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Umland Wegen Kormoranen – Teichwirtschaft rechnet mit 50 Tonnen Ernteverlust
Region Umland Wegen Kormoranen – Teichwirtschaft rechnet mit 50 Tonnen Ernteverlust
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15:33 26.10.2017
Die Teichwirte Falk Herrmann (l.) und Henry Lindner flankieren Forstwirt Martin Kabowska (M.). Die kernigen Männer laden zum Abfischen nach Moritzburg ein. Quelle: Uwe Hofmann
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Moritzburg

Ein Kormoran-Fan wird aus Henry Lindner in diesem Leben nicht mehr. An dem gefiederten Fischfresser vor allem liegt es, dass die von Lindner geführte Moritzburger Teichwirtschaft in diesem Jahr wohl nur 110 Tonnen Karpfen aus ihren 24 Himmelsteichen in und um Moritzburg fischen wird. Darauf lassen die Ergebnisse aus den bisher abgefischten neun Teichen schließen, sagt Lindner. In einem durchschnittlichen Jahr landen zwischen 160 und 170 Tonnen Karpfen in den Netzen der Fischer.

Dabei sei das Wetter in diesem Jahr für die Karpfenzucht ganz in Ordnung gewesen, wie Lindner sagt. Zwischendurch habe man im August wegen zu geringer Regenfälle die Befürchtung gehabt, dass den Fischen das Wasser fehle, das habe sich nach einen Wetterumschwung aber rasch gelegt. Dass die Ernte in diesem Jahr keine herausragende wird, hatte sich da jedoch schon längst angedeutet. So gab es zu wenig Setzlinge, weil die Kormorane schon beim Lieferanten der Jungkarpfen zugeschlagen hatten. Und diese Setzlinge seien auch nicht ideal entwickelt gewesen, weil das Frühjahr 2016 zu kalt gewesen war, wie Lindner erläutert. Aus dem Teich gefischt werden die Karpfen, nachdem sie zwei Sommer erlebt haben.

Dass bis zu 300 Kormorane sich dann an den Fischteichen um Moritzburg ausgebreitet haben, hat die Sache nicht besser gemacht. Zwar dürfen die Mitarbeiter der Teichwirtschaft die Fischfresser mit sogenannten Vergrämschüssen vertreiben, bei denen ein Vogel abgeschossen wird, um alle anderen in seinem Umfeld abzuschrecken. Gebracht habe das in diesem Jahr aber wenig, wie Lindner sagt. „Die Kormorane sind kaum in großen Gruppen gekommen“, sagt er. „Das waren immer nur wenige, dafür aber an allen 24 Teichen .“ Die alle gleichzeitig zu überwachen, sei schlicht nicht möglich. Für Lindner fehlt ein praktischer Ansatz, wie mit dem Karpfenhunger der Kormorane umgegangen werden kann. „Es gibt zwar eine Bejagung, aber es werden nicht weniger Kormorane. Wir sagen immer: Zu jeder Beerdigung eines Kormorans kommen zwei neue hinzu“, sagt er.

Dennoch will die Teichwirtschaft gemeinsam mit den Staatsbetrieb Sachsenforst am Wochenende feiern. Zum Abfischen des Schlossteiches wird zum Fisch- und Waldfest geladen. Etwa 20 Tonnen Karpfen werden die Mitarbeiter am Sonnabend und Sonntag aus dem Schlossteich holen, ringsherum hat die Kulturlandschaft Moritzburg GmbH ein buntes Programm organisiert. Insgesamt 30 000 Besucher werden erwartet.

Anreise zum Fisch- und Waldfest

Mit dem Auto: Insgesamt vier Sonderparkflächen vor den Toren Moritzburgs, darunter ein Großraumparkplatz an der Erlebnisplantage Moritzburg; von dort fahren regelmäßig Shuttle-Busse zum Festgelände; Parken innerorts ist kaum möglich – Staugefahr!

Mit der VGM: Buslinie M über Meißen-Niederau-Weinböhla nach Moritzburg, Abfahrt alle zwei Stunden von 9 Uhr bis 19 Uhr ab Meißen-Roßmarkt, Rückfahrt 9.34 bis 19.34 im Zweistundentakt ab Moritzburg-Schloss

Mit der Lößnitzgrundbahn: 8.26/10.21/11.30/12.56/14.26/15.10/17.26/18.56 Uhr ab Radebeul-Ost; Rückfahrt 9.03/12.03/13.05/13.33/16.07/16.46/18.03/19.43 Uhr ab Moritzburg

Während die Teichwirtschaft mit Abfischen, Showkochen und Fischversteigerung auf Bewährtes setzt, geht der Sachsenforst neue Wege. Er versucht mit einer Technikschau Interessierte anzulocken. Gezeigt werde vor allem historisches Gerät, von den Anfängen bis in etwa zur DDR-Zeit, wie Markus Biernath, Leiter des Dresdner Forstbezirks, sagt. Bewährtes gibt es auf dem Schlossparkplatz aber auch zu erleben: Allen voran der Stand der Pilzberatung – seit Jahren sehr gefragt – hat dort seinen Standort.

Aus dem Programm

Schlossparkplatz West, Kalkreuter Straße:

Fischzüge im Schlossteich: 9 Uhr (für Frühaufsteher), 11/13/1 Uhr, moderiert von Alf Mahlo und Henry Lindner; Fischverkauf im Festzelt

Showkochen: 12-17 Uhr im Festzelt mit Daniel Fischer (Restaurant Daniel) mit Verstärkung von Uwe Haufe (Sa., Adams Gasthof) und Martin Baumgartner (So., Schlossrestaurant)

Fischversteigerung: 15.30 Uhr mit Alf Mahlo zugunsten des Albert-Schweitzer-Kinderdorfs Steinbach

Rüdenhof, Meißner Straße

Bogenschießen, Strickleiterklettern, Basteleien, Knüppelkuchen am Lagerfeuer, Leckeres aus dem Suppentopf

Lampionumzug: 17.30 Uhr Treffpunkt am Rüdenhof, ab 18 Uhr Zug zum Schloss, Abschluss gegen 18.30 Uhr mit Barockfeuerwerk auf der Nordseite des Schlosses

Schloss Moritzburg

Aschenbrödel auf der Schlossterrasse, Live-Musik mit Krambambuli

ab 11 Uhr: Schnellzeichner und Karikaturist Leonardo

12/14/16 Uhr: Historische Fechtshow mit Jean-Loup Fourure

12.30/16.30 Uhr: Greifvogelshow mit dem Jagdfalkenhof Hans-Peter Schaaf

Sa. 15 Uhr: Königlicher Empfang zum Fassbieranstich

Waldfest auf Schlossparkplatz

Historische Technikschau: Von der Schrotsäge über Zweinmannmotorsägen bis zur Elektrosäge, von der Pferderückung zum Traktoreinsatz

11 Uhr: Jagdhornkonzert (Sa.: Herbert Dießner aus Bockwen; So.: Gellertberger Jagdhornbläser)

12/15 Uhr: moderierter Rundgang über Präsentationsbereich des Sachsenforstes

Pilzberatung, Holzkunsthandwerker und Holzgestaltung u.v.m.

Außerdem

12/15.30 Uhr: Kremserfahrten zum Wildgehege mit moderiertem Rundgang, Abfahrt Schlossparkplatz

Mehr als 100 Buden an Meißner Straße und Kalkreuther Straße

Kinderseilgarten, Schiffsschaukel, Bungeetrampolin, Karussell, Riesenrad

Von Uwe Hofmann

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