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Umland Stadtrat: Radebeuler Asylheim ist kein Sicherheitsrisiko
Region Umland Stadtrat: Radebeuler Asylheim ist kein Sicherheitsrisiko
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16:44 11.10.2018
Symbolbild. Quelle: stockWERK - Fotolia
Coswig

Das Ende 2017 nach einem Brand wiedereröffnete Asylbewerberheim in Radebeul hat in der Nachbarstadt Coswig die Behörden beschäftigt. Grund war die Petition eines Coswigers, der durch die in der nahe der Stadtgrenze gelegenen Sammelunterkunft lebenden Asylbewerber die Sicherheit der Großen Kreisstadt gefährdet sieht. Nach einigem Prüfaufwand hat der Stadtrat seine Forderung abgewiesen, ein stadtweites Sicherheitskonzept eigens für das seit den 1990er Jahren bestehende Wohnheim an der Kötitzer Straße in Radebeul zu erstellen. Begründung: Polizei und Verwaltung sehen dafür absolut keinen Bedarf.

Um dieses Urteil zu fundieren, wurde zwei Mal die Polizei um eine Einschätzung bemüht. Das geschah vor dem Hintergrund, dass der Einbringer der Petition mit Zahlen über dem Asylbewerberheim zugeordnete Straftaten argumentierte, die das Innenministerium summarisch für die Jahre 2014 bis 2016 zusammengetragen hat.

Demnach wurden 59 Straftaten registriert, die mit dem Heim zu tun hatten. Darunter waren auch eine Straftat gegen das Leben und 21 Rohheitsdelikte, in der Mehrheit handelt es sich aber um geringere Vergehen wie Diebstähle und Fälschungen. 18 Straftaten wurden unter „Sonstiges“ zusammengefasst. Zu beachten ist dabei, dass diese Straftaten sowohl von den Heimbewohnern, als auch den dort eingesetzten Sicherheitsleuten begangen wurden. 73 Prozent der genannten Fälle wurden aufgeklärt.

Polizeilich sei daran nichts auffällig, urteilt Hanjo Protze, der als Meißner Revierleiter für Radebeul und Coswig zuständig ist. Und auch seit 2017 sei eine Gefährdung durch das Heim nicht auszumachen. „Seit der Belegung der Gemeinschaftsunterkunft Radebeul (...) im Dezember 2017 sind in Einzelfällen Straftaten innerhalb und außerhalb der Einrichtung zu registrieren, jedoch keine Häufungen. Im Gegenteil, die Einrichtung läuft weitestgehend unauffällig ohne wiederholte Sicherheitsstörungen“, teilt der Revierleiter mit.

Daran habe vor allem der Betreiber seinen Anteil, der als professionell eingeschätzt wird. Aber auch die Polizei hat ein sehr genaues Auge auf die Entwicklungen im Heim. Laut Coswigs Stadtjustiziar Thoralf Lasch sei eigens eine Polizistin für die Betreuung der Gemeinschaftsunterkunft abgestellt.

Ganz ohne Wirkung bleibt die Petition trotzdem nicht. Revierleiter Protze wird voraussichtlich im November im Coswiger Stadtrat Rede und Antwort stehen.

Von Uwe Hofmann

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