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Stadt Coswig möchte ab 2022 komplett schuldenfrei sein

Städtische Finanzen Stadt Coswig möchte ab 2022 komplett schuldenfrei sein

Rund zwei Millionen Euro an Verbindlichkeiten bei Banken hat die Stadt Coswig im ausgelaufenen Jahr abgebaut. Die Verschuldung liegt nun bei rund fünf Millionen Euro. Damit hat sie einen neuen Tiefstand erreicht.

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Die Grafik zeigt die Entwicklung der Verschuldung der Stadt Coswig.

Quelle: Stadt Coswig

Coswig. Die Stadt Coswig hat sich ein Ziel gesetzt: Ende 2021 möchte sie schuldenfrei sein. Und derzeit befindet sie sich auf einen guten Weg dorthin. Allein im vorigen Jahr hat sie knapp zwei Millionen Euro an Verbindlichkeiten bei Banken abgebaut, wie Finanzbürgermeister Thomas Schubert (parteilos) mitteilt.

Nachdem das Jahr 2017 Geschichte ist und die geplanten Maßnahmen zur Entschuldung der Großen Kreisstadt vollzogen sind, zog der Kämmerer Bilanz. Vor zwölf Monaten stand die Kommune noch mit reichlich sieben Millionen Euro bei Bankhäusern in der Kreide. „Nach Vollzug aller Umschuldungen, Tilgungen und Sondertilgungen im Darlehensportfolio weist die Stadt Coswig zum 31. Dezember 2017 eine Verschuldung bei Kreditinstituten von rund fünf Millionen auf“, berichtet Schubert. Dieser Schuldenstand entspricht einem Pro-Kopf-Betrag von 241 Euro. Vor einem Jahr betrug dieser Wert noch 339 Euro. „Damit liegt die Verschuldung deutlich unter dem Landesdurchschnitt, welcher 656 Euro je Einwohner beträgt“, führt Schubert nicht ohne Stolz weiter aus. Zudem habe die Stadt im vorigen Jahr einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg des Schuldenabbaus erreicht. Die Verschuldung sei erstmals geringer als zum Jahresende 1991, so Schubert.

Um die Aufgaben der Nachwendezeit zu meistern – wie eine gründliche Altlastensanierung und Neuentwicklung der Industriebrachen, die Sanierung des Kanal- und Straßennetzes, der Schulen und Kitas sowie die Innenstadtsanierung und die Entwicklung der Wohngebiete – nahm die Stadt nach der politischen Wende und Wiedervereinigung kontinuierlich Kredite auf. Betrug die Schuldenlast 1990 „nur“ rund drei Millionen Euro kletterte sie innerhalb von fünf Jahren auf circa 20 Millionen Euro. Der Höchststand wurde zum Jahreswechsel 2004/2005 erreicht. Da lagen die Verbindlichkeiten bei nahezu 23 Millionen Euro. Seither nahm die Stadt keine neuen Kredite für Investitionsvorhaben in Anspruch, sondern trug Jahr für Jahr den Schuldenberg durch Tilgung ab. „In den letzten 13 Jahren konnte die Verschuldung um fast 78 Prozent gesenkt werden“, informiert Schubert.

Auch im neuen Jahr ist ein weiterer Schuldenabbau vorgesehen. Im Doppelhaushaltsplan 2018/2019 ist eine Tilgung in Höhe von über 1,2 Millionen Euro auf dann knapp 3,8 Millionen Euro geplant. Die Pro-Kopf-Verschuldung soll zum Ende dieses Jahrs bei nur noch rund 182 Euro liegen. Auch in den Folgejahren sind neben den vertraglich vereinbarten Tilgungsraten Sondertilgungen im Haushalt vorgesehen. „Somit wird die volle Schuldentilgung im Jahr 2021 erreicht sein“, so Schubert.

Mit der Schuldenfreiheit ab 2022 stehen die jetzt noch jährlich für Tilgungsleistungen benötigten Mittel für Investitionen zur Verfügung. In 2017 wären dies zwei Millionen Euro gewesen.

Von Silvio Kuhnert

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