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Umland Stadtrat Pirna vertagt Entscheidung um Verbleib des Brunnens auf der Dohnaischen Straße
Region Umland Stadtrat Pirna vertagt Entscheidung um Verbleib des Brunnens auf der Dohnaischen Straße
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14:03 27.06.2018
Der verschlossene Brunnenschacht auf der Dohnaischen Straße Quelle: Junes Semmoudi
Pirna

Die Grundsatzentscheidung um den Verbleib des historischen Brunnens auf der Dohnaischen Straße ist vertagt. Der Pirnaer Stadtrat hat bei seiner Sitzung am Dienstagabend mit einer hauchdünnen Mehrheit beschlossen, das Thema wieder in den Ausschuss zurückzuweisen. Die Stadträte stimmten außerdem der Gründung einer Arbeitsgruppe zu. In dem Gremium soll die Freilegung des Brunnenschachts noch einmal fachlich diskutiert werden.

Ursprünglich sollte am Dienstag die endgültige Entscheidung fallen, ob der Brunnen nun freigelegt werden soll oder nicht. Das 700 Jahre alte Bauwerk entdeckten Bauarbeiter im Juli 2016 bei Hochwassersanierungsarbeiten. Wenige Stunden danach wurde der Brunnen allerdings mit einer zähflüssigen Masse reversibel verfüllt. Kritik an der Maßnahme kam von der Pirnaer Bürgerschaft, zuletzt setzte sich der Verein Pirna in Aktion (PiA) für die Freilegung des Brunnenschachts ein. Über eine Crowdfunding-Plattform sammelte PiA über 10 000 Euro an Spendengeldern und stellte sie für die Freilegungsarbeiten zur Verfügung (DNN berichteten). Der Verein wünscht sich, dass der Brunnen im Inneren mit Lampen und als Abdeckung mit einer Glasplatte sowie einem Stahlgitter versehen wird.

Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass für dieses Vorhaben das Zehnfache der gesammelten Spenden, nämlich knapp 100 000 Euro zu zahlen sind – keine geringe Summe im Hinblick auf die städtischen Haushaltsfinanzen. PiA-Vorstand Ronny Kürschner vermutet aber, dass die Stadtverwaltung den Bau verhindern will und daher absichtlich zu hohe Kosten veranschlagt. „Aufgrund der aktuellen Finanzlage hätte der Stadtrat nur gegen das Bauvorhaben stimmen können“, erklärte der Vereinsvorsitzende. „Die Vertagung und die Gründung einer Arbeitsgruppe waren letztendlich die einzigen vernünftigen Lösungen, die im Raum standen.“

Der Beschluss war jedoch kein einfacher. Ein sechs Meter tiefes und 1,30 Meter breites Loch ist tatsächlich zum Pirnaer Politikum geworden: Über eine Stunde lang beschäftigte der Sandsteinschacht den Pirnaer Stadtrat. Elf Räte stimmten letztendlich dem Antrag von Thomas Mache (Wir für Pirna/Freie Wähler) zu, eine Arbeitsgruppe zu bilden. Immerhin neun Stadträte stimmen dagegen. Das knappe Resultat zeigt, dass Emotionen bei der Brunnen-Debatte durchaus eine Rolle spielen. „Es gibt eben Einwohner, die mit sehr viel Herz für die Freilegung des Brunnens kämpfen. Wir sollten allen Beteiligten Zeit geben, sich mit dem Thema zu befassen“, meinte Stadtrat Ulrich Kimmel (SPD) bei der Sitzung und befürwortete den Aufschub.

Nun steht die Bildung der Arbeitsgruppe an. Jeweils ein Mitglied der Stadtratsfraktionen sowie Vertreter der Stadtverwaltung sitzen in dem Gremium, ebenso Ronny Kürschner von PiA. In der Gruppe soll unter anderem festgestellt werden, ob eine günstigere Variante für die Freilegung in Betracht gezogen werden kann. Kürschner erhofft sich eine Arbeit auf Augenhöhe – und dass die Vertreter der Stadtverwaltung „nicht weiter als Bauverhinderer agieren.“

Von Junes Semmoudi

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