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Sein Erfolg kommt aus dem Ei - René Kreher hat die Fasanerie in Moritzburg belebt

Sein Erfolg kommt aus dem Ei - René Kreher hat die Fasanerie in Moritzburg belebt

Jeden Morgen vor der Arbeit führt René Krehers erster Weg zum Bruthaus. Darin wuseln in mehreren Räumen rund 400 Küken über den Boden - keine Hühner, sondern Fasane.

Moritzburg.

Der 35-jährige Kreher hat 2006 die Fasanenzucht wieder an das Fasanenschlösschen gebracht. Genau an die Stelle also, wo bis 1916 Sachsens Kurfürsten den wegen seines auffälligen Aussehens und Geschmacks geschätzten Vogel züchten ließen.

Nachdem Kreher sich vom Wohlbefinden der kleinen Piepser überzeugt hat, geht es zum Brutautomaten. Dort liegen die Eier, die er im Wochenrhythmus aufliest und wie in einer modernen Großzucht durch einen sensibel eingestellten Automaten ausbrüten lässt. Diesen Aufwand betreibt er aber nur bei den Gelegen der Arten Tenebrosus und Mongolischer Jagdfasan, bei den übrigen sechs Fasanenarten, die in der Anlage zu sehen sind, lässt er der Natur ihren Lauf. Um die 700 Küken schlüpfen auf diese Weise in den nächsten Wochen, 200 gibt der Weinböhlaer im jungen Alter an Züchter ab, etwa 500 setzt er in den großen Volieren aus, wo jetzt schon ein dichtes Pflanzengemisch zu wuchern beginnt. "Das ist Fasanenweide", erklärt Kreher, eine Mischung aus Mais, Sonnenblumen, Hafer, Gerste, Weide, Brennesseln und Weizen. Den Vögeln dient dieses Dickicht als Nahrung und Unterschlupf, gerade im Sommer sind die Tiere dann kaum zu sehen.

Ganz im Gegensatz zu den Brutvögeln in ihren Schauvolieren, mit denen Kreher etwas zur Attraktivität des Ortes beitragen will. "Ich möchte den Besuchern einfach etwas zeigen", sagt er. Aber auch die Züchter interessieren sich für Goldfasan, Diamantfasan, Silberfasan, Blauer Ohrenfasan oder den Swinhoe-Fasan. "Ich habe für viele Arten eine Warteliste", sagt er.

Nicht nur unter Züchterkreisen ist die Moritzburger Fasanerie inzwischen eine bekannte Nummer. Auch die Gastronomie weiß Krehers Arbeit zu schätzen. Ab Oktober schlachtet er die Fasane aus den großen Volieren im eigens dafür in Weinböhla gebauten Schlachthaus. Zu den ausgewählten Abnehmern gehören die Churfürstliche Waldschänke in Moritzburg, die Laubenhöhe in Weinböhla, aber auch das Adlon Kempinski und Fischers Fritz in Berlin und der Stadtpfeiffer in Leipzig. Erstmals wolle er in diesem Jahr auch nach Wien liefern, wo es schon seit Jahren eine Nachfrage gebe. Das Geschäft brummt also, was auch ein Nachteil für die vielen Privatleute ist, für die weniger übrig bleibt.

"Ich möchte die Fasanerie vergrößern", sagt Kreher daher. Als geeignetes Grundstück hat er die dreieckige Wiesenfläche in direkter Nachbarschaft ausgemacht, wo früher das Garnhaus der Fasanerie stand. Allerdings benötigt Schloss Moritzburg die Fläche für die Rekonstruktion der historischen Gartenanlage, weshalb Kreher von Neuem überlegen muss. Geduld hat er schon bewiesen: Wo heute seine Fasane leben, waren früher zwölf einzelne Gartengrundstücke, die Kreher alle nach und nach dazugepachtet hat. Durch mehrere Zufälle ist Kreher zur Fasanerie in Moritzburg gekommen. Sein Opa habe ihm erstmals die Zucht mit den Vögeln gezeigt, als ihm die Oma ein Gartengrundstück in Weinböhla schenkte, habe er ebenfalls damit begonnen, erzählt Kreher. Da war er schon als Tischler ausgebildet, was ihn gemeinsam mit seinem historischen Interesse nach Moritzburg brachte. Mit seinem Know-how wollte er die historische Bootsfahrt auf dem Großteich aufleben lassen. Daraus ist nichts geworden, auch wenn Kreher sagt: "Die Pläne habe ich alle fertig in der Schublade." Stattdessen kam die Idee mit der Fasanenzucht, die sich als Glückstreffer erwiesen hat. Wobei Kreher zögert, seinen Tischlerberuf ganz aufzugeben. "Für mich ist das hier der Ausgleich vom Alltag", sagt er mit Blick in die idyllisch gelegene Anlage. "Wenn ich davon leben müsste, habe ich Angst, dass ich diese Ruhe verliere."

An jedem zweiten und vierten Sonntag, so auch Pfingstsonntag, öffnet René Kreher die Fasanerie von 10.30 bis 18 Uhr für Besucher. Fasane können unter Ruf 0172/3486830 bestellt werden. Es gibt eine Warteliste.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.06.2014

Uwe Hofmann

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