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Umland Viele Cowboys und Indianer zog es in den Lößnitzgrund
Region Umland Viele Cowboys und Indianer zog es in den Lößnitzgrund
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20:19 13.05.2018
Ihr Lächeln täuscht – bei den beiden Halunken Big Eddy (l.) und Locci handelt es sich nicht um harmlose Gesellen. Sie mischten immer wieder die Westernstadt auf. An der Gestaltung des Festes waren über 500 Mitwirkende beteiligt. Quelle: Foto: Jürgen-M. Schulter
Radebeul

Auf eine Zeitreise konnten sich die Fahrgäste der Lößnitzgrundbahn am Wochenende begeben. Am Bahnhof Radebeul-Ost waren sie noch im hier und jetzt, doch schon wenige Kilometer weiter schnaufte das Dampfross vorbei an Westerncamps, einem Banditenlager, dem Fort Henry und der Westernstadt „Little Tombstone“ – kurzum: einer Welt, die den Abenteuerromanen Karl Mays entsprungen zu sein schien. Zum 27. Mal hatte die Stadt Radebeul zu den Karl-May-Festtagen eingeladen. Rund 30000 Besucher sind dem Ruf in den Lößnitzgrund gefolgt.

„Besonders erfreut waren wir darüber, so viele Familien bei den Festtagen zu begrüßen“, sagte Alexander Lange, Leiter des städtischen Kulturamtes: „Zahlreiche Kinder kamen als Karl Mays Helden verkleidet zum Fest und erlebten als kleine Winnetous, Nscho-Tschis und Old Shatterhands spannende Abenteuer“. Aber nicht nur die kleinen Festbesucher verkleideten sich als Cowboy oder Indianer. Auch Erwachsene setzten einen Cowboyhut auf, stiegen in Westernstiefel, legten einen Pistolengurt um die Hüfte oder steckten sich Federn ins Haar. „Insgesamt fiel das Publikum durch seine Vielfalt auf. Jung und Alt, Western-Hobbyisten und Indianistiker, Gäste aus der nahen Umgebung und aus entfernten Ländern feierten ein friedliches und fröhliches Fest“, lautet Langes Fazit.

Zur Eröffnung am Freitagabend lernten die Besucher eine bislang eher unbekannte Facette Karl Mays kennen. Die Chorgemeinschaft Radebeul Lindenau und das Florian-Geyer-Ensemble Chemnitz sangen von dem Schriftsteller selbst komponierte und gedichtete Lieder.

Am Sonnabend und Sonntag rauchten Colts und es roch nach Pulverdampf. Gesetzlose Gesellen versuchten den Santa-Fe-Expresse (Lößnitzgrundbahn) zu überfallen. Den Fahrgästen kamen Soldaten zu Hilfe. In der Westernstadt „Little Tombstone“ sorgte immer wieder Halunke Locci (gespielt von Franz Lasch) mit seinen Kumpanen für Wirbel. Seine Geburtstagsfeier endete in einer Tortenschlacht, bei der auch die Zuschauer in Deckung und vor allem auf Abstand gehen mussten, um nicht selbst von Kuchenteilen getroffen zu werden.

Auf der Waldlichtung „Kleine Feder“ luden Indianer zum Pow Wow ein. Vertreter von sechs indianischen Stämmen ließen die Besucher an ihrer Kultur teilhaben. Die „Le-La-La Dancers“ der Kwakwaka’wakw Nation aus Kanada waren zum ersten Mal dabei und präsentierten zeremonielle Tänze und erweckten mit Masken die Legenden ihrer Vorfahren zum Leben. So handelten ihre Tänze vom Grizzlybären, Raben und mythischen Fabelwesen aus dem Wald.

Ein Höhepunkt war auch dieses Jahr die Sternreiterparade am Sonntagvormittag. 156 Reiter zogen an zahlreichen Zuschauern vorbei über die Meißner Straße. Sieger des diesjährigen Sternritts waren Holm Opitz, Jan Ebert und Daniel Schmied aus Adorf im Vogtland. Auf ihren Pferden ritten sie insgesamt 220 Kilometer zu den Karl-May-Festtagen. Als besondere Ehrung überreichte ihnen Winnetou der Landesbühnen Sachsen eine von Ed E. Bryant, ein Vertreter des Stammes der Tsimshian aus Kanada, gefertigte indianische Friedenspfeife.

Kleine und große Cowboys pilgerten zu den 27. Karl-May-Festtagen in Radebeul. Der Lößnitzgrund hatte sich am Wochenende in den Wilden Westen verwandelt, wo Indianer tanzten und Gesetzlose schossen.

Von Silvio Kuhnert

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