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Seit Freigabe ist die Autobahn 17 eine Baustelle

Seit Freigabe ist die Autobahn 17 eine Baustelle

Sie ist seit fünf Jahren fertig und noch immer eine Baustelle, sie verbindet Dresden unter anderem mit Usti, der Weg zum "Frühstück nach Prag" ist aber noch immer nicht komplett.

Von Christoph springer

Sie hatte einst einen Grenzübergang, von dem mittlerweile kaum noch etwas zu sehen ist und manche, wie etwa die Bewohner des Dresdner Lockwitzgrundes, empfinden sie noch immer als eine Zumutung. Aus ihrer Sicht fehlt ausreichender Lärmschutz an der Brücke über das Tal. Die Rede ist von der Autobahn 17. Genau heute vor fünf Jahren wurde die A17 für den Verkehr frei gegeben. Acht Jahre Bauzeit waren diesem Ereignis vorausgegangen, 680 Millionen Euro hat die Autobahn gekostet.

Der 21. Dezember 2006 war ein sonniger Wintertag ohne Schnee. Über den Erzgebirgskamm fegte ein eisiger Wind, als politische Prominenz aus Deutschland und Tschechien in einem Festzelt auf der Grenzbrücke über den Schönwalder Bach zusammenkam. Der tschechische Verkehrsminister Alex Rebicek traf dort seinen deutschen Kollegen Wolfgang Tiefensee und der SPD-Politiker stellte fest, die Autobahn habe "ganz hohe symbolische Kraft".

Das gilt fünf Jahre nach der Freigabe der Strecke auch für die Bagger und Laster, die derzeit an der A17-Abfahrt bei Heidenau im Einsatz sind. Denn seit ihrer Fertigstellung ist die Autobahn eine Dauerbaustelle, noch immer muss nachgebessert werden. So bekamen die Autofahrer am 21. Dezember 2006 eine neue Rennstrecke nach Süden, an der bis heute gearbeitet wird.

Noch vor der Freigabe auf dem Erzgebirgskamm gab es Kritik an dem Bau, denn schon im Dezember 2005 mussten Baufehler an den Autobahntunneln bei Dresden behoben werden. Einen Millionenbetrag kosteten damals diese Arbeiten, bei denen Fugen in den Betonröhren abgedichtet wurden. Monatelang führte dies zu Verkehrsbehinderungen.

Solche Probleme gibt es nicht mehr, zuletzt wurden in den Röhren Garantiearbeiten an den Lüftern erledigt, berichtete Michael Stritzke, Sprecher des Autobahnamtes Sachsen. Diese Arbeiten wurden am 8. Dezember abgeschlossen.

Heute sind sogenannte Hangrutschungen das Hauptproblem an der A17. Die sind aber nicht Sache des Autobahnamtes, sondern der Deges, der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, unter deren Regie einst der größte Teil der A17 gebaut wurde. Drastisch traten solche Probleme zunächst nahe dem Parkplatz Nöthnitzgrund zutage, derzeit werden Böschungen an der A17-Abfahrt Heidenau repariert. Auch bei Pirna wurden die künstlichen Berge zum Teil abgetragen und erneuert. "Pfusch am Bau" sei die Ursache für diese Hangrutschungen, kritisieren Straßenbaufachleute, die die A17 bestens kennen, doch die Deges lässt das nicht gelten. Tonschichten im Untergrund, die mit Sickerwasser in Verbindung gekommen sind, hätten das teilweise Absacken der darüberliegenden Hänge bewirkt, ließ sich Deges-Sprecherin Etta Schulze zitieren.

Wann die Autobahn bis Prag durchgängig fertig ist, steht indes immer noch nicht fest. Die ursprünglich heute geplante Freigabe eines weiteren Abschnitts der D8 bei Lovosice musste verschoben werden. Der Grund: Es gibt Genehmigungsprobleme bei einer Schallschutzbrücke, die längst fertig ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.12.2011

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