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Unternehmen des Jahres – ein Bio-Betrieb auf Erfolgskurs

Bio Planète Ölmühle Moog GmbH Unternehmen des Jahres – ein Bio-Betrieb auf Erfolgskurs

Die Augen von Judith Faller-Moog beginnen zu leuchten, wenn sie von ökologischer Landwirtschaft spricht. Viele Jahre lebte sie in Südfrankreich und erlebte den Aufbau der Ölmühle des Vaters hautnah mit. Diese Begeisterung für Biolandwirtschaft hat sich Judith Faller-Moog bis heute behalten und setzt dies in der Region um.

Die Augen von Judith Faller-Moog beginnen zu leuchten, wenn sie von ökologischer Landwirtschaft spricht.

Quelle: PR

Klappendorf. Die Augen von Judith Faller-Moog beginnen zu leuchten, wenn sie von ökologischer Landwirtschaft spricht. Viele Jahre lebte sie in Südfrankreich und erlebte den Aufbau der Ölmühle des Vaters hautnah mit. Diese Begeisterung für Biolandwirtschaft hat sich Judith Faller-Moog bis heute behalten und setzt dies in der Region um. Sie betreibt einen Biobauernhof in Klappendorf und leitet die Ölmühle Moog in Klappendorf sowie in Südfrankreich aus der Ferne. Diese leitet sie seit 1989. Inzwischen sind über 50 Mitarbeiter in der Region beschäftigt. In Frankreich kommen noch einmal über 50 Mitarbeiter dazu. Und das Unternehmen wächst weiter, zurzeit wird das Obergeschoss am Standort Klappendorf ausgebaut.

Kurz vor Weihnachten wurde die „Bio Planète Ölmühle Moog GmbH“ vom Ostdeutschen Sparkassenbund als Unternehmen des Jahres 2016 ausgezeichnet. Auswahlkriterien waren vor allem ein modernes Marketing und kreatives Potenzial am Markt. Die Ölmühle erfüllte diese. „Wir haben hier in Sachsen wunderbare Mitarbeiter und Partner, mit denen wir seit zwölf Jahren erfolgreich zusammenarbeiten und gemeinsam wachsen“, freut sich Geschäftsführerin Judith Faller-Moog über die Auszeichnung. Vor allem die „Initiative Heimische Landwirtschaft“ ist ein Herzensprojekt der Ölmüllerin. Damit setzt sie sich für ökologische Landwirtschaft in Sachsen und in ganz Deutschland ein. Die Öle aus dieser Produktion gibt es im Handel mit ganz besonderen Etiketten zu kaufen. Darauf kann der Kunde sehen, bei welchem Landwirt die Saat für das jeweilige Öl gewachsen ist.

Für Judith Faller-Moog war die Landwirtschaft schon immer ein Thema. Großvater, Vater und Onkel waren in diesem Bereich tätig. 1984 wurde die Ölmühle in der Nähe von Carcassonne in Südfrankreich gegründet und gilt als die erste Bio-Ölmühle in ganz Europa. 2004 folgte Faller-Moog der Liebe in die Nähe von Meißen, nach Klappendorf. Hier betrieb ihr Mann einen Biohof. Als dieser starb, führte sie das Geschäft mithilfe der Mitarbeiter weiter. „Ich hatte großes Glück, dass die Mitarbeiter gemeinsam mit mir gearbeitet und sich weiterentwickelt haben. Inzwischen sind wir aus dem Gröbsten raus und können wieder an neue Dinge denken“, erzählt sie.

Auch in der Ölmühle stehen diese „neuen Dinge“ bereits in den Startlöchern. Im April wird es eine Neuheit in den Regalen der Biomärkte geben, die auch für die Ölmühle eine kleine Revolution bedeuten. „Wir haben in den vergangenen 30 Jahren nur Öl produziert und nun wagen wir etwas Neues“, freut sich Judith Faller-Moog auf die Produkte. Es war keine neue Erfindung nötig, lediglich die Idee zur Weiterverarbeitung der Reste aus der Ölpressung. „Wenn wir Leinöl pressen, bleiben eine Menge Presskuchen übrig, darin vor allem Protein. Bisher gingen die Reste ins Tierfutter, doch wir wollten diese wertvolle Proteinquelle weiter nutzen“, erinnert sich Faller-Moog an die Anfänge der Produktentwicklung. „In einer Studie aus dem vergangenen Jahr wurde entdeckt, dass der Deutsche zu wenig Protein zum Frühstück zu sich nimmt. Wir wollten nicht das 130. Müsli auf den Markt bringen und haben die Idee des Frühstückshelden entwickelt“, so Faller-Moog. Das kreierte Pulver kann über Müsli gestreut, im Smoothie oder Joghurt vermischt werden. Verfeinert mit Aronia und Heidelbeeren sowie Erbsenprotein ist es außerdem ein Vitaminlieferant. Damit reagiert die Ölmühle auf die Entwicklungen hinsichtlich Ernährung. „Immer mehr Menschen wollen weniger Fleisch essen, oder gar vegan leben. Dann benötigen sie eine andere Proteinquelle“, erklärt die Unternehmerin.

Neben dem Frühstückspulver wird aus den Resten der Leinsaat künftig auch Mehl gemahlen. Dies kann zu 20 Prozent Weizenmehl in einem Brot ersetzen, dazu führte das Team der Ölmühle eine Reihe an Backversuchen durch. Die Produkte werden auf der Lebensmittelmesse „BioFach“ in Nürnberg vorgestellt und sind ab April im Handel erhältlich.

Für Judith Faller-Moog und ihr Team stehen Nachhaltigkeit und Qualität an oberster Stelle. So werden Pflanzen, die in Deutschland angebaut werden, auch hier verarbeitet. Das sei entscheidend für die Qualität der Öle. Denn „weil es so einfach ist, ist es so schwierig“, erklärt Faller-Moog die Crux der Ölherstellung. „So wie die Ölsaaten schmecken, so schmeckt auch das Endprodukt. Der richtige Zeitpunkt der Ernte sowie die Lagerung ist bei den Rohstoffen das Entscheidende“, erklärt sie weiter. Das sei vor allem bei den nativen Ölen wichtig, welche das Unternehmen produziert. Diese werden gepresst und anschließend gefiltert. In Klappendorf kann allerdings noch kein Öl gepresst werden, dafür fehlen die Maschinen. In Südfrankreich dagegen wird gepresst und nicht angebaut. Dort gilt die gleiche Philosophie. Regionale Rohstoffe werden verarbeitet und direkt an die Kunden ausgeliefert. So werden lange Transportwege und dadurch eventuelle Qualitätseinbußen verhindert.

Seit 2014 produziert das Unternehmen auch in der Region. Unweit von Klappendorf, in Mehltheuer befindet sich die kleine Produktionsstätte. Gekauft wird die Saat von den Landwirten, anschließend wird diese extern gepresst und dann nach Mehltheuer zum Abfüllen geliefert. Doch nicht nur das traditionelle Raps- oder Sonnenblumenöl wird hier hauptsächlich abgefüllt, sondern exotisches Kokosöl. Der absolute Verkaufsschlager zurzeit. Bei drei Schichten füllen die Mitarbeiter etwa 90000 Gläser in der Woche ab, das ergibt zwischen 100 und 130 Paletten pro Woche, erklärt Produktionsplaner Sebastian Schneider. Das Öl wird in 1000 Liter fassenden Tanks in beheizbaren Kartons von den Philippinen und Sri Lanka geliefert. Da das Öl erst ab 25 Grad Celsius flüssig wird, kann es an kalten Wintertagen schon einmal zwei Tage dauern, bis das Öl flüssig genug für die Abfüllung ist. Doch auch andere Sorten finden in der Produktionshalle den Weg in die Flasche. Knapp 8000 Flaschen werden pro Tag mit Kräuteröl gefüllt. In naher Zukunft sind technische Aufrüstungen geplant, damit die Mitarbeiter wieder in ein Zwei-Schicht-System zurückkehren können.

In dem kleinen Hofladen in Klappendorf gibt es eine große Auswahl unterschiedlichster Öle. Darunter auch Bratöl mit Ghee. „Der buttrige Geschmack kommt bei den Kunden besonders gut an“, freut sich Faller-Moog über die außergewöhnliche Kombination. Oftmals sind es die Kunden, die das Unternehmen auf neue Ideen bringen. So auch bei dem Woköl. „Macht doch mal was Scharfes für die heiße Küche, hieß es von einem unserer Kunden und so entwickelten wir ein hocherhitzbares Sonnenblumenöl, kombiniert mit geröstetem Erdnussöl und Chili“, erzählt die Unternehmerin. Und die Kombinationsmöglichkeiten sind sicherlich noch nicht ausgeschöpft.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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