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Verkehrsplaner schlagen Parkgebühren in Radebeul Ost und West vor

Kostenloses Parken vor dem Aus!? Verkehrsplaner schlagen Parkgebühren in Radebeul Ost und West vor

Laut neuem Verkehrsentwicklungsplan der Lößnitzstadt könnte das Parken in Radebeul Ost und West künftig was kosten. Denn in dem Papier wird die Einführung von Parkgebühren vorgeschlagen. Grund sind die nicht ausgelasteten Parkhäuser.

Im Gegensatz zum kostenpflichtigen Parkhaus im Hintergrund ist auf den gebührenfreien Stellplätzen am Kulturbahnhof tagsüber kaum eine Lücke zu finden.
 

Quelle: Silvio Kuhnert

Radebeul.  Das Parken ist rund um den Bahnhof Radebeul-Ost sowie entlang der Hauptstraße derzeit kostenfrei. Dies muss nicht so bleiben. Denn im aktuellen Entwurf zur Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes (VEP) der Lößnitzstadt, der gegenwärtig im Rathaus zur Einsichtnahme und für Stellungnahmen ausliegt, wird die Einführung von Parkgebühren vorgeschlagen. Grund ist das Parkhaus über dem Rewe-Markt.

Tagsüber ist es oft schwer, einen Stellplatz am Kulturbahnhof zu bekommen. Augenscheinlich stelle die Verfügbarkeit ausreichender Parkraum-Kapazitäten ein Problem dar. „Allerdings ist im Parkhaus an der Hauptstraße keine große Auslastung gegeben“, stellt das IVAS Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -systeme aus Dresden, das den VEP im Auftrag der Stadtverwaltung erarbeitet hat, in dem Papier fest. Als Grund, warum die überdachten Stellplätze weniger in Anspruch genommen werden als die jeglicher Witterung ausgesetzten Flächen auf dem Bahnhofsplatz sowie entlang der Straßen, machen die Verkehrsexperten die dort erhobenen Gebühren aus. Damit die Akzeptanz des Parkhauses bei Kraftfahrern wächst, unterbreiten sie zwei Vorschläge: Zum einen soll die Verwaltung mit der Händlerschaft darüber verhandeln, ob nicht sie die Gebühren im Parkhaus übernehmen wollen. Anderseits ist alternativ „die Bewirtschaftung des vorhandenen Parkraumes mit gebührenpflichtigen Parken zu diskutieren“, heißt es in dem Papier.

Das Wort „Parkraumbewirtschaftung“, was in Amtsstuben immer dann fällt, wenn es um die Einführung von kostenpflichtigen Parkplätzen geht, taucht in der Studie auch im Zusammenhang mit dem Zentrum von Radebeul-West auf. „Der ruhende Verkehr im Umfeld der Bahnhofstraße sowie in Altkötzschenbroda ist augenscheinlich von einem Mangel an Kapazitäten geprägt“, so die Verkehrsplaner. Um Abhilfe zu schaffen, schlagen sie die Erstellung eines Parkraumbewirtschaftungskonzeptes für das Gebiet von der südlichen Moritzburger bis zum Dorfanger Altkötzschenbroda vor. Als Ziel nennen sie erneut die „Erhöhung der Vermarktungspotenziale der Stellplätze im bestehenden Parkhaus“ an der Güterhofstraße. Dafür soll wie in Radebeul-Ost über die Einführung des Gebührenparkens diskutiert werden.

Die Lößnitzstadt stellte erstmals einen VEP Mitte der 1990er Jahre auf. 2004 wurde er schon einmal überarbeitet. Weil sich die verkehrlichen Rahmenbedingungen verändert und weiterentwickelt haben – so wurde beispielsweise im zurückliegenden Jahrzehnt die neue Elbbrücke nach Niederwartha gebaut –, wird das Verkehrskonzept der Stadt jetzt fortgeschrieben. Das Konzept enthält 42 Vorschläge, wie Radebeuls Straßennetz für die Anforderungen der Zukunft fit gemacht werden kann. Sie reichen vom weiteren Ausbau der Meißner Straße über die Einführung einer Tempo-20-Zone in Altkötzschenbroda bis hin zur Verbesserung des Radwegenetzes. Bis 8. Februar liegt der VEP für Hinweise und Anregungen im Technischen Rathaus zu den Dienstzeiten aus und kann auch digital unter https://buergerbeteiligung.sachsen.de/portal/radebeul/startseite eingesehen werden.

Von Silvio Kuhnert

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