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Umland Sorge um Zukunft von „Schwarzes Teich“
Region Umland Sorge um Zukunft von „Schwarzes Teich“
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18:40 27.11.2018
„Schwarzes Teich“ ist nur noch eine grüne Pfütze. Nach der Entschlammung steht die Reparatur des Mönchbauwerks sowie der Bau eines neuen Ablaufes an. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
Radebeul

Die „Chorgemeinschaft Radebeul-Lindenau 1895“ sorgt sich um „Schwarzes Teich“. Traditionell lädt sie Anfang Juni zum gemeinsamen Singen an das Ufer des Gewässers im Waldpark ein. Doch wegen Verschmutzung und üblen Gerüchen musste das Konzert im vorigen Jahr ausfallen und in diesem Sommer hatte der Teich gar kein Wasser mehr. Mit einer Petition wandten sich die Sänger und Sängerinnen an die Stadt mit dem Wunsch nach einer Sanierung sowie die Absicherung der Wasserzufuhr.

Eine Entschlammung stand seit vorigem Jahr auf der Agenda der Stadtverwaltung. Im vergangenen Frühjahr verlor der Teich dann ungewollt den Großteil seines Wassers. Das Mönchsbauwerk, über den der Abfluss reguliert wird, ging kaputt. Dies sowie die anhaltende Dürre im Sommer war für die Entschlammung von Vorteil. Die unerwünschten Ablagerungen auf dem Teichgrund trockneten ab. Rund 150 Kubikmeter Schlamm wurden im September ausgebaggert und abtransportiert. Die Kosten betrugen rund 25 000 Euro.

Im kommenden Januar und Februar steht die Sanierung des Mönches sowie die Umverlegung des Abflusses an, informiert die Verwaltung. Bislang wird „Schwarzes Teich“ nur auf einer kurzen Strecke durchströmt. Der Bau eines neuen Überlaufs an anderer Stelle soll künftig für eine bessere Durchströmung des Teiches sorgen und somit zu einer Verbesserung der Wasserqualität führen.

Nach diesen Arbeiten sind die baulichen Voraussetzung geschaffen, dass sich der Teich wieder mit Wasser füllen kann. Das Versiegen des Zulaufes führt die Untere Wasserbehörde des Landkreises Meißen auf die Hitze und Trockenheit im Sommer zurück. „Wenn ausreichend Niederschlag fällt, fließt wieder genügend Wasser zu“, fasst Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) die Auffassung der Kreisbehörde zusammen.

Das künstliche Gewässer, das sich auf der Nordseite des Steinrückens unterhalb des Kiesgrubenweges befindet, hatte im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts der Besitzer des Weingutes Friedstein, Georg Wilhelm Schwarz (1782-1842) anlegen lassen. Daher auch der Name „Schwarzes Teich“. Zu seinem Zulauf gehört eine kleine Teichkette, die dazu diente, Schichtenwasser aus den höheren Lagen aufzufangen. Dadurch wurden die Wiesen im Einzugsgebiet entwässert und konnten vor über 100 Jahren bebaut werden.

„Ich bin skeptisch, ob das Schichtenwasser ausreicht, um den Teich zu füllen und zu durchspülen“, sagt OB Bert Wendsche (parteilos). Denn bislang wurde das Gewässer auch durch die Straßenentwässerung der Oberen Burgstraße gespeist. Jedoch bekommt der Straßenzug derzeit einen neuen Regenwasserkanal. Die Stadt wollte das darin gesammelte Wasser wieder dem Teich zuführen. Doch dem schob das Kreisumweltamtes einen Riegel vor. Zum Schutz von laichenden Fröschen, Kröten und Molchen darf das auf der Straße anfallende Wasser nicht mehr in das Teichsystem, sondern muss in die Kanalisation geleitet werden. Die Stadtverwaltung befürchtet zudem, dass durch den neuen Kanal ein Teil des für die Teichkette relevanten Einzugsgebietes abgeschnitten wird.

Erst ein Jahr mit normalen Niederschlagsmengen wird zeigen, ob die Wasserzufuhr allein durch Schichtenwasser für „Schwarzes Teich“ ausreichend ist, wie das Landratsamt meint, oder die Stadt alternative Lösungen suchen muss, damit das Gewässer nicht wieder zu einem stinkenden Schlammloch wird.

Von Silvio Kuhnert

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