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Umland Seniorenwohnpark hinterm Sicherheitszaun
Region Umland Seniorenwohnpark hinterm Sicherheitszaun
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11:19 24.08.2018
Der Abriss des Schornsteins des Heizhauses der ehemaligen Gärtnerei war der Startschuss für Erschließung und Bau des Wohnparkes für die Generation 55plus. Nach wenigen Stößen mit dem Ausleger blieb vom dem Schlot nur noch ein Schutthaufen übrig. Quelle: Foto: S. Kuhnert
Weinböhla

Der Abrissbagger musste dem Schornstein auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei in Weinböhla nur wenige Stöße versetzen. Schon blieb von dem 21 Meter hohen Schlot des ehemaligen Heizhauses nur noch ein Schutthaufen übrig. Seit Ende der DDR lag das rund 14000 Quadratmeter große Areal zwischen Dresdner Straße und Schwarzem Weg brach. Der Abriss der Esse bildete am Mittwoch das Startsignal für eine neue Nutzung des Geländes. „Hier entsteht die erste Senioren-Wohnsiedlung in Ostdeutschland“, sagte Frank Stritzke, Geschäftsführer der Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen. Ihm ist jedenfalls keine andere von dieser Dimension bekannt.

In rund zwei Jahren Bauzeit wachsen auf dem Grundstück Dresdner Straße 94 in unmittelbarer Nachbarschaft zum Netto-Discountmarkt drei Mehrfamilienhäuser mit 30 bis 40 altersgerechten Mietwohnungen und einer Begegnungsstätte in die Höhe. Außerdem sind bis zu 18 barrierefreie Doppelhäuser im Bungalowstil mit Garten geplant, die zur Miete oder zum Kauf angeboten werden. Das Modell einer solchen Seniorensiedlung stamme aus Amerika, informierte Stritzke.

Im Jahr 2020 sollen die ersten Bewohner der Generation 55plus in den Wohnpark einziehen können. „Es gibt bereits zahlreiche Anfragen“, berichtete der Chef der Volkssolidarität. So sei der Erwerb eines Bungalows stärker nachgefragt als ihn zu mieten. Die Eigenheime sind für Senioren gedacht, denen ihr großes Haus im Alter zu viel wird, aber eine Wohnung zu klein ist und die auf einen eigenen Garten nicht verzichten wollen. Die Anlage wird eine Tochter der Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen, die Sozialprojekt Volkssolidarität Elbtalkreis Gemeinnützige Betriebsträgergesellschaft mbH (SOVO gGmbH), betreiben.

Eine Besonderheit der „Seniorensiedlung Weinböhla“ stellt das Sicherheitskonzept dar. Ein Sicherheitsdienst wird tagsüber auf Abruf tätig sein und regelmäßig Streife fahren. Eine hohe Hecke oder ein Zaun soll die Ü55-Anlage umgeben. Nachts werden die Tore zur Siedlung abgeschlossen. Grund für diesen Sicherheitsaufwand ist, dass die Zielgruppe – betagte bis hoch betagte Menschen, die sich nicht wehren können – immer wieder Opfer von Kriminellen werden, wie die Volkssolidarität und die SOVO gGmbH in anderen Seniorenwohnanlagen des Betreuten Wohnens feststellen mussten. Dieser Personenkreis ist verstärkt mit Diebstählen und kriminellen Maschen wie etwa dem Enkeltrick konfrontiert. „Ursprünglich verfolgten wir das Konzept offener Seniorenwohnanlagen“, sagte Stritzke. Jedoch ist man dabei sich von diesem zu verabschieden. An die aktuellen Gegebenheiten wird nicht nur die neue Anlage in Weinböhla angepasst. Auch in den anderen Seniorenanlagen der Volkssolidarität und ihrer Tochtergesellschaft sollen neue Sicherheitsvorkehrungen folgen.

Als Partner für die Realisierung des Seniorenwohnparks konnte die SOVO gGmbH die Freiberger Firma Landschaftsgestaltung Straßen-, Tief- und Wasserbau GmbH (LSTW) gewinnen. Sie ist nicht nur der Eigentümer des Grundstücks, sondern übernimmt auch die Erschließung. Das Unternehmen geht von Gesamtbaukosten von rund zwölf Millionen Euro aus.

Bevor der Abrissbagger die letzten knapp 14 Meter des Schornsteines am Mittwoch umstieß, pickerten am Vortag LSTW-Mitarbeiter die oberen Backsteinreihen mit einem Hammer ab. Zuvor befreiten sie nach Ende der Vogelbrutzeit das Gelände von Sträuchern und Bäumen. In den vergangenen Jahrzehnten, als die Fläche ungenutzt blieb, haben sich nicht nur Wildwuchs und Federvieh dort breit gemacht. Auch Zauneidechsen haben die ehemalige Gärtnerei erobert. Für die Reptilien hat die LSTW eine rund 12000 Quadratmeter große Ausgleichsfläche in Weinböhla geschaffen. Im August vorigen Jahres begann die Umsiedlung der Tiere. Rund 300 Eidechsen wurden bis Mai dieses Jahres eingesammelt und zu ihrem neuen Lebensraum gebracht.

Von Silvio Kuhnert

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