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Umland Stadtmuseum Meißen zeigt Porzellane aus Japan und der Hand Ludwig Zepners
Region Umland Stadtmuseum Meißen zeigt Porzellane aus Japan und der Hand Ludwig Zepners
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11:14 17.03.2016
Museumsleiterin Martina Fischer, hier zwischen zwei Porzellanleuchtern Ludwig Zepners zu sehen, legt noch einmal letzte Hand an die neue Sonderausstellung im Stadtmuseum Meißen.   Quelle: Foto: Uwe Hofmann
Meissen

 Zwei Jahrestage, ein Werkstoff: Unter dem Titel „A & Z – Arita und Zepner“ betrachtet das Stadtmuseum Meißen den künstlerischen und kunstvollen Umgang mit Porzellan aus zwei Perspektiven. Anlass für die Schau, die am Freitag, 13 Uhr, feierlich eröffnet und ab Sonnabend der Allgemeinheit zugänglich sein wird, ist zum einen die Herstellung des ersten Porzellans auf japanischen Boden in Meißens Partnerstadt Arita vor 400 Jahren. Zum anderen wird einer der großen Meißner Künstler gewürdigt, der seine Wurzeln in der Porzellan-Manufaktur hat: Der Formgestalter Ludwig Zepner, der in diesem Jahr 85 Jahre alt geworden wäre.

Die Sonderausstellung ist eine kurze Verneigung vor Japan und dessen im Vergleich mit Meißen knapp 100 Jahre älterer Porzellankultur und eine tiefe Verbeugung vor Zepner, der die künstlerische Entwicklung der Porzellan-Manufaktur von 1960 bis 1990 leitete und auch nach seiner Verabschiedung in den Ruhestand 1996 noch entscheidenden Einfluss behielt. Das zeigt schon der Blick auf die Exponatenliste. Knapp 250 Ausstellungsstücke sind zu sehen, darunter auch Bilder, die die Fotografin Claudia Hübschmann in Arita gemacht hat. Etwa 150 von Zepner geschöpfte Porzellane sind zu sehen, davon 19 Leihgaben aus dem Atelier Sabatier, die für Käufer zu haben sind. 75 Porzellane stammen aus Arita und zeigen eher modernes als historisches Geschirr, dessen Formensprache freilich auf der japanischen Tradition aufbaut.

Das passt in den Zepner’schen Kontext, dessen künstlerischer Werdegang als so etwas wie ein roter Faden durch die Ausstellung dient. „Er hat sich ja immer für neue Formengebungen interessiert“, sagt Museumsleiterin Martina Fischer. Er entwarf 352 Objekte für das Fertigungsprogramm der Porzellan-Manufaktur, dazu schuf er 254 Unikate, von denen viele aus dem Privatbesitz der Witwe Zepner als Leihgaben zu sehn sind. Auf der Suche nach künstlerischen Anreizen reiste er – für DDR-Zeiten bemerkenswert – nach Indien, später auch nach Japan, wo er sich zu seinem Japangeschirr inspirieren ließ. Dort liegt ein schöner Anknüpfungspunkt für den Arita-Teil der Ausstellung, den man allerdings rasch hinter sich lässt, um der Zepner’schen Entwicklung weiter zu folgen. Es sind viele Stücke zu sehen, die die typische Formensprache der Porzellan-Manufaktur erkennen lassen, etwa große Flächen, die den Porzellanmalern Platz für ihre Kunst ließen. Auch die für Zepner typischen, farbkräftigen Glasuren werden gezeigt. Am Ende steht ein besonderes Werk, die Porzellan-Orgel, mit deren Schöpfung sich Zepner seit seiner Versetzung in den Ruhestand beschäftigte. Mit ihr löste er gemeinsam mit der Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich ein Problem, über das sich andere seit 280 Jahren den Kopf zerbrochen hatten: Die Herstellung stimmbarer Orgelpfeifen aus Porzellan. Wenig verwunderlich also, dass das Instrument während der feierlichen Eröffnung zu hören sein wird. Auch zum internationalen Museumstag am 22. Mai wird es erklingen.

19. März bis 19. Juni „A & Z – Arita und Zepner“ im Stadtmuseum Meißen, Heinrichsplatz 3, Di.-So. 10-18 Uhr, auch Oster- u. Pfingstmontag geöffnet, Eintritt 3 Euro, ermäßigt 2 Euro

Von Uwe Hofmann

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