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Stadträte für Bürgerbefragung zur Zukunft der Ecke Schlossstraße/Frongasse

Altstadt Pirna Stadträte für Bürgerbefragung zur Zukunft der Ecke Schlossstraße/Frongasse

Seit Februar 1989 klafft gegenüber dem Canalettomarkt an der Südostecke des Pirnaer Marktplatzes eine Baulücke. Im Rathaus gibt es Überlegungen zu einer Wiederbebauung der Freifläche. Nach Meinung der SPD/Grüne-Fraktion sollten Verwaltung und Stadtrat das nicht allein entscheiden.

An der Ecke vor dem binationalen Internat stand bis Februar 1989 eines der wertvollsten gotischen Stadthäuser Pirnas. Seit dem Abriss ist dort eine Freifläche.
 

Quelle: Silvio Kuhnert

Pirna. Es ist die einzige grüne Ecke am Pirnaer Marktplatz – die kleine Freifläche vor dem binationalen Internat des Schiller-Gymnasiums gegenüber dem Canalettohaus. Zudem bietet sie mit einer Rutsche und Wippgeräten die einzigen Spielmöglichkeiten für Kleinkindern in der„guten Stube“ der Stadt. Ob das Grundstück Schlossstraße 14 eine Grünfläche bleiben soll, wird derzeit im Rathaus debattiert. Die Verwaltung hat die Stadtratsfraktionen gefragt, was sie von der Idee einer Bebauung halten.

Mit ihrem Entwurf eines Stadthauses, das sich in der Form an der umliegenden Bebauung orientiert, gewann Anela Akynow einen studentischen Archite

Mit ihrem Entwurf eines Stadthauses, das sich in der Form an der umliegenden Bebauung orientiert, gewann Anela Akynow einen studentischen Architekturwettbewerb.

Quelle: Silvio Kuhnert

Auf Vorschlag der SPD/Grüne-Fraktion soll die Debatte nicht im Rathaus verbleiben. Sie reichte einen Antrag auf Beteiligung der Einwohner ein. „Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Pirna sind in Form einer Bürgerbefragung in den Entscheidungsprozess des Stadtrates für oder gegen eine Bebauung der Lücke Schlossstraße/Ecke Frongasse einzubeziehen“, lautet der Vorschlag.

Die Idee eines Lückenschlusses kommt nicht von ungefähr. Denn das Eckgrundstück ist nunmehr erst seit 28 Jahren eine Freifläche. Im Februar 1989 musste das sich dort befindliche Gebäude wegen Bauschäden weichen. Bei dem Bau hat es sich um eines der wertvollsten gotischen Stadthäuser gehandelt. Ursprünglich sollte es als Kopie wieder errichtet werden. Doch dazu kam es nicht, denn der Eilabrisses machte eine gründliche Dokumentation sowie restauratorische Untersuchungen unmöglich. Die durch den Abbruch hervorgerufene Empörung führte mit zur Gründung der Bewegung „Rettet Pirna“, die sich gegen die Pläne zum Abriss des Teufelserkerhause erfolgreich zu Wehr setzte. Aus der Bürgerbewegung im Herbst 1989 ging das „Kuratorium Altstadt Pirna“ hervor. In den beiden Jahrzehnten danach wurde der historische Stadtkern fast vollständig saniert. Die Ecke Schlossstraße/Frongasse blieb jedoch eine der seltenen Baulücken in der Altstadt.

Wie die Lücke wieder gefüllt werden könnte, darüber haben sich bereits Architekturstudenten Gedanken macht. Unter dem Motto „Was heißt hier alt? – Historische Quartiere für die Zukunft“ rief die Messeakademie zur „denkmal 2014“ in Leipzig einen studentischen Architekturwettbewerb aus. Studierende waren aufgerufen, Lösungen für vier ausgewählte Stadtquartiere in der Region Mitteldeutschland zu entwickeln, darunter war auch die Ecke am Pirnaer Obermarkt.

Die Studentin der TU Dresden Anela Akynow gewann mit ihrem Entwurf, den sie „Generationencafé und Wohnen am Markt“ taufte, den Wettbewerb. Ihr Bebauungsvorschlag umfasst das gesamte Areal mit einem großen Hauptgebäude an der Schlossstraße, einem Nebengebäude am anderen Gründstücksende sowie einem privaten Innenhof dazwischen. Mit Fassade, Geschosshöhe und einem Satteldach orientieren sich ihre Pläne an den Nachbarhäusern. „Es wird ein zeitgenössisches Haus geschaffen, das die Tradition des Ortes nicht vergisst, jedoch keine historisierende Rekonstruktion darstellt“, heißt es in einer Broschüre, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im Anschluss an den Wettbewerb herausgegeben hat. Auf 48 Seiten sind die Entwürfe der Preisträger sowie der Teilnehmer, die eine Belobigung erhalten haben, dargestellt.

Das Heft mit den Beiträgen des Studentenwettbewerbs hat die Verwaltung den Stadtratsfraktionen mit der Frage in die Hand gegeben, ob sie eine Wiederbebauung der Fläche wollen oder nicht. „Oft schreiben sich politisch Verantwortliche Bürgerbeteiligung auf die Fahnen. Oft bleibt aber unklar, was damit konkret gemeint ist. Nach Auffassung unserer Fraktion bietet die anstehende Fragestellung eine gute Möglichkeit die Bevölkerung in den Entscheidungsprozess mit einzubeziehen“, sagt SPD/Grüne-Stadtratsfraktionschef Ralf Wätzig. Pro und Contra Argumente ließen sich gut darstellen. „Es könnte eine klare Fragestellung für oder gegen eine Bebauung geben. Deshalb beantragen wir einen derartigen Beteiligungsprozess“, so Wätzig. Nun muss der Stadtrat entscheiden, ob er die Pirnaer in die Entscheidungsfindung einbeziehen möchte.

Von Silvio Kuhnert

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