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Verkauf des Wasserschlosses Wachau ist geplatzt

Investor überzeugt nicht Verkauf des Wasserschlosses Wachau ist geplatzt

Der Verkauf des gemeindeeigenen Wasserschlosses in Wachau ist erneut geplatzt. Der Gemeinderat entschied einstimmig, das zwischen 1730 und 1745 erbaute Barockschloss nicht an den Arnsdorfer Immobilienunternehmer Arvid Samtleben zu veräußern, denn es wurde keine Einigung über das Sanierungs- und Nutzungskonzept erzielt.

Schloss Wachau.

Quelle: Werner Peters

Wachau. Der Verkauf des gemeindeeigenen Wasserschlosses ist erneut geplatzt. Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU) bestätigte auf Anfrage, dass die Gemeinde das zwischen 1730 und 1745 erbaute Barockschloss nicht an den Arnsdorfer Immobilienunternehmer Arvid Samtleben veräußern wird. Die Gemeinderatsentscheidung dazu erfolgte einstimmig. Dieser negative Trend deutete sich bereits im vergangenen Dezember an. Aus formellen Gründen, wie es kurz vor Weihnachten hieß, wurde die Beschlussfassung von der Tagesordnung gestrichen. Bekannt wurde in diesem Zusammenhang, dass es seitens des Gemeinderates noch erheblichen Diskussionsbedarf zum Sanierungs- und Nutzungskonzept des Kaufinteressenten gab.

Hochzeitsschloss war geplant

Samtleben selbst hatte in die Ausarbeitung seines detaillierten „Fünf- Säulen- Konzept“ eine Menge Zeit und investiert. Es beinhaltete die Vermietung von Wohnraum im Dachgeschoss und in der zweiten Etage. Die Herrschaftsetage war für Konferenzen, Feierlichkeiten, Events und Konzerte eingeplant. Etwa für Brautpaare hätte dann die Möglichkeit bestanden, eine komplette Etage für den schönsten Tag ihres Lebens anzumieten. Temporär sollten außerdem etwa vier bis fünf Doppelzimmer an Hochzeitsgäste vermietet werden können. Im Erdgeschoss waren laut Konzept Gastronomie, Praxen und Büroräume vorgesehen. Damit wären laut Samtleben weite Teile des Schlosses – insbesondere alle historisch wertvollen Räume – weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich gewesen. Einzige Ausnahme: „Lediglich in den neuen Wohnungen im Dachbereich wäre das aus rechtlichen Gründen nicht möglich“, zeigte sich Samtleben noch vor dem Jahreswechsel vorsichtig optimistisch.

Zweifel am Konzept

Doch im Gemeinderat überwogen letztendlich die Zweifel. Einer der Knackpunkte war neben der Finanzierbarkeit auch das Nutzungskonzept. Ein Teil der Gemeinderäte favorisierte statt einer vielfältig nutzbaren Raumgestaltung eine museale Nutzung des Schlosses, was jedoch die geschätzten Sanierungskosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro weit mehr als verdoppelt hätte. So hatte Samtleben nicht vor, alle historischen Malereien frei zu legen. Vielmehr sollten Stellen mit vermuteten Malereinen mit einem speziellen Vlies überklebt werden und danach der Oberputz erneuert werden, um sie der Nachwelt zu erhalten. Strittig waren zu dem Vertragsinhalte. So sollte Samtleben im Falle eines Weiterverkaufs Gewinne aus unternehmerischer Tätigkeit abführen, was dieser wiederum als Hemmnis für eine Bankenfinanzierung sah und deshalb als „sozialistische Idee“ abtat.

Hausschwamm im Schlosskeller

Bürgermeister Künzelmann räumte jedoch lobend ein, dass Samtleben sich intensiver als alle andere Kaufinteressenten zuvor mit der Materie befasst hatte. Dank dieser Gründlichkeit kamen alarmierende Fakten ans Licht, welche den Denkmalschutz umgehend auf den Plan riefen. So wurde im südwestlichen Keller meldepflichtiger Hausschwammbefall entdeckt. Die Schäden wurden zwischenzeitlich durch Fachfirmen beseitigt. Künzelmann räumt aber ein: „Ein halbes Jahr später wäre es vielleicht zu spät gewesen“.

Nach Einschätzung von Samtleben muss die Gemeinde jetzt wenigstens 150000 Euro an die Hand nehmen. Laut Begehungsprotokoll sind im Keller frühere bauarchäologische Untersuchungen nicht wieder geschlossen worden. Davon betroffen sind Eichenholzstämme, welche das Fundament des Wasserschlosses bilden. Auch die Schlossfassade hat gelitten. So haben an der Nordseite Staubfestsetzungen zur Algen- und Moosansiedlung an den Eichenholzfenstern geführt.

Von Werner Peters

Wachau, Am Schloß 1 51.15878 13.90336
Wachau, Am Schloß 1
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