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Stadträte müssen über Zukunft der Denkmalpflege in Pirna entscheiden

Fortführung oder Abgabe an Landratsamt Stadträte müssen über Zukunft der Denkmalpflege in Pirna entscheiden

Wo ist die Denkmalpflege besser aufgehoben – im Pirnaer Rathaus oder im Landratsamt auf Schloss Sonnenstein? Auf diese Frage muss der Stadtrat eine Antwort finden. Eigentlich sollte auf der jüngsten Sitzung die Entscheidung fallen, ob die Untere Denkmalschutzbehörde in der Stadtverwaltung auch nach 2017 angesiedelt bleibt.

Vom Aussichtspunkt am Weißen Turm können Pirnaer und ihre Gäste auf die sanierte Altstadt mit ihren vielen denkmalgeschützten Häusern schauen.

Quelle: Archiv

Pirna. Wo ist die Denkmalpflege besser aufgehoben – im Pirnaer Rathaus oder im Landratsamt auf Schloss Sonnenstein? Auf diese Frage muss der Stadtrat eine Antwort finden. Eigentlich sollte auf der jüngsten Sitzung die Entscheidung fallen, ob die Untere Denkmalschutzbehörde in der Stadtverwaltung auch nach 2017 angesiedelt bleibt. Doch die Räte haben sie noch einmal bis zur Haushaltsdebatte verschoben. „Die Untere Denkmalschutzbehörde vor Ort hat Vorteile, es geht aber um die Finanzierung“, brachte das Problem Stadtrat Wolfgang Heinrich (Pirnaer Bürgerinitiativen) auf den Punkt.

Seit 1995 ist Denkmalpflege im Rathaus angesiedelt. Die Stadt hat die Aufgabe damals freiwillig übernommen. Grund war der reiche Denkmalbestand von aktuell rund 1200 Einzeldenkmalen im Stadtgebiet sowie der damals begonnenen Altstadtsanierung mit den vielen Instandsetzungsvorhaben. „Ende nächsten Jahres wird die maßgebliche Mitarbeiterin im Bereich Denkmalschutz in den Ruhestand gehen. Das bedeutet, dass bereits im Rahmen der Haushaltsdiskussion 2017/18 noch eine Entscheidung über die Fortsetzung der Funktion getroffen werden muss“, informierte die Stadtverwaltung in der Beschlussvorlage.

In der Regel fallen Denkmalschutzangelegenheiten in die Zuständigkeit von Landkreisen und kreisfreien Städten. Stadtrat Heinrich hat daher eine Entscheidung getroffen. Er möchte die Aufgaben an das Landratsamt abgeben. „Die Denkmalschutzbehörde würde sich auf dem Sonnenstein befinden, die paar Schritte sind kein Problem“, meinte er. Eine Fortführung bei der Stadt würde den Haushalt in zehn Jahren mit rund 1,2 Millionen Euro belasten. Die Mittel möchte er wegen der Haushaltslage einsparen. Um seine notwendigen Investitionsvorhaben finanziell stemmen zu können, muss die Stadt neue Schulden machen.

Angesichts des Haushaltes hat auch die CDU-Fraktion Bedenken, den Denkmalschutz im Rathaus zu belassen. „Wir sind uns der Wichtigkeit der Denkmalpflege und der Bedeutung des Sachverhaltes bewusst“, so Fraktionschef Frank Ludwig. Auf seinen Antrag hin wurde die Entscheidung noch einmal vertagt.

Zuvor warb Ralf-Peter Pinkwart vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen dafür, die Untere Denkmalschutzbehörde fortzuführen. Die Stärke Pirnas sei die historische Altstadt. „Denkmalschutz und Denkmalpflege ist hier wichtiger als in anderen Städten“, so Pinkwart. Die Altstadtsanierung nannte er eine Erfolgsgeschichte. Aber noch nicht seien alle denkmalgeschützten Gebäude wieder instandgesetzt, wie beispielsweise das ehemalige Hotel „Schwarzer Adler“, der Alte Bahnhof und Schloss Zehista. Auch die sanierten Gebäude bedürften einer andauernden Betreuung und Pflege. „Dafür braucht es einen sach- und fachkundigen Denkmalpfleger vor Ort“, sagte Pinkwart.

Einen Ansprechpartner für Belange des Denkmalschutzes möchte Linke-Stadtrat Claus-Dieter Hampel auch in Zukunft im Rathaus haben. „Denkmalpflege und Bauverwaltung unter einem Dach bringt Vorteile für den Bürger. Ein Bauherr kann alles in einem Haus klären“, argumentierte er.

Ob dies auch nach 2017 so bleibt, entscheidet sich in der Haushaltsdebatte am 22. November.

Von Silvio Kuhnert

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