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Umland Waldbrand in Sächsisch-Böhmischer Schweiz unter Kontrolle
Region Umland Waldbrand in Sächsisch-Böhmischer Schweiz unter Kontrolle
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18:59 12.10.2018
Gemeinsam gelang es deutschen und tschechischen Feuerwehrleuten, das Feuer einzudämmen. Am Wochenende stehen allerdings noch Restlöscharbeiten an. Quelle: Marko Förster
Rosenthal-Bielatal/Decin

Ein Waldbrand auf tschechischer Seite nahe Rosenthal-Bielatal hat die Feuerwehr am Donnerstag und Freitag in Atem gehalten. Den Feuerwehrleuten aus Tschechien kamen Einsatzkräfte aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zur Hilfe, um die Flammen vereint in den Griff zu bekommen. Am Freitagnachmittag konnte der Brand zwar weitgehend eingedämmt werden. Dennoch dauern die Restlöscharbeiten wohl noch das ganze Wochenende lang an, teilt der Forstbezirk Neustadt mit.

Das Feuer war am Donnerstagnachmittag ausgebrochen und loderte schnell auf einer rund 25 Hektar großen Fläche. Die Brandstelle liegt im Bereich des Hohen Schneebergs bei Decin, gut 400 Meter von der deutschen Grenze entfernt.

Feuer auf extrem unzugänglichem Gelände

Noch am Donnerstagabend und in der Nacht wurden erste Schlauchleitungen zum Löschen aufgebaut. Schnell zeigte sich allerdings, dass sich der Feuerwehreinsatz als äußerst schwierig gestalten würde. Die Einsatzkräfte bekamen den Brand auf dem Felsplateau daher erst relativ spät unter Kontrolle. Die Flammen in extrem unzugänglichem Gelände mussten mit Hilfe eines Helikopters bekämpft werden. Zeitweise sah es sogar so aus, als könnte der starke Ostwind die Lage verschlimmern und das Feuer bis nach Deutschland ausbreiten lassen. Um dies zu verhindern und die Flammen aus der Luft zu löschen, wurde ein Spezialflugzeug aus Pilsen angefordert.

Die knapp 70 tschechischen Feuerwehrleute erhielten am Freitag die Unterstützung von 13 sächsischen Wehren. Unter anderem wurden Einsatzkräfte aus Königstein und Rosenthal-Bielatal alarmiert. Insgesamt waren fast 100 deutsche Feuerwehrleute am grenzüberschreitenden Einsatz beteiligt. Sie bauten eine stabile, zwei Kilometer lange Wasserversorgung von einem nahegelegenen Bach zur Brandstelle auf. Auch der Bürgermeister von Rosenthal-Bielatal, Gebhard Moritz, sah sich in der Pflicht zu helfen: Der CDU-Politiker versorgte die Einsatzkräfte aus beiden Nachbarländern mit Kartoffelsuppe und Brot.

Gebiet großräumig meiden

Weil sich die Glut laut Angaben der Einsatzkräfte in die Tiefen des Waldbodens ausgebreitet hat, sind am Wochenende weitere Restlöscharbeiten erforderlich. Am Wochenende wollen die deutschen Einsatzkräfte ihren tschechischen Kollegen bei der Bekämpfung der übrigen Glutnester helfen. Die Gefahr ist noch nicht gebannt, betont das Landratsamt Pirna. „Es wird darum gebeten, das Gebiet ab Ottomühle Richtung Grenzplatte am Wochenende großräumig zu meiden“, so Landkreis-Sprecherin Maria Ehlers.

Zur Ursache des Brandes soll in den kommenden Tagen ermittelt werden – denn eigentlich ist die Waldbrandgefahr im Areal um Rosenthal-Bielatal aktuell recht gering: In den meisten umliegenden Wäldern galt am Freitag nur Gefahrenstufe 2.

Von Junes Semmoudi und Marko Förster

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