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Umland Turmgut-Scheune in Copitz wird abgerissen
Region Umland Turmgut-Scheune in Copitz wird abgerissen
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11:17 01.07.2017
Für das Kuratorium Altstadt Pirna ist die Turmgut-Scheune ortsbildprägend und sollte daher erhalten werden. Quelle: Silvio Kuhnert
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Pirna

Die Tage der Turmgut-Scheune in Pirna-Copitz sind gezählt. Mit der Bewilligung von 137 000 Euro Fördermitteln aus dem Topf für das Sanierungsgebiet „Alt-Copitz“ hat der Pirnaer Stadtrat sein Okay zum geplanten Abriss gegeben. Die Städtische Wohnungsgesellschaft Pirna (WGP) möchte das Gebäude an der Dammstraße zurückbauen, um Stellplätze für die künftigen Mieter der Hauptstraße 17 zu schaffen. Das Mietshaus möchte das hundertprozentige Tochterunternehmen der Stadt sanieren.

Für den Erhalt der Scheune mit einem kleinen Türmchen am Dach setzte sich vor allem das Kuratorium Altstadt Pirna ein. In mehreren Briefen hat sich der größte Kulturverein der Stadt an das Stadtoberhaupt sowie die Stadträte gewandt. Darin machte der Vorstand auf die Bedeutung des Gebäudes, das nicht auf der Denkmalschutzliste steht, für den Stadtteil aufmerksam. Die Scheune sei das letzte bauliche Zeugnis „des ehemaligen Turmgutes in Copitz, ganz nahe des ebenfalls turmgeschmückten Copitzer Rathauses, das ein wenig jünger ist“, heißt es im letzten Schreiben an die Stadtspitze. 1898 habe die politische Gemeinde Copitz das Gut erworben. Die Scheune präge das Ortsbild. „Fiele das Gebäude weg, entstünde ein schwerer städtebaulicher Missstand“, schreibt der Vereinsvorstand weiter.

Vereinsvorsitzender Dr. Albrecht Sturm geißelte auf der Stadtratssitzung das Missverhältnis zwischen Fördersumme und Nutzen: „Die 137000 Euro aus öffentlichen Mitteln für den Abriss für ein paar wenige PKW-Stellplätze wären sehr unverhältnismäßig.“ In das Haus Hauptstraße 17 würden nachweislich nur fünf kleine Wohnungen und ein kleiner Laden (vormals Friseur Markusch) passen, also fünf bis sechs Stellplätze vonnöten sein. „Es werden damit die kostspieligsten PKW-Stellplätze von Pirna bzw. Copitz anvisiert“, kritisierte Sturm.

WGP-Prokurist Dirk Perner stellte bereits bei der Vorberatung im Bauausschuss die Gründe dar, warum die Wohnungsgesellschaft den Abriss der Scheune plant. Die WGP könne eine Sanierung des maroden Baus allein finanziell nicht stemmen. Über Jahre habe sie sich um private Investoren bemüht. „Es gab aber bis 2015 keine ernsthaften Interessensbekundungen“, so Perner.

Auf Wunsch des Stadtrates fragte er noch einmal bei einem Architekten nach, der einmal Interesse an dem Objekt zeigte. „Es gibt keinen Investor und es liegen auch keine konkreten Pläne für das Gebäude vor“, informierte Perner die Räte. Im Gegensatz zur Scheune steht das benachbarte Mietshaus an der Hauptstraße auf der Denkmalschutzliste. Und dessen Sanierung möchte das Wohnungsunternehmen Vorrang geben. „Für uns kommt eine Sanierung des Wohnhauses aber nur in Frage, wenn wir den künftigen Mietern Stellplätze anbieten können“, führte Perner weiter aus.

Von Silvio Kuhnert

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