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Umland Wasapark wird zum Wohnquartier
Region Umland Wasapark wird zum Wohnquartier
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17:43 29.11.2018
Von den drei Gebäuderiegeln auf dem Wasaprk-Areal soll nur das „Blaue Haus“ an der Meißner Straße stehen bleiben. Quelle: Foto: Jürgen-M.Schulter/Archiv
Radebeul

Wohnen statt Gewerbe – auf diese Kurzformel lassen sich die Pläne für das Wasapark-Areal in Radebeul bringen. Rund 200 Wohnungen sollen auf der Fläche mit dem Bürogebäudekomplex aus den 1970er Jahren an der Meißner Straße entstehen. Geschlossen verabschiedete der Stadtrat am Mittwochabend einen sogenannten städtebaulichen Rahmenplan zur Umgestaltung und Neubebauung hinter dem blauen Sechsgeschosser, in dem sich bis 2016 das DDR-Museum befand. Von einer „Stadtreparatur“ sprach CDU-Stadtrat Jens Baumann.

Beseitigung eines Schandflecks

Allgemein waren die Bezeichnungen für die Gebäude des einstigen VEB Kraftwerksanlagenbau auf dem Areal Meißner -,Wasa- und Pestalozzistraße nicht schmeichelhaft, die auf der Sitzung fielen. Als „Schandfleck“, „Fremdkörper im Stadtgefüge“ wegen ihrer Größe oder „städtebaulicher Missstand“ wurden die drei bis zu 88 Meter langen und 21 Meter hohen Riegel bezeichnet. Neben den drei großen Gebäuden – die wegen ihrer Fassadenfarbe auch Blaues, Rotes und Weißes Haus genannt werden – gehören noch vier kleinere zu dem Komplex. Rund 15000 Quadratmeter Mietfläche stehen dort aktuell für eine gewerbliche Nutzung zur Verfügung. Doch die meisten Räume sind verwaist aufgrund fehlender Mieter.

Die Gebäude im DDR-Industriebau-Schick der 1970er Jahre sind der Stadtverwaltung schon lange Zeit ein Dorn im Auge. Daher setzte sie sich vor einem Jahr mit den Eigentümern, die im europäischen Ausland leben, wie Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) informierte, an einen Tisch, um Pläne für eine Neubebauung des Areals zu schmieden. Die Grundstückseigentümer holten das Architekturbüro IPROconsult GmbH aus Dresden ins Boot, das den städtebaulichen Rahmenplan erarbeitete.

In drei Phasen soll sich das Areal von der Büro- hin zu einer Wohnnutzung entwickeln. Zunächst ist der Abriss des „Weißen Hauses“ auf der Ostseite des Grundstückes geplant. An dessen Stelle und auf dem sich daneben befindlichen Parkplatzgelände entstehen mehrere Mehrfamilienhäuser in lockerer Bebauung. Sie werden drei Geschosse hoch plus einem Staffel- oder Dachgeschoss sein.

In der zweiten Phase ist das „Blaue Haus“ an der Reihe. Dieses soll nicht fallen, sondern als Lärmschutz für die neue Wohnsiedlung dahinter stehen bleiben, jedoch eine Aufhübschung erfahren. Von den sechs Geschossen wird das oberste komplett zurückgebaut. Das fünfte wird teilweise abgerissen. Es bleibt nur ein zurückgesetzter und verkürzter Staffelgeschossaufbau stehen, der von der Meißner Straße aus nicht weiter zu sehen ist und Penthouse-Wohnungen beherbergen wird. Auch das Erdgeschoss wird eingerückt. So entsteht eine freistehende Arkade an der Straßenfront zur Meißner. Auch die Fassade wird neu gestaltet.

Realisierung erfolgt in drei Etappen

In der letzten Phase erfolgt der Abriss des „Roten Hauses“, in dem sich derzeit noch das Stadtarchiv und das Arbeitsamt befinden. Es macht wie das „Weiße Haus“ ebenfalls Platz für Mehrfamilienhäuser. Ihre Pkw können die künftigen Bewohner der insgesamt rund 200 neuen Wohnungen in zwei Tiefgaragen parken. Die Investitionssumme liegt geschätzt bei rund 40 Millionen Euro.

Der städtebauliche Rahmenplan bildet die Grundlage für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, der als nächster Schritt erarbeitet werden soll. Die Realisierung des Gesamtprojektes wird sich über mehr als zehn Jahre erstrecken. Abriss und Neubebauung des Bereichs „Weißes Haus“ ist bis 2022 vorgesehen. Das „Blaue Haus“ soll bis 2025 kleiner und ansehnlicher werden. Beim „Roten Haus rücken die Abrissbagger nach jetzigem Stand nicht vor 2030 an.

Von Silvio Kuhnert

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