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Umland Schnapsidee aus Radeberg: Bitter aus dem Whisky-Fass
Region Umland Schnapsidee aus Radeberg: Bitter aus dem Whisky-Fass
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13:32 28.11.2018
Thomas Tiebel inmitten seiner Fässer mit einem „Original Radeberger Reserve“. Quelle: Andreas Dunte
Radeberg

Traditionelles und Neues – Thomas Tiebel hat das wunderbar in ei­ner Flasche vereint. Der Betreiber der Ra­deberger Destillation und Liqueurfabrik hat lange an der neuen Spezialität experimentiert: einem im Whisky-Fass gereiften Kräuterlikör aus seinem Hause. Mit der Idee ging der Fan guter Whiskys schon lange schwanger. „Im Fass gereifte Spirituosen – das ist nicht neu. Wir wollten aber wissen, ob das auch mit Likör geht.“

Vor etwas mehr zwei Jahren füllte Tiebel dann erstmals Kräuterlikör in ein Ei­chenfass, das zuvor bei einer Whisky-Brennerei in den schottischen Highlands jahrelang seinen Dienst versehen hatte. „Uns war klar, dass wir damit Neuland be­treten. Eine derartige Spirituose ist uns jedenfalls nicht bekannt. Und ehrlich ge­sagt schwang etwas Skepsis mit“, sagt Tiebel, der das im Jahr 1877 von Wilhelm Richter gegründete Traditionsunternehmen seit fast 20 Jahren führt.

In fast regelmäßigen Abständen versucht der Destillateur neben dem Radeberger Bitter, dessen „magenstärkende“ Wirkung schon der sächsische Hof zu schätzen wusste, mit neuen Geschmacksrichtungen seine Stammkunden zu be­geistern und neue Käufer zu erreichen. Zu seinen Schnapsideen gehören etwa „Radeberger Glühzauber“ für die kalten Wintermonate und „Radeberger Gurkennächtle“ mit einem Schuss Waldmeister und Gurkengeschmack als alkoholische Erfrischung für die heiße Sommerzeit.

40,5 Prozent und eine rauchige Note

Nun also ein Bitter aus dem Whisky-Fass. „Das Ergebnis hat uns regelrecht verzaubert“, sagt Tiebel. Und nicht nur die Destillateure. Die im Herbst 2017 ab­gefüllten 400 Flaschen waren schnell verkauft. Das machte Mut, und so orderte der gebürtige Radeberger ein Dutzend weiterer Fässer. Dieses Mal von der Insel Islay vor der schottischen Westküste. Sie ist bekannt für ihr raues Klima und für Single Malts, die sich in der Mehrzahl durch ei­nen torfig-rauchigen, kräftigen Ge­schmack auszeichnen. Der rund neun Mo­nate im Eichenfass gelagerte Kräuter nimmt diese holzige, rauchige Note auf. Tiebel hat dem Neuen den Namen „Original Radeberger Reserve“ verpasst. „Ne­ben leichten Bitterstoffen schmeckt man einen Hauch von Karamell, Vanille und dunkler Schokolade“, kommt er beim Verkosten ins Schwärmen. Statt 35 Prozent wie der Bitter hat die Radeberger Reserve 40,5 Prozent.

Knapp 10.000 Flaschen zu je 20 Euro bringen die Radeberger vor Weihnachten in ausgewählte Geschäfte. Erhältlich sein wird die Spezialität auch im Internet und im Ladengeschäft am Firmensitz an der Hauptstraße 44 in Radeberg. Dort bietet das sechs Mitarbeiter starke Unternehmen nicht nur Spirituosen, sondern auch Wein, Sekt, feine Tabakwaren und sächsische Spezialitäten an. Gleich dahinter schließt sich eine Probierstube an, die auch für Wein- und andere Verkostungen ge­nutzt wird. Tiebel hat hier einige alte Destillationsapparate untergebracht, die dem Raum einen gemütlich-musealen Charakter verleihen. Bei Führungen können auch die modernen, für die Bitter-Herstellung notwendigen Apparaturen be­staunt werden. Und natürlich die Whisky-Fässer, die im Januar erneut befüllt werden.

Von Andreas Dunte

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