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Umland Über 450 Wegemarkierungen zerstört
Region Umland Über 450 Wegemarkierungen zerstört
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16:19 12.04.2019
Die Wegemarkierungen – schwarzer Pfeil auf weißen Kreis – werden von Unbekannt entfernt: Sie weisen den Zugang zu den Kletterfelsen. Quelle: Frank-Rainer Richter, Nationalparkverwaltung
Sächsische Schweiz

Über 450 Markierungen von Zugangswegen zu Kletterfelsen sind in der Sächsischen Schweiz bereits entfernt worden. Der oder die unbekannten Täter gehen dabei oft brachial vor. Mit Drahtbürsten werden die Zeichen von Baumrinden geschleift und dabei die Stämme beschädigt, von Felsoberflächen abgehackt oder mit Lackfarbe übermalt. Die Nationalparkverwaltung hat nunmehr Anzeige gegen Unbekannt gestellt und leitet Hinweise, die zu den Tätern führen an die Polizei weiter.

Die ersten Zerstörungen dieser Art haben Kletterer und Naturschützer vor rund einem halben Jahr festgestellt. Betroffen ist die gesamte Nationalparkregion, aber auch am Pfaffenstein sind Wegemarkierungen beseitigt worden. Für den Sächsischen Bergsteigerbund (SBB) ist es ein Rätsel, wer hinter diesen Taten stecken könnte und warum dieses Wegeleitsystem womöglich für eine Einzelperson oder Gruppierung ein „rotes Tuch“ darstellt. Laut SBB-Geschäftsführer Christian Walter geht der Täter bzw. gehen die Täter systematisch vor. Zudem scheine die kriminelle Energie hoch zu sein, denn zur Vollendung dieses zerstörerischen Werkes gehören gute Gebietskenntnisse und mehrere Wochen heimliche Arbeit.

Die kreisrunden, zehn Zentimeter großen, weißen Wegmarkierungen mit schwarzem Pfeil haben sich aufgrund ihrer zurückhaltenden Einfachheit und Klarheit inzwischen fast weltweit in Klettergebieten durchgesetzt. Die aus Tschechien übernommenen Zeichen weisen den Kletterern in der Sächsischen Schweiz bereits seit den 1980er Jahren flächendeckend den Weg zu den Sandsteinfelsen. Wanderer ohne Gebietskenntnis werden hingegen dank der Markierungen nicht irrtümlich auf Pfade gelenkt, die meist als Sackgassen an den Kletterfelsen enden.

Die Nationalparkverwaltung hat nach ihrer Gründung dieses bewährte Markierungssystem offiziell übernommen. Für den Naturschutz sind klare Wegeregelungen wichtig, damit beim Anmarsch zu den Klettergipfeln keine zusätzlichen Trampelpfade entstehen, die Sanderosionen oder zertretene Pflanzen zur Folge hätten. „Kletterer die auf den abgestimmten Zugangswegen unterwegs sind, beunruhigen nicht den Lebensraum von boden- und felsbrütenden Vogelarten und zertreten keine Zwergstrauchheiden auf den Felsriffen. Sie werden für die Wildtiere berechenbarer, als wenn sie quer durchs Unterholz laufen würden“, ist Frank-Rainer Richter überzeugt, der in der Nationalparkverwaltung für diese Markierungen zuständig ist und die Arbeiten koordiniert.

Besonders ärgerlich ist das Wegkratzen der Markierungen jedoch für die zwölf ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Sächsischen Bergsteigerbundes (SBB). Über 850 Arbeitsstunden haben sie allein im vorigen Jahr in die Erneuerung der Zeichen gesteckt – koordiniert durch die Nationalparkverwaltung. „Die Geschichte ist für unsere Bergsportfreunde ziemlich deprimierend. Vor allem, weil wir nicht wissen, warum diese mutwillige Zerstörung erfolgte und weiter anhält“ erklärte SBB-Vorsitzender Alexander Nareike. „Manchmal mussten unsere Vereinsmitglieder bereits nach wenigen Tagen feststellen, dass frische Zeichen erneut abgekratzt wurden.“, führt der SBB-Vorstand weiter aus.

Die Nationalparkverwaltung ruft mit dem SBB nunmehr alle Klettersportler, Wanderer und Naturliebhaber in der Sächsischen Schweiz auf, Aktivitäten im Zusammenhang mit der mutwilligen Zerstörung von Markierungen an die zuständigen Behörden zu melden.

Von Silvio Kuhnert

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