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Umland Stadtrat Pirna begrüßt Gespräche über Betriebsfeuerwehr für Schill & Seilacher
Region Umland Stadtrat Pirna begrüßt Gespräche über Betriebsfeuerwehr für Schill & Seilacher
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10:00 13.09.2018
Pirnas OB soll dem Chemiewerk Schill & Seilacher die Vorteile einer Betriebsfeuerwehr aufzeigen. Quelle: Daniel Förster
Pirna

Die Linken-Fraktion des Stadtrats Pirna zeigte sich am Dienstagabend sichtlich zufrieden. Ihrem Antrag, Gespräche über die Stationierung einer Betriebsfeuerwehr im Chemiewerk Schill & Seilacher einzuberaumen, wurde mit großer Mehrheit zugestimmt. Die Fraktion fordert, dass auf dem Betriebsgelände in Pirna-Neundorf schnellstmöglich eine Feuerwehr unterkommt, die im Notfall sofort eingreifen kann (DNN berichteten).

In Folge des Stadtratsbeschlusses wird Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos) nun beauftragt, sich mit der Geschäftsführung von Schill & Seilacher an einen Tisch zu setzen. Im gemeinsamen Gespräch soll der Chefetage die Idee einer Betriebsfeuerwehr aufgezeigt werden. Auch Stadtwehrleiter Peter Kammel soll in dieser Angelegenheit zu Wort kommen.

Erst vor wenigen Tagen hat die Geschäftsleitung von Schill & Seilacher im Beisein von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) auf dem Werksgelände Richtfest für die neue P1-Anlage gefeiert. Der Betriebsteil war 2014 explodiert, ein Mitarbeiter kam damals ums Leben. Die Linke sieht in der Stationierung einer Werkwehr einen wichtigen Schritt, um derartige Zwischenfälle in Zukunft zu vermieden.

„Einige Mitarbeiter von Schill & Seilacher sind bereits bei der Feuerwehr. Sie sind mit den Stoffen, dem Gelände und den Abläufen im Chemiewerk vertraut“, argumentiert Linken-Stadträtin Ina Richter. „Falls es einen Alarm im Chemiewerk gibt, wäre die Betriebsfeuerwehr sofort zur Stelle – und könnte mit ihrem Know-How zur schnellen Gefahrenbeseitigung beitragen.“ Aus Sicht der Linken-Fraktion würde eine Betriebsfeuerwehr für deutlich mehr Sicherheit sorgen. „Man würde denjenigen Anwohnern, die noch in Angst leben, entgegenkommen“, so Richter.

Doch nicht alle betroffenen Pirnaer vertreten die Meinung der Stadträtin. Einige Bürger, die in der Nähe des Chemiestandorts wohnen, zweifeln den Nutzen einer Werkwehr an. „Eine Betriebsfeuerwehr wäre nicht wirklich sinnvoll“, meint Thomas Huth, der gut 150 Meter vom Chemiewerk entfernt ein Autohaus betreibt. „In Neundorf gibt es doch schon eine Ortswehr. Und bei einem Feueralarm würden trotzdem Hilfskräfte von außerhalb anrücken müssen.“ Schließlich seien Betriebsfeuerwehren meist nicht in der Lage, größere Brände ohne weitere Unterstützung zu löschen.

Huth hat jahrelang in der Bürgerinitiative Pirna-Neundorf gegen den Wiederaufbau der modernisierten P1-Anlage gekämpft. Der 51-Jährige ist sauer, weil die Politik „alle Weichen gestellt hat, um das Werk zu erweitern“, sagt Huth. „Man muss sich doch die Frage stellen, ob wir überhaupt eine Chemiefabrik mitten im Wohngebiet brauchen. Betriebsfeuerwehr hin oder her – die Ängste der Anwohner bleiben. Sie denken immer wieder an den Tag zurück, an dem ihre Fensterscheiben durch die Druckwelle zerbarsten und Trümmerteile in ihren Grundstücken einschlugen.“

Die Firma Schill & Seilacher betont, dass die neue P1-Anlage „in wesentlich modernisierter Form“ gebaut werde. Über die Notwendigkeit einer Betriebsfeuerwehr müsse nun mit dem Oberbürgermeister gesprochen werden. „Denn eigentlich hat die feuerwehrliche Betreuung bislang gut funktioniert“, sagt Werksleiter Uwe Dittrich. Man sei bereit für ergebnisoffene Gespräche, sofern die Thematik nüchtern und sachlich diskutiert werde.

Von Junes Semmoudi

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