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Umland WSR muss bis Ende 2018 noch 320 Grundstücke ans Abwassernetz anschließen
Region Umland WSR muss bis Ende 2018 noch 320 Grundstücke ans Abwassernetz anschließen
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08:20 15.08.2017
Auch der Bau an der Kottenleite gehört zum Abwasserbeseitigungskonzept. Quelle: Uwe Hofmann
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Radebeul

Knapp 150 aus 470 – diese Zahlen treiben Olaf Terno, Geschäftsführer der Wasserversorgung und Stadtentwässerung Radebeul (WSR) die Sorgenfalten in die Stirn. 470 Haushalte sollte die WSR laut Abwasserbeseitigungskonzept seit 2015 an das Abwassernetz abschließen. Bei rund 150 hat sie das bisher geschafft. Für den Rest bleibt nur noch wenig Zeit: Bis Ende 2018 steht im Vertrag, den Stadt, WSR und die untere Wasserbehörde geschlossen haben. „Das ist ambitioniert“, sagt WSR-Chef Terno mit knappen Worten zum Zeitplan.

Der Zeitdruck hat vor allem einen Grund: Der Freistaat drückt in Sachen sauberer Entsorgung auf die Tube. Eigentlich sollte bis Ende 2015 die gesamte Abwasserbehandlung in Sachsen auf modernen Stand gebracht werden. Das bedeutet für Hauseigentümer, dass sie eine abflusslose Grube oder eine vollbiologische Kläranlage installieren müssen, oder dass ihr Grundstück an die zentrale Abwasserversorgung angeschlossen wird. Da man in Radebeul den Ausbau des Abwassernetzes für die beste Variante hielt, hat man ein besonders üppiges Ausbauprogramm aufgelegt. Aufgenommen wurde fast jeder Straßenzug, der irgendwie ans Netz angeschlossen werden kann. „Fast alle liegen im Oberland“, sagt WSR-Chef Terno. Dort sind die Bodenverhältnisse wegen des felsigen Untergrunds schwierig, die Baustelleneinrichtung wegen der Enge kompliziert.

Das Programm war bis 2015 nicht zu schaffen, weshalb Radebeul einen Zuschlag bis Ende 2018 erhalten hat. Droht man in Radebeul die nächste Frist zu reißen? Terno will darüber nicht spekulieren. Man tue das Möglichste, sagt er.

Fraglich, ob das angesichts der noch ausstehenden Investitionen in Höhe von rund fünf Millionen Euro genug ist. Dabei hängen Verzögerungen oft genug an Umständen, die von der WSR nicht kontrolliert werden. Zum Beispiel an der Meißner Straße in Zitzschewig. Dort muss ein neuer Kanal mit größeren Dimensionen verlegt werden, damit später Grundstücke am Spitzgrundweg und der Mittleren Bergstraße ans Abwassernetz angeschlossen werden können. 2016 sollte das geschehen, musste aber wegen ausbleibender Fördermittel für den gleichzeitig geplanten Straßenbau verschoben werden. Jetzt ist der Förderbescheid da, aber ein Bauzeitpunkt steht wegen Problemen bei der Umleitungsplanung in den Sternen.

Ein anderes Problem zeigt sich an der Winterkehle und dem Kapellenweg. Dort sollen Grundstücke über eine Druckleitung über den Bischofsweg ans Netz angeschlossen werden. Die Eigentümer wehren sich dagegen, weil sie keine dafür benötigten Pumpen auf ihren Grundstücken wollen. „Deren Betrieb kostet vielleicht zehn bis 15 Euro im Jahr“, sagt Terno. Die Alternative wäre eine Leitung mit freiem Gefälle über den Kapellenweg. Knapp eine halbe Million Euro würde die kosten, weil dafür Straßenbahngleise und Meißner Straße durchörtert werden müssen. Die Druckleitung kostet dagegen mit rund 230 000 Euro nicht einmal die Hälfte. „Wir müssen auf die Wirtschaftlichkeit achten, weil alle unsere Bauvorhaben über Entgelte von der Allgemeinheit finanziert werden“, sagt Terno. Dennoch musste das Projekt für 2017 ausgesetzt werden. Nach weiteren Verhandlungen, in denen man den Hausbesitzern finanziell entgegenkommen wolle, hofft er, 2018 bauen zu können.

Weitere Probleme gibt es an der an der Morgenleite und am Ginsterweg, wo die Stadt mit dem benötigten Grunderwerb noch keinen Erfolg hatte und auch an der Jägerhofstraße, zu der es unter anderem deshalb noch keine klaren Vorstellungen gibt, weil die Straße wegen anderer Bauvorhaben als Umleitungsstrecke benötigt werde, wie Terno sagt. Bei der Erschließung gehe es „um die letzten Zippel“, fügt er an. Und an die sei kein leichtes Herankommen.

Von Uwe Hofmann

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