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Umland Wasserspiegel bleibt zum Badesaisonstart niedrig
Region Umland Wasserspiegel bleibt zum Badesaisonstart niedrig
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15:16 15.04.2018
Aufgrund der Bauarbeiten am Umleitungsstollen der Talsperre Malter musste der Wasserspiegel abgesenkt werden, wie man hier an der Staumauer gut erkennen kann. Quelle: Kerstin Ardelt-Klügel
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Dippoldiswalde

Die Arbeiten am Umleitungsstollen der Talsperre Malter dauern länger als geplant. Als Grund gibt die verantwortliche Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) die vorgefundenen Untergrundverhältnisse an. Durch diese würden sich die Bauarbeiten schwieriger gestalten als ursprünglich angenommen. Derzeit geht die LTV von einer Fertigstellung im Juni aus.

Einbau der Talsperrenschieber dauert an

Die über 100 Jahre alte Talsperre Malter wird seit 2015 im laufenden Betrieb saniert. Rund 22 Millionen Euro wird die gesamte Maßnahme kosten.

Die Bauarbeiten am Umleitungsstollen der Talsperre Malter nahm die LTV im September vergangenen Jahres auf. Im Stollen befinden sich momentan drei Rohrleitungen mit Absperrklappen. Diese sollen durch robuste Talsperrenschieber ausgetauscht werden, um die flussabwärts gelegenen Gebiete künftig besser vor Hochwasser zu schützen.

Schussrinne der Hochwasserentlastungsanlage. Quelle: Kerstin Ardelt-Klügel

Im Zuge der Arbeiten senkte die LTV den Stauspiegel der Talsperre um 3,50 Meter ab. Wenn die Arbeiten am Umleitungsstollen beendet sind, soll das Wasser wieder in die Talsperre gelangen. Ursprünglich war der Plan der LTV, bis Mai damit fertig zu werden. Nun heißt es von der Behörde, der Anstau sei bis zum Beginn der diesjährigen Badesaison nicht zu erreichen.

Interims-Badestege werden gebaut

Trotz dieser Verzögerung setzt die Weißeritztal-Erlebnis GmbH alles daran, den Badebetrieb am 14. Mai zu starten, heißt es von der Stadtverwaltung Dippoldiswalde. Sie plant, in den Freibädern Seifersdorf und Paulsdorf interimsmäßig jeweils zwei Betonwege zum Stausee zu errichten.

Gleichzeitig wird im Freibad Malter und in Paulsdorf jeweils ein Badesteg gebaut, über den die Badegäste zum und aus dem Wasser kommen können. Der Bootssteg im Freibad Malter wird zur neuen Wassergrenze versetzt, um den Boots- und Tretbootverleih zu sichern.

Am 23. April startet Sanierung der Straßenbrücke

Mit Erreichen der normalen Stauhöhe bringt das Freibadpersonal auch die Wasserattraktionen wieder ins Wasser. Wie lange es dauert, die ursprüngliche Füllhöhe der Talsperre zu erreichen, kann die LTV noch nicht vorhersagen. „Momentan können wir noch keine Auskunft geben, da der Anstau über die Zuflüsse der Talsperre erfolgt und daher wetterabhängig ist. Wenn es viel regnet, ist die reguläre Stauhöhe natürlich schneller erreicht“, erklärt LTV-Sprecherin Britta Andreas.

Doch nicht nur die LTV ist an der Talsperre aktiv: Auch das Landratsamt Pirna hat vor, in Malter zu bauen. Am 23. April beginnt die Sanierung der Straßenbrücke über den Bormannsgrund. Die Bausubstanz der 1911 errichteten Gewölbebrücke ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Das Landratsamt fürchtet, dass die Tragkonstruktion durch eindringendes Wasser in Mitleidenschaft gezogen wird. Dies möchte der Landkreis dauerhaft verhindern. Voraussichtlich bis Ende November werden die Arbeiten andauern.

Brücke gesperrt – auch für Boote

Am 23. April wird zunächst eine provisorische Buswendeschleife an der Brücke errichtet, um den Öffentlichen Personenverkehr weiterhin zu gewährleisten. Während der Vorbereitungsarbeiten bis zum 30. April ist ansonsten nur mit geringen Verkehrseinschränkungen zu rechnen. Am 2. Mai beginnen die Bauarbeiten am Bormannsgrund. Ab dann wird die 70 Meter lange Brücke für den Fahrzeugverkehr gesperrt.

Auch Boote müssen an der Brücke umkehren: Die Backer-Bau GmbH lässt Gerüste an der Unterseite der Brücke montieren, wodurch das Areal auf Wasserwegen nicht befahren werden darf. Das Landratsamt empfiehlt den Bootseigentümern, bei Bedarf rechtzeitig zu anderen Liegeplätzen außerhalb des Bormannsgrundes auszuweichen.

Die Schadenssanierung führt das Unternehmen Backer-Bau GmbH Hainichen aus, rund 1,3 Millionen Euro sind veranschlagt. Die finanziert der Landkreis zu 90 Prozent aus der Richtlinie „Kommunaler Straßen- und Brückenbau“ des Freistaates. Für die restlichen rund 200 000 Euro werden Eigenmittel des Landkreises eingesetzt.

Von Junes Semmoudi

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