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Vier sächsische Weine mit verbotenem Fungizid gesperrt

Giftwein-Skandal Vier sächsische Weine mit verbotenem Fungizid gesperrt

Die verschärften Weinkontrollen in Sachsen zeigen offenbar Wirkung: Neben den Rückständen des im Weinbau verbotenen Insektizids Dimethoat wurden nun auch Spuren eines verbotenen Fungizids gefunden. Das Landratsamt in Meißen erklärte, es seien vier Weine mit dem Wirkstoff Iprodion entdeckt worden.

Meißen. Die verschärften Weinkontrollen in Sachsen zeigen offenbar Wirkung. Neben den Rückständen des im Weinbau verbotenen Insektizids Dimethoat wurden nun auch Spuren eines verbotenen Fungizids gefunden. Das Landratsamt in Meißen erklärte auf Anfrage, es seien vier Weine mit dem Wirkstoff Iprodion entdeckt worden. Das Mittel wirkt gegen den Fäulniserreger Botrytis, ist aber im Weinbau nicht mehr zugelassen.

Es handele sich um einen Zufallsfund, heiß es. Die Weine seien nie in den Verkauf gelangt und inzwischen gesperrt, so eine Kreissprecherin. Deshalb werde auch der betroffene Betrieb nicht genannt. Dem Vernehmen nach handelt es sich aber um ein Unternehmen, das nicht mit dem Dimethoat-Skandal in Verbindung stehen soll. Laut Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie wirkt der Betrieb konstruktiv an der Aufklärung mit. Er habe eine von einem Vorgänger zurückgelassene Restmenge des Fungizids auf neu übernommenen Teilflächen eingesetzt. Dabei handele es sich um eine Ordnungswidrigkeit.

Das sächsische Verbraucherschutzministerium teilte unterdessen mit, in dieser Woche sei ein routinemäßiges Sonderprüfungsprogramm „zu spezifischen sächsischen Problemlagen“ gestartet worden, das sich in diesem Jahr mit dem sächsischen Wein beschäftige. Ziel sei es, so ein Ministeriumssprecher, die hohe Qualität sächsischer Weine und die redliche Arbeit der allermeisten Winzer amtlich zu belegen und somit das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen. Rund 40 Weingüter sollen bis zum dritten Quartal überprüft werden. Die Auswahl der Betriebe erfolgt nach einer Risikoabschätzung. Berücksichtigt würden dabei zum Beispiel die Anzahl der angebotenen Weine, der Anteil zugekaufter Trauben, die Anzahl der Zulieferer an Trauben und vorhandene Eigenkontrollergebnisse.

Unklar ist weiterhin, wann die Genossenschaft von Problemen bei ihren Weinen erfahren hat. In einem internen Brief aus dem März an die Genossenschaftswinzer schreibt Geschäftsführer Lutz Krüger, am 26. Januar durch eine Presseanfrage erstmals davon gehört zu haben, dass in einem anderen Weingut Rückstände von Pflanzenschutzmitteln bekannt wurden. Laut Verbraucherschutzministerium hat die Lebensmittelüberwachung jedoch schon am 22. Januar Ermittlungen bei der Winzergenossenschaft aufgenommen. Den Behörden lagen am 21. Oktober 2015 Erkenntnisse über einen belasteten Wein in einer Privatkellerei vor. Die Ermittlung einer möglichen Verbindung zwischen dem Traubelieferanten und einem Genossenschaftswinzer dauerte Wochen. Der Traubenerzeuge hatte dann im Februar offen eingeräumt, seine Trauben nicht selbst gespritzt zu haben.

Von Lars Müller

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