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Trübe Aussichten für den Kiessee Birkwitz

Trübe Aussichten für den Kiessee Birkwitz

Die Sorge um die Zukunft des Kiessees im Pirnaer Ortsteil Birkwitz-Pratzschwitz wächst weiter. Neue Indizien weisen daraufhin, dass die Wasserqualität durch die Einspülungen der Kieswerke Borsberg GmbH weiter abnimmt und der See zu kippen droht.

Im DNN-Interview fordert Ortsvorsteher Dieter Fuchs (Freie Wähler) im Namen des Ortschaftsrates die Einspülungen sofort zu stoppen und eine genaue Untersuchung des Sees vorzunehmen.

Frage: Herr Fuchs, es gibt neue Indizien, dass der Kiessee kippen könnte. Wie sehen diese aus?

Dieter Fuchs: Die Orientierungstaucher des Tauchsportklubs Dresden Nord haben ihren für den 12. und 13. September geplanten Wettkampf um den Elbtal-Pokal aus Sicherheitsbedenken abgesagt. Zur Begründung schrieb der Verein an die Betreiber des Badesees: "Hohe und sehr dicht stehende Unterwasserpflanzen, die bis 1,5 Meter unter die Wasseroberfläche reichen, zusammen mit einer sehr schlechten Sicht - weniger als 0,5 Meter - machen die Durchführung des Pokals am Kiessee unmöglich." Dies zeigt, dass der See wohl schon sehr getrübt sein muss.

Es liegt auch ein Gutachten vor, wonach der Phosphorgehalt stark gestiegen ist.

Ich muss betonen: Ein offizielles und anerkanntes Gutachten liegt uns nicht vor. Eine Birkwitzerin arbeitet an der TU Dresden. Sie hat von der Bürgerinitiative Kiessee Birkwitz-Pratzschwitz Wasser- und Schlammproben erhalten und im Labor untersucht. Die Phosphorwerte sind sehr hoch.

Welche Folgen hat das für den See?

Ich bin kein Experte in Gewässerkunde. Aber soweit ich informiert bin, nimmt der Sauerstoffgehalt des Sees ab. Dadurch wird die Bildung von Blaualgen gefördert. Zudem können sich unerwünschte Bakterien bei bestimmten Temperaturen beispielsweise in der warmen Jahreszeit ausbreiten. Kurzum: Die Gefahr, dass der See kippt, nimmt zu. Denn wie die Laborleiterin des Instituts für Siedlungs- und Industriewasserwirtschaft der TU Dresden an die Untere Wasserschutzbehörde des Landratsamtes Pirna schreibt, sei die von Tauchern genommene Probe vom Boden der Kiesgrube anaerob. Ich zitiere: "D.h., hier ist kein Sauerstoff vorhanden und es bildet sich Schwefelwasserstoff. Der Schlamm ist schwarz. Im Gewässer wachsen immer mehr Pflanzen. Dies ist ein Zeichen für Nährstoffeinträge." Wie bereits erwähnt, hat der Tauchsportklub von einer Sichtweite von nur 50 Zentimetern berichtet. Bei einem als hypertroph oder umgekippt bezeichneten Gewässer liegt die Sichttiefe laut Wikipedia unter einem Meter. Dies ist ein Alarmzeichen.

Der Ortsvorstand hat sich mit einem Fragenkatalog an das Kieswerk, das Oberbergamt sowie das Landratsamt in Pirna gewandt. Sind Sie mit den Antworten zufrieden?

Auf das eigentliche Problem sind alle nicht wirklich eingegangen. Unser Gefühl ist, dass alle nur drumherumreden. Das Kieswerk beruft sich auf seine wasserrechtliche Genehmigung bis ins Jahr 2021, Wasser zum Ausspülen von Kies aus dem See entnehmen und das Spülwasser wieder einleiten zu dürfen. Und die Behörden sind unisono der Meinung, dass alles in Ordnung sei.

Was fordert nun der Ortschaftsrat?

Das Kieswerk sollte unverzüglich die Einspülung einstellen - am besten noch heute. Des Weiteren sollte sofort eine gründliche Untersuchung des Sees durchgeführt werden, um entweder den Verdacht der Verlandung und Eutrophierung auszuräumen oder geeignete Maßnahmen zur Bewahrung der noch guten Wasserqualität einleiten zu können.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.09.2015

Silvio Kuhnert

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