Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -1 ° Schneeschauer

Navigation:
Google+
Wanderführer holt alten Kammweg zurück ins Bewusstsein

Buchtipp Wanderführer holt alten Kammweg zurück ins Bewusstsein

Was für ambitionierte Wanderer der Rennsteig in Thüringen ist, war einst der am Jeschkengipfel beginnende und über die Bergkämme und Gipfel Nordböhmens und des Zittauer Gebirges bis in die Böhmische Schweiz führende Kammweg. Und er könnte es wieder werden.

Voriger Artikel
Bekommt Kamenz wieder ein Freibad?
Nächster Artikel
Hölzerne Eule wacht über neue Picknickecke auf Schloss Klippenstein


Quelle: Bernd Lichtenberger

Dresden. Was für ambitionierte Wanderer der Rennsteig in Thüringen ist, war einst der am Jeschkengipfel beginnende und über die Bergkämme und Gipfel Nordböhmens und des Zittauer Gebirges bis in die Böhmische Schweiz führende Kammweg. Und er könnte es wieder werden. In diese Richtung zielt der jetzt im Dresdner Berg- & Naturverlag Rölke erschienene Kammwegführer „Vom Jeschken zum Rosenberg“. In der von den Rölkeschen Natur- und Wanderführern bekannten Manier stellt das handliche Buch acht Wanderrouten in besagten Gebirgen vor und verbindet das mit zahlreichen Erläuterungen über die Geschichte der Aussichtstürme und Bergbauten sowie naturkundlichen Besonderheiten der beschriebenen Gegend. Nicht zuletzt ist das der Sachkenntnis der beiden Mitautoren Manfred Schober aus Sebnitz und Karl Stein aus Děčín zu danken.

Die Idee, den Kammweg als Wegstrecke für Wanderer zu kreieren und ihn dann auch entsprechend zu vermarkten, ist nicht neu. Sie wurde schon vor 115 Jahren geboren, wie Peter Rölke in seinem neuen Wanderbuch einräumt. Im April 1902 hatten sich Vertreter der in der Oberlausitz und in Nordböhmen bestehenden Gebirgsvereine in Warnsdorf getroffen und dieses Projekt angeschoben. Schon zwei Jahre später wurde der damals 60 Kilometer lange, vom Jeschken zum Rosenberg führende und mit einem blauen Kammzeichen auf weißem Grund markierte Kammweg der Öffentlichkeit empfohlen. Das Angebot wurde dankbar angenommen, denn zahlreiche Aussichtstürme sorgten - das richtige Wetter vorausgesetzt - für hervorragende Fernsichten. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg geriet der Kammweg für etliche Jahrzehnte in Vergessenheit. Auch die blaue Kamm-Markierung gibt es heute nur noch an wenigen Stellen. Meist dominiert die in Tschechien für Fernwanderwege übliche rote Strichmarkierung. Der genaue Wegeverlauf von damals wird bei Rölkes Wanderempfehlungen ebenfalls nicht hundertprozentig beibehalten, weil hier und da inzwischen optimalere Wegeverbindungen über den Kamm entstanden.

Da Anfangs- und Endpunkt des jetzt etwa 110 Kilometer langen Kammweges naturgemäß unterschiedlich ausfallen, wurde der Wanderführer für die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln konzipiert. Auf ihm können aber auch Mehrtagestouren von sechs oder acht Tagen oder in Abschnitten von jeweils zwei bis drei Tagen unternommen werden. Deshalb bietet das Buch zum Schluss auch eine Übersicht über die sich für eine Übernachtung anbietenden Pensionen und Hotels.

„Vielleicht kann auch dieser Kammweg-Wanderführer einen kleinen Teil dazu beitragen, den im früheren Deutschböhmen traditionsreichen Kammweg vom Jeschken zum Rosenberg wieder stärker ins Bewusstsein der Wanderer zu rücken“, hofft dessen Autor Peter Rölke.

Der Kammführer (ISBN 978-3-934514-38-6) im Format 13 x 19 cm hat 192 Seiten und ist mit 97 Farbfotografien, 45 Schwarz-Weiß-Fotografien sowie mit der Wiedergabe historischer Dokumente und historischen Postkarten illustriert (20 Kartenzeichnungen helfen bei der Orientierung) und kostet 18,90 Euro.

Von Berd Lichtenberger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Umland

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

21.01.2018 - 08:21 Uhr

Pech im Neunmeterschießen : Knappe Finalniederlage gegen den JFC Jena

mehr