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Umland Schwer kranker Riccardo aus Radebeul will noch einmal mit Delfinen schwimmen
Region Umland Schwer kranker Riccardo aus Radebeul will noch einmal mit Delfinen schwimmen
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09:19 10.03.2019
Riccardo, seine Betreuerin Ricarda und Therapiedelfin Papito 2015. Quelle: privat
Radebeul

Riccardo John Schneuer aus Radebeul hat das Menkes- oder auch Kraushaar-Syndrom – benannt nach dem Entdecker bzw. den wild abstehenden Haaren, die auch sein Gesicht rahmen. Die angeborene Kupferstoffwechselstörung tritt fast nur bei Jungs auf und führt zu erheblichen Beeinträchtigungen: Riccardo kann sich kaum bewegen, nicht laufen, nicht sprechen. Schwache Muskulatur erschwert das Abhusten von Schleim – immer wieder zwingen ihn Atemwegsinfekte aufs Krankenbett. Dazu kommen Nierenprobleme und Epilepsie.

Seine Meinung kann der kleine Kerl nur schwer mitteilen. Wenn es gelingt, dann mit den Augen, einem kleinen Lächeln oder winzigen Handbewegungen. Menkes-Erkrankte sterben meist im frühen Kindesalter. Dass Riccardo am 11. März seinen zehnten Geburtstag erleben wird, ist für die Familie ein so unerwartetes wie erhofftes und fröhliches Ereignis. „Wir hätten nicht gedacht, dass wir das schaffen”, erklärt Riccardos Mama Katja Schneuer-Weise.

Eine verdiente Atempause für die Familie

„Feiern” will die Familie das Ereignis auf der Karibikinsel Curaçao. Hier waren die Radebeuler bereits 2015 zur Delfintherapie. Möglich gemacht hatten dies auch Spenden der DNN-Leser. Als Riccardos Mama im Gespräch “Delfin” sagt, kommt plötzlich Bewegung in den Jungen, der zuvor scheinbar desinteressiert in seinem Therapiestuhl saß und die rechte obere Ecke des Zimmers mit den Augen anvisierte. „Er kriegt das sehr wohl mit”, ist sich die Mutter sicher, die solche Reaktionen auch auf Delfinfotos oder Geräusche regelmäßig beobachtet.

Sie berichtet von den Fortschritten, die Riccardo 2015 gemacht hat: zielgerichtetere Handbewegungen etwa. „Und das Lachen war wieder da. Zuvor war es ganz schlimm – wir wussten einfach nicht mehr weiter, was wir ihm noch Gutes tun können”, erinnert sie sich. Für die Eltern und die zwei Schwestern war Curaçao eine verdiente Atempause im nicht ganz unkomplizierten Leben mit einem so schwer behinderten Familienmitglied.

Für Riccardo bedeutete die Delfintherapie vor allem Arbeit. Vor jeder Schwimmstunde musste sich der damals Sechsjährige bei der Physiotherapie ordentlich anstrengen, bevor es zur Belohnung ins Wasser ging. „Am liebsten lag er auf dem Bauch eines Tiers, das schnell geschwommen ist”, erinnert sich die Mutter, die jede Stunde am Beckenrand überwacht und genossen hat.

Riccardo schwimmt mit Delfinen

Dieses einzigartige Erlebnis für die Familie, die Freude und Fortschritte, die Riccardo 2015 gemacht hat, sollen sich nun 2019 wiederholen. Wie auch damals sind die Kosten der Knackpunkt. Über 6.000 Euro kostet die zehntätige Therapie samt Rundum-sorglos-Paket für alle. Dazu kommt die lange Anreise der inzwischen sechsköpfigen Familie – Riccardo hat noch einen kleinen Bruder bekommen – mit Zwischenstopp und Übernachtung in Amsterdam.

Die Krankenkasse zahlt nichts. Deshalb sparen alle fleißig jeden Cent. Riccardos große Schwester hat einen Kuchenbasar in ihrer Schule organisiert. Die Verbesserungen, die sich die Familie erhofft, sind alle Mühe wert, finden sie. „Es wären schon Kleinigkeiten, mehr körperliche Entspannung oder gezieltere Handbewegungen, die Riccardo die Kommunikation enorm erleichtern würden”, formuliert die Mama die Hoffnungen aller.

Spendenkonto und Info

Spendenkonto:

dolphin aid e. V.

Stadtsparkasse Düsseldorf

IBAN: DE 52 3005 0110 0020 0024 24

BIC: DUSSDEDDXXX

Verwendungszweck: Riccardo John Schneuer

Crowdfunding:
https://www.betterplace.me/delfintherapie-fur-riccardo?fbclid=IwAR1bwQ16SQF9JgPcPSKU4zWPf3Al1tm6aIe6ufcoxg2wErX7jbZGLfC1jXg

Facebooklink:
https://www.facebook.com/Menkes-Syndrom-wwwmenkes-kidsde-197330546949640/

Von Franziska Kästner

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