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Vorbereitungen zum Bau der Südumfahrung Pirna sind gestartet

Wirtschaft und Verkehr Vorbereitungen zum Bau der Südumfahrung Pirna sind gestartet

Die rund vier Kilometer lange Südumfahrung Pirna berührt den Lebensraum von Fledermäusen und Brutvögeln. Bevor der Bau der Trasse beginnen kann, werden für die Tiere Ausweichhabitate geschaffen.

Baumpflanzen für die Südumfahrung: Peter Liebers von Bürgerinitiative „Südumfahrung jetzt!“, Barbara Fahland, Klaus Brähmig und OB Klaus-Peter Hanke (v.l.n.r).

Quelle: Silvio Kuhnert

Pirna. Der Bau der Südumfahrung Pirna kündigt sich an. Das Pflanzen eines Birnbaums beim Lindigt-Gut bildete am Dienstag quasi den symbolischen Startschuss. „Das sind zunächst vorbereitende Maßnahmen“, berichtete Barbara Fahland, die das Projekt bei der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) leitet. Bei dem einen Baum soll es nicht bleiben, sondern Baumreihen und Gehölzflächen werden folgen.

Bevor im Sommer kommenden Jahres mit der Herstellung der Brücken über Seidewitz und Zehistaer Straße (S 173) der eigentliche Bau der rund vier Kilometer langen Strecke beginnen kann, stehen in den nächsten Wochen Vorhaben für den Natur- und Umweltschutz entlang der künftigen Trasse an. „In Pirna gibt es viele Fledermausarten“, informierte Deges-Projektleiterin Fahland. Und für diese muss eine sogenannte Leitstruktur aus Bäumen und Sträuchern angelegt werden, damit sie künftig den Durchlass im Damm unter der Straße finden, der im Seidewitztal errichtet wird.

Die künftige Südumfahrung berührt auf ihrem Streckenverlauf ab dem Autobahnzubringer in Höhe Feistenberg, über das Seidewitztal, einen Tunnel durch den Kohlberg sowie mit dem imposanten Brückenbauwerk über das Gottleubatal – mit 918 Meter Länge und 68 Meter Höhe – bis zur jetzigen B 172 auf dem Sonnenstein nicht nur den Lebensbereich von Fledermäusen. Auch für Brutvögel muss die Deges ein Ausweichhabitat schaffen. Dazu legt sie südlich des Kohlbergs eine rund 16,2 Hektar große Offen- und Halboffenlandschaft an. Innerhalb dieser Fläche wird zudem ein Teich ausgegraben.

Die nun begonnenen Ausgleichs- bzw. Kompensationsmaßnahmen dauern voraussichtlich bis Anfang Februar an. In dieser Zeit werden 29 Hochstämme gepflanzt. Darunter befinden sich zehn Obstbäume wie Holzapfel und Wildbirne sowie 19 heimische mittel- bis großkronige Laubbäume wie Vogelkirsche, Stieleiche, Rotbuche, Spitzahorn und Eberesche. Außerdem werden 6900 Sträucher und Heister gepflanzt. Die Ausgleichsmaßnahmen kosten rund 198000 Euro.

„Es ist ein wunderschöner Moment, für den es sich zu kämpfen gelohnt hat“, meinte OB Klaus-Peter Hanke (parteilos) bevor er zum Spaten für das Pflanzen des ersten Baumes griff. Er rief das lange Ringen um die Südumfahrung in Erinnerung. Anfang 2010 begann das Planfeststellungsverfahren, das im vergangenen Jahr zum Abschluss kam. Seit das Bundeswirtschaftsministerium für die Realisierung 97 Millionen Euro im vergangenen September freigegeben hat, steht dem Projekt nichts mehr im Wege.

In 2022 sollen die ersten Fahrzeuge über die Trasse rollen, die Pirnas Innenstadt vom Durchgangs- und Schwerlastverkehr entlasten soll. CDU-Bundestagsabgeordneter spricht von einem kleinen Konjunkturprogramm für die Region. Denn die vielen Bauleute werden in den nächsten fünf Jahren für Essen und Übernachtung Geld in der Region lassen.

Von Silvio Kuhnert

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