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Vorsichtige Entwarnung im sächsischen Giftweinskandal

Keine verbotenen Pflanzenschutzmittel im 2016er Sachsenwein Vorsichtige Entwarnung im sächsischen Giftweinskandal

Die strengen Kontrollen der Behörden im Weinskandal zeigen erste Wirkung. Wie das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mitteilte, sind in bei den jüngsten Untersuchungen von Rebstöcken keine Rückstände der im Weinbau verbotenen Pflanzenschutzwirkstoffe Dimethoat und Iprodion mehr festgestellt worden.

Das Landesumweltamt hat viele sächsische Trauben vor der Lese genauer unter die Lupe genommen. Verstöße gegen Pflanzenschutzvorgaben wurden in diesem Sommer keine festgestellt.

Quelle: Lars Müller

Meissen. Die strengen Kontrollen der Behörden im Weinskandal zeigen erste Wirkung. Wie das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mitteilte, sind in bei den jüngsten Untersuchungen von Rebstöcken keine Rückstände der im Weinbau verbotenen Pflanzenschutzwirkstoffe Dimethoat und Iprodion mehr festgestellt worden. Damit bleibt es bei neun Traubenerzeugern und einem Küfermeister, die in der Vergangenheit mutmaßlich verbotene Mittel eingesetzt haben. Bei zwei weiteren Traubenerzeugern wurden Rinden von Rebstöcken negativ getestet, es wurden also keine verbotenen Spritzmittel nachgewiesen.

Selbst die Trauben auf dem im vergangenen Jahr mutmaßlich gespritzten Flächen können nach bisherigen Erkenntnissen in diesem Jahr gekeltert werden. Das LfULG hat in einem der vor knapp einem Jahr zuerst aufgefallenen Betriebe mit Zustimmung des Inhabers die Entwicklung der Dimethoat-Rückstände in Rinde, Blatt und Trauben regelmäßig überprüft. Das Ergebnis: „Die vier zwischen März und Ende Juli gezogenen Rindenproben belegen einen kontinuierlichen Rückgang der analysierten Dimethoat-Rückstände in der Rinde auf ein Viertel des Ausgangswertes“, so eine Sprecherin des Amtes. Außerdem seien zwischen Mai und Ende Juli drei Blatt- und zwei Traubenproben entnommen worden. „Weder in den Blättern noch in den Trauben konnten dabei Dimethoat-Rückstände über der Bestimmungsgrenze (0,01mg/kg) festgestellt werden.“ Gleiches gelte für weitere acht bei anderen Traubenerzeugern entnommene Blatt- beziehungsweise Traubenproben. „Es bestehen für das LfULG auf Grund der bislang entnommenen Blatt- und Traubenproben keine Anhaltspunkte für die Annahme, dass aus Anwendungen in den Jahren 2015 oder früher herrührende Dimethoat-Rückstände in der Rinde der Weinstöcke zu einer über der Bestimmungrenze liegenden Dimethoat-Belastung von Keltertrauben des Jahrgangs 2016 führen“, so die Behörden. Damit könnnen die betroffenen Traubenproduzenten ihre Trauben regulär vermarkten – sofern freilich Kellereien an diesem Lesegut überhaupt Interesse haben.

Und noch eine Entwarnung gibt das Landesumweltamt: Der Verdachtsfall gegen eine siebte Kellerei hat sich nicht erhärtet. Hier war ein in Deutschland nicht zugelassenes Pilzmittel gegen Fäulniserreger in einer Weinprobe der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheitswesen aufgefallen. Weitere Proben desselben Weines wiesen aber keine Rückstände auf. Zudem seien Rebstöcke und der Betrieb selbst intensiv kontrolliert worden. „Anhaltspunkte für die Anwendung eines nicht im Weinbau zugelassenen fungiziden Wirkstoffes wurden dabei nicht festgestellt.“

Das LfULG betonte zugleich, man werde die verstärkten Kontrollen in den Weinbaubetrieben auch in der Lesezeit beibehalten. Aktiv geworden ist auch der Landkreis Meißen: Inzwischen hat die Lebensmittelüberwachung nach eigenen Angaben 31 Kellereien angeschrieben und aufgefordert, sie mögen für die bevorstehenden Traubenannahme ein Eigenkontrollkonzept erarbeiten. Auch völlig korrekt arbeitende Betriebe, die nie aufgefallen sind, erhielten diese Hinweise. Man wolle damit künftigen Verstößen vorbeugen, hieß es zur Begründung aus dem Landratsamt.

Von Lars Müller

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