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Städtebauliche Liebeserklärung auf 43 Seiten - Gestaltungsanleitung für Ober- und Niederlößnitz

Städtebauliche Liebeserklärung auf 43 Seiten - Gestaltungsanleitung für Ober- und Niederlößnitz

"Wir wollen keine Entmündigung der Bauherren", sagt Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). Und doch beobachten Verwaltung und die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses (SEA) jeden argwöhnisch, der sich ein Häuschen in die Ober- oder Niederlößnitz bauen will.

Die Villenviertel dort haben Radebeul den ehrenden Ruf als Nizza des Nordens eingetragen und sind ein wesentlicher Grund dafür, warum die Lößnitz als Wohnort so gefragt ist. Kein Wunder also, dass Stadtverwaltung und auch andere Akteure wie der Verein für Denkmalpflege und neues Bauen alles daran legen, den Charakter der historischen Wohnbebauung zu erhalten.

Dafür soll in Zukunft eine Gestaltungsanleitung sorgen, die wie eine ähnliche Vorschrift für Wahnsdorf in einer 43-seitigen Broschüre erscheinen und im Rathaus ausgelegt wird. Die Anleitung ist nicht verbindlich, zeigt aber jedem Bauherrn und Architekten auf, worauf man im Bauamt Wert legt. OB Wendsche hofft, dass auf diese Weise einige bedenkliche Projekte von vorneherein zurechtgestutzt werden. "Wir wollen mit einem positiven Beispiel eine Anleitung geben", betont er. Das in dem Papier ausgearbeitete Bild ist detailreich, reicht von Farbkonzepten über Torgestaltung bis zur rechten Anlage eines Vorgartens. In ihrer mit vielen Beispielen angefütterten Hingabe an selbst die allerkleinsten Kleinigkeiten lässt sich die Vorschrift auch als eine städtebauliche Liebeserklärung an Ober- und Niederlößnitz lesen. "Bei dieser Vielzahl von Hinweisen sehe ich schon die Mitarbeiter des Bauamts in Not", kommentiert das Linke-Stadtrat Michael Röhner relativ prosaisch. Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) sieht dagegen Vorteile. Jeder Mitarbeiter könne sich jetzt auf verbindliche Regeln berufen. So lassen sich Bauanträge künftig objektiver bewerten.

Das gelte auch für den künftigen SEA, sagt CDU-Stadtrat Jens Baumann. Er hat, in seiner Funktion als Vorsitzender des Denkmalvereins, 2010 den Anstoß für die Anleitung gegeben, indem sein Verein über Sinn und Unsinn einer Gestaltungssatzung debattierte. Eine solche Regelung ist für alle Bauherren verbindlich. Es gibt sie beispielsweise im Sanierungsgebiet Radebeul-Ost, für die Ober- und Niederlößnitz wäre sie jedoch kaum durchzusetzen gewesen. Zu groß und uneinheitlich ist das Gebiet. Dennoch sollte es unbedingt ein Regelwerk geben, denn: "Wenn einer irgendein Haus hinsetzt, dass dort nicht hinpasst, ist die ganze Straße verhunzt", sagt Baumann. So kam es in langjähriger Arbeit zur jetzt beschlossenen Anleitung.

Für OB Wendsche ist es ein Vorteil, dass es nicht ganz so streng zugeht, wie mancher das gern gehabt hätte. Bauherrn werden so nicht von vorneherein vor den Kopf gestoßen. Wobei die Grenzen sich gegenüber dem vorherigen Verfahren, bei dem im SEA hin und wieder stundenlang über einen konkreten Bau diskutiert wurde, kaum gelockert haben. Im Gegenteil: Wer von den Empfehlungen abweichen will, muss das im Zweifelsfall begründen. "Wenn tatsächlich einer über die Stränge schlägt, gibt es natürlich die gewohnten rechtlichen Mittel", sagt Wendsche.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.06.2014

Uwe Hofmann

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