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Umland Stadt Pirna bringt Nordhang am Schlossberg in Schuss
Region Umland Stadt Pirna bringt Nordhang am Schlossberg in Schuss
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11:33 20.08.2016
René Schröter saniert derzeit die Reste der alten Stadtmauer am nördlichen Schlossberghang. Das Mauerwerk war einst 1,90 Meter dick.  Quelle: Fotos (2): Silvio Kuhnert
Pirna

 Hinauf zum Schloss Sonnenstein können Pirnaer und ihre Gäste bald neue Pfade einschlagen. Die Stadt hat mit der Sanierung des Nordhanges begonnen. „Und dieser wird zusätzliche Wege zwischen Sonnenstein, der Altstadt und der Holdergasse bieten“, sagt OB Klaus-Peter Hanke (parteilos) während eines Rundganges am Fuße der Festungsbastionen.

Hinter dem Hohen Werk schlängelt sich bereits eine Stahltreppe am dicken Mauerwerk entlang. Sie verbindet den Maler- bzw. Canalettoweg mit dem früheren Kohlebunker des Schlosses. Wer nicht über die Schlosstreppe den Schlosshof betreten möchte, musste bislang zwingend bis zur Gedenkstätte entlang der Festungsmauern gehen, um auf das Gelände der früheren Heil- und Pflegeanstalt zu kommen. „Jetzt besteht die Möglichkeit, eine Abkürzung zu nehmen“, sagt das Stadtoberhaupt. Seit Freitag ist die neue Treppe zum Schloss geöffnet.

Anne Prugger (vorn) und Sybille Neumann stehen auf der neuen Stahltreppe. Quelle: Silvio Kuhnert

Bei der Stahltreppe wird es als neue Wegeverbindung zwischen Altstadt und Sonnenstein nicht bleiben. An den Überbleibseln der bis zu 1,90 Meter dicken Pirnaer Stadtmauer sowie eines alten Rundturmes ist René Schröter bereits fleißig am Bauen. Er saniert brüchige, verwitterte und poröse Fugen und setzt sogar Steine zum Malerweg hin auf das Mauerwerk drauf. „Mit der Aufmauerung wollen wir verhindern, dass Kinder raufklettern können“, klärt Landschaftsarchitektin Anne Prugger auf. Denn die Mauerreste schmiegen sich an den Nordhang an und es geht sehr steil nach unten. Entlang der Mauer wird ein alter und über viele Jahre ungenutzter Treppenaufstieg rekonstruiert. Die alten Stufen sind bereits entfernt. „Mit Sandsteinstufen wird die Treppenanlage neu gesetzt“, so Prugger. Das mit ihrem Bruder gemeinsam geführte Landschaftsarchitekturbüro aus Birkwitz plante und betreute bereits die Sanierung des Westhanges mit Schlosstreppe, Terrassengärten und Weißen Turm. Seit der offiziellen Einweihung im April 2012 habe sich dieser Bereich „mittlerweile für Jung und Alt zum Wohlfühlplatz in unserer Stadt entwickelt“, wie OB Hanke meint.

Die Fertigstellung der Treppenanlage am Nordhang ist für Ende dieses Jahres geplant. Dann können Pirnaer und ihre Gäste von der Holdergasse aus, über Terrassenanlagen und entlang der Stadtmauer den Sonnenstein hinauf zum Schloss erklimmen. Auch auf dem Maler- und Canalettoweg sollen Spaziergänger und Wanderer künftig besser gehen können. Hier lässt die Stadt die Stützmauern und die Wegoberfläche am Fuße der Bastionen bis zur Gedenkstätte erneuern. An schmalen Wegstücken wird zudem ein Geländer angebracht. Aufgrund der Arbeiten wird es in der ersten Hälfte des kommenden Jahres in diesem Bereich Einschränkungen für Wanderer geben.

Ein Blick in die Unterwelt von Pirna: Im Schlossberghang schlummert der Pienitz-Behälter. Der soll sich nach der Sanierung wieder mit Quellwasser füllen. Quelle: Norbert Kaiser

Parallel dazu möchte die Stadt zwei Brunnen zum Sprudeln bringen, und zwar den an der Holdergasse und den an der Langen Straße. Dafür repariert sie ein im Schlossberg verstecktes Wasserleitungssystem. Sammelanlagen für Quellwasser gibt es bereits seit der Zeit Canalettos im Schlossberg. So sind zum Beispiel Wasserleitungen in Plänen eines Rohrmeisters aus dem 18. Jahrhundert verzeichnet. In den Rohren fingen die Vorväter Quellwasser aus dem Schlossberghang auf. Im 19. Jahrhundert führten sie das lebenswichtige Nass in eine Sandfilteranlage, wo sich Steine und Kies ablagerten. Das gereinigte Wasser strömte dann in einen Behälter. Der ist nach Bürgermeister Pienitz benannt, der die Geschicke der Stadt von 1851 bis 1883 lenkte. Im Untergrund seines damaligen Gartens befindet sich der Wasserspeicher, der zur Trinkwasserversorgung der Altstadt diente.

In drei Kammern sammelte sich das Wasser. Aus dem Speicher mit seinem mächtigen Gewölbe führten Leitungen und Gräben zu den Brunnen in der Stadt. Der Pienitz-Behälter war nicht nur ein Trinkwasserspeicher. Unterhalb befand sich das ehemalige Spritzenhaus. Im Notfall wurde das Wasser zum Löschen von Bränden genutzt. Bis in die 1950er Jahre versorgte der Pienitz-Behälter Teile der Altstadt mit frischem Quellwasser, bis 1985 diente er als ein Vorratsspeicher für das Wasserwerk Waldstraße. Seitdem schlummert er versteckt im Nordhang. Mit der Instandsetzung möchte die Stadt das alte Wassersystem mit Pienitz-Behälter, der Sandfilteranlage und den Quellwasserleitungen wieder beleben.

1,2 Millionen Euro kostet die Sanierung des Nordhanges. Bis Ende 2017 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Sie müssen es sogar. Denn die Bauarbeiten am Schlossberg werden überwiegend mit Mitteln aus dem Altstadtfördertopf finanziert. Das Förderprogramm läuft 2017 aus.

Von Silvio Kuhnert

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