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Stadtmuseum Meißen ist nach dem Junihochwasser vollständig restauriert

Feuerwehrausstellung ab Juli Stadtmuseum Meißen ist nach dem Junihochwasser vollständig restauriert

Am Donnerstag war es genau drei Jahre her, da begann Martina Fischer mit dem Packe - in der Roten Schule, wo sich die Depoträume des von ihr geleiteten Stadtmuseums befinden, und in der Franziskanerkirche selbst. Grund: Das Junihochwasser 2013.

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Steinrestaurator Hans Peter Hain an einem besonders plastischen Epitaph, das im Kreuzgang des Stadtmuseums zu sehen ist.
 

Quelle: Uwe Hofmann

Meißen.  Am Donnerstag war es genau drei Jahre her, da begann Martina Fischer mit dem Packen. Erst in der Roten Schule, wo das von ihr geleitete Stadtmuseum seine Depoträume hat und eine Werkstatt unterhält. Dann, einen Tag später, als Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) wegen des Junihochwassers 2013 die Räumung der Altstadt angeordnet hatte, auch in der Franziskanerkirche selbst, die das Museum beherbergt. „Vier Tage stand das Wasser hier drin, sieben Tage in der Roten Schule“, erinnert Fischer. Davon ist inzwischen nichts mehr zu merken. Auch wenn einige Arbeiten besonders im Außenbereich noch anstehen, ist in Sachen Hochwasserschadensbeseitigung inzwischen das Gröbste geschafft.

„Das ist gar nicht so einfach, weil sich Museumsbetrieb und Schließzeiten schwer vereinbaren lassen“, sagt Katja Lamnek aus dem Stadtbauamt. Sie hat den rund 364 000 Euro teuren Wiederaufbau koordiniert. In der 1547 erbauten Hallenkirche bedeutete das vor allem Erneuerung und Verlegung der technischen Anlagen in hochwassersichere Bereiche, Trocknung der Wände, Sanierung der Fußbodenheizung und einen neuen Anstrich mit einem mineralischen, luftdurchlässigen Anstrich, für die charakteristischen Säulen im ortstypischen Meißner Rot. Eine wesentliche bauliche Änderung hat man dem Denkmalschutz abgerungen: Das Schaufenster, das von der Rückseite mit einer Tapetentür verschlossen wurde, hat nun eine Glasrückwand, so dass es als eine Art Guckloch ins Museumsinnere dient. Ansonsten erscheint die Franziskanerkirche so wie vor dem Hochwasser.

Das ist im Neogotischen Haus schon anders. Dort hat man sämtliche aus Trockenbauten resultierende Hohlräume aufgebrochen. Auch hat man dort eine neue Sanitäranlage eingebaut. Im Kreuzgang, einem besonderen Pfund des Stadtmuseums, in dem 49 teils sehr prächtige Grabmale aus der Zeit vom 16. bis Mitte des 19. Jahrhunderts zu sehen sind, musste man den Putz abschlagen, damit die Wände trocknen können. Schwieriger war der Umgang mit den Sandstein-Sandstein-Epitaphien. Diese geben die Feuchtigkeit nur sehr langsam ab, wobei ausgespülte Salze, die an der Oberfläche auskristallisieren zum Absprengen von Farbe und Stein führen können, wie Steinrestaurator Hans Peter Hain erläutert.

Er hatte die Grabmale bereits Anfang der 90er Jahre restauriert, dann noch einmal nach der Augustflut 2002. Von damals sind übrigens noch an einige Epitaphien die Höchststände ablesbar, weil sie dort, wo sie im Wasser lagen, ihre Patina verloren haben. Nach der jüngsten Flut ist das nicht passiert. Vielleicht, weil die Elbe weniger Schadstoffe mitführte, vielleicht weil Hains rasches Handeln Früchte zeigte. Jedenfalls hat er sofort nach dem Zurückweichen des Hochwassers Kompressen für die Epitaphe angefertigt und sie in den darauf folgenden Monaten, nachdem der Sandstein abgetrocknet war, ein drittes Mal restauriert. Unter diesen Stücken befinden sich im Übrigen vier raumgreifende Grabskulpturen, die Johann Joachim Kaendler einmal nicht als Porzellanschöpfer sondern als Bildhauer zeigen.

All das ist nun wieder ohne Einschränkung zu sehen. Man spricht an dieser Stelle gern vom neuen Glanz, aber es ist der alte, ganz widerhergestellte, der jetzt Besucher lockt. Die können bis zum 19. Juni noch die großangelegte Porzellanausstellung „Arita und Zepner“ sehen, ehe Anfang Juli die neue Sonderschau zur Gründung der ersten Freiwilligen Feuerwehr vor 175 Jahren eröffnet wird. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 3, ermäßigt 2 Euro.

Von Uwe Hofmann

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