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Umland Wanderer an der Lochmühle von Steinschlag bedroht
Region Umland Wanderer an der Lochmühle von Steinschlag bedroht
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17:04 07.07.2017
Mit Warnschildern weist Hermann Häse (oben) Wanderer an der Lochmühle auf die Gefahren hin (Bild links), die von der Felswand und einer Trockenmauer oberhalb des Liebethaler Grundes ausgehen. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert; Marko Förster

Vor rund einem Jahr musste der Malerweg an der Lochmühle gesperrt werden. Erst seit vier Monaten ist der beliebte Wanderweg am einstigen Gasthaus, in dem bereits der Komponist Richard Wagner eingekehrt war, wieder passierbar. Die Gefahr, die von dem stark verfallenen Gebäude ausging, hat Grundstückseigentümer und Investor Hermann Häse durch eine Notsicherung gebannt. Nun droht neues Ungemach, dieses Mal vom steilen Felshang. „Es kam wiederholt zu Steinschlägen“, berichtet der bekennende Wagnerianer, dem die Lochmühle seit März dieses Jahres gehört, der sie wieder aufbauen und über einen Panorama-Fahrstuhl mit einem Vier-Sterne-Hotel oberhalb des Felsen verbinden möchte.

Eine erneute Sperrung des Malerweges plant Häse zunächst nicht. Aber auf Dauer ausschließen kann er diese Option nicht. „Es muss immer wieder aufs Neue abgewogen werden“, sagt der 76-Jährige. Denn von einer Trockenmauer unterhalb der Kante der Richard-Wagner-Straße über dem Liebethaler Grund gehe Gefahr aus. „Sie stammt aus dem Jahr 1896“, so Häse. Wiederholt haben sich Steine gelöst. Ein Brocken, der auf dem Wanderweg an der Lochmühle landete, wog um die 50 Kilogramm. Zum Schutz von Wanderern und Spaziergängern ließ Häse bereits vor Ostern einen Schutzzaun errichten. Zudem mahnt er mit Warnschildern Passanten zur besonderen Vorsicht.

Dass sich immer wieder Steine von der Trockenmauer lösen, liegt laut Häse zum einen an dem Alter. Das Wurzelwerk von Bäumen haben dem über 100 Jahre alten Bauwerk zugesetzt. Zur Erosion tragen andererseits Wind und Frost ihren Anteil bei. Aber nicht nur die Mauer sei porös. Häse liegen Gutachten vor, wonach auch von der Felswand Brocken abzustürzen drohen. „Es ist Gefahr in Verzug“, meint der Investor, der in den Startlöchern steht, Arbeiten zur Felssicherung vornehmen sowie die kaputte Trockenmauer abtragen zu lassen.

Der Landesdirektion Sachsen gegenüber hat Häse sein Vorhaben kurzfristig angekündigt. Doch der bestellte Minibagger muss am Abzweig zur Lochmühle an der Richard-Wagner-Straße im Lohmener Ortsteil Mühlsdorf stehen bleiben. Die Landesbehörde hat jegliche Bauarbeiten an den Trockenmauern oberhalb der Lochmühle untersagt. Dem Grundstückseigentümer liege keine Genehmigung durch die zuständige Naturschutzbehörde vor, teilte die Behörde mit (DNN berichteten).

Als dies Häse hörte, machte er sich noch am selben Tag zur Landesdirektion auf. Im Gepäck hatte er Bauunterlagen sowie die Gutachten, die die Gefahren belegen sollen, die von Trockenmauer und Felswand ausgehen. „Ich habe einen Antrag auf naturschutzrechtliche Genehmigung gestellt“, berichtet Häse. Es kam zu einem persönlichen Gespräch von rund einer Stunde. „Es war sehr konstruktiv“, so der Unternehmer vom Sternzeichen Widder.

Wie die Landesdirektion mitteilt, möchte die Behörde zeitnah prüfen, inwieweit von den Trockenmauern sowie den umgebenden Felswänden tatsächlich eine Gefahr ausgeht, die die angekündigten Arbeiten erfordern. „Zu dieser Prüfung werden Geologen und Baustatiker hinzugezogen“, so die Genehmigungsbehörde.

Häse hofft, dass er eine Erlaubnis für die Sicherungsarbeiten schnellstmöglichst erhält. Während der Bauzeit muss der Malerweg an der Lochmühle für reichlich zwei Monate gesperrt werden.

Von Silvio Kuhnert

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