen
Region Umland Weinböhla hat mit Brandschutzmängeln in der neuen Bibliothek zu kämpfen
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09:55 25.01.2018
Dunkle Wolken haben sich über dem Zentralgasthof zusammengezogen. Die neuen Bibliotheksräume sind für die rund 1500 Nutzer noch nicht freigegeben. Quelle: Silvio Kuhnert
Weinböhla

Die Gemeindebibliothek von Weinböhla kann nicht wie geplant am 5. Februar ihre Arbeit im neuen Domizil im Zentralgasthof aufnehmen. Für rund eine Million Euro ließ die Gemeinde im vorigen Jahr das zweite Obergeschoss ausbauen. Neben neuen Räumen für die Bücherei ist ein Stockwerk höher ein Vereinsraum entstanden. Doch beide sind derzeit für die Öffentlichkeit gesperrt. Grund sind Brandschutzprobleme.

Wie Bauamtsleiter Lutz Heinl berichtet, nahm ein Brandschutzprüfer bereits am 18. Dezember vorigen Jahres den Gasthof samt den neu ausgebauten Dachgeschoss genau unter die Lupe. Die Verwaltung hoffte eigentlich auf die Nutzungsfreigabe. Diesem Wunsch konnte der Gutachter jedoch nicht nachkommen, sondern er präsentierte eine Liste mit mehreren Mängeln. „Es gab eine Vielzahl von kleinen Problemen“, sagt Heinl. So musste beispielsweise noch ein Rauchmelder in einem Abstellraum angebracht, Hinweise zu den Rettungswegen aktualisiert, Installationsschächte rauch- und brandsicher verschlossen sowie der Feuerwehrplan ergänzt werden. Diese Mängel seien behoben, so Heinl. Jedoch gibt es noch zwei Schwerpunktprobleme, und zwar beim Brandschutz im Treppenhaus sowie bei den beiden Rettungswegen aus dem Vereinsraum.

Bis zum Umbau wurden nur das Erdgeschoss für Veranstaltungen sowie die erste Etage durch Arztpraxen genutzt. Da durch den Einzug der Bibliothek mehr Begängnis im Haupttreppenhaus zu erwarten ist, musste die Gemeinde eine Lüftungsanlage, eine sogenannte Spüllüftung, einbauen. „Ein Ventilator saugt von außen Luft an und bläst sie in das innenliegende Treppenhaus, um es im Brandfall rauchfrei zu halten“, erklärt Heinl die Funktionsweise der Anlage. Diese ist auf zwei Räume im Keller verteilt – in einem steht der Ventilator, im anderen der Schaltschrank mit der sensiblen Technik.

An der Spüllüftung hatte der Brandschutzprüfer zwei Dinge zu bemängeln. Zum einen musste die Gemeinde den Schaltschrank mit nichtbrennbaren Material nachträglich einhausen. Andererseits hatte der Gutachter Bedenken, dass der Ventilator aufgrund seiner Lage möglicherweise bei Feuer aus dem Gebäude ausweichenden Rauch ansaugen und in das Treppenhaus blasen könnte. Indem die Gemeindeverwaltung ein benachbartes Fenster zu dem Gebläse zumauern lässt, hofft Heinl, diese Bedenken aus der Welt zu schaffen.

Zu dem Vereinsraum im Dachgeschoss musste die Gemeinde zwei Rettungswege komplett neu bauen. Der erste Rettungsweg besteht aus einer Stahltreppe, die von einem feuerfesten Material ummantelt ist. Für die Hülle kam ein neuartiger Baustoff zur Anwendung. Hier forderte der Brandschutzgutachter vom Hersteller eine Garantieerklärung nach. Das Schreiben ließ jedoch einige Zeit auf sich warten und ist im Rathaus inzwischen eingetroffen. Beim zweiten Rettungsweg forderte der Gutachter den Einbau einer zusätzlichen Brandschutztür, damit die beiden Bereiche, Kinderbibliothek und Vereinsraum, besser voneinander abgeschirmt sind. Jedoch wegen langer Lieferzeiten lässt die bereits bestellte Tür auf sich warten. Wann sie in Weinböhla eintrifft, kann Heinl derzeit nicht einschätzen. Deshalb denkt er über ein Provisorium nach. Damit wenigstens die Büchereiräume bald in Betrieb gehen können, soll eine provisorische Brandschutzwand den Bibliotheksbereich vom zweiten Rettungsweg aus dem Vereinsraum trennen. Ob diese Wand aber eingebaut wird, ist noch nicht entschieden.

Derweil verlagern die Bibliotheksmitarbeiterinnen ihren Arbeitsbereich in das Erdgeschoss. Ab dem 5. Februar befindet sich die Ausleihe vorübergehend im Gesellschaftsraum des Zentralgasthofes.

Von Silvio Kuhnert

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