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Underground-Künstler der DDR bekommen in der Lößnitzstadt einen eigenen Raum

Lügenmuseum Radebeul Underground-Künstler der DDR bekommen in der Lößnitzstadt einen eigenen Raum

An diesem Sonnabend eröffnet im Lügenmuseum Radebeul ein neuer Ausstellungsbereich. Unter dem Titel „Interieur Underground“ gibt er ausgegrenzten Künstlern der DDR und Arbeiten eine Plattform

Reinhard Zabka präsentiert „Kellerbeleuchtung“ von Bartek Kiszka am Eingang des als konspiratives Hinterzimmer gestalteten neuen Ausstellungsraumes.

Quelle: André Wirsig

Radebeul. An diesem Sonnabend eröffnet im Lügenmuseum Radebeul ein neuer Ausstellungsbereich. Unter dem Titel „Interieur Underground“ gibt er ausgegrenzten Künstlern der DDR und Arbeiten eine Plattform. „So unterschiedlich ihre Kunst auch war, verband die Underground-Künstler eines: der Mangel an Ausstellungsmöglichkeiten. Deshalb schenkten sie sich gegenseitig ihre unverkäuflichen Werke, die so zu beachtlichen Kunstsammlungen anwuchsen“, berichtet Dr. Nancy Aris, stellvertretende Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Eine dieser Sammlungen wird nun im Radebeuler Lügenmuseum präsentiert.

„Der Zugang erfolgt im siebenten Ausstellungsraum durch eine schmale Pforte hinter einem Bücherregal“, berichtet Museumschef Reinhard Zabka. Der Besucher betritt so das konspirative Hinterzimmer. Dort sind Werke randständiger DDR-Künstler und der DDR-Subkultur zu sehen. Zum neuen Ausstellungsraum erschien ein Ausstellungs-Katalog, in dem Künstler aus der DDR anhand von Alltagsdingen über Ausgrenzung und Verfolgung berichten. Aktuelle Künstlerplakate runden die Texte ab. Gefördert wurde das Projekt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Die Underground-Kunstszene war nicht auf die Masse ausgerichtet, sondern eine Gegenkultur. „Künstler der Subkultur lehnten das Sichfügen etablierter Künstler in die gesellschaftlichen Formen ab. Ihre Taktlosigkeit war ein in der Kunst äußerst schöpferischer Faktor. So griff der Underground als Avantgarde die etablierte Kunst öffentlich an und sprach dieser die künstlerische Qualität ab“, so Zabka.

Interieur Underground wird an diesem Sonnabend um 18 Uhr im Lügenmuseum, Kötzschenbrodaer Str. 39, eröffnet. Es sprechen die Kunsthistorikerin Theresa Ende, der Autor Thomas Gerlach sowie Museumsdirektor Zabka. Daneben erwartet die Besucher ein musikalisches Programm des Performance-Künstlers Ulli Sachse und des Saxofonisten Hartmut Dorschner.

Von Silvio Kuhnert

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