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Umland Schloss Rammenau in Sachsen steckt voller Überraschungen
Region Umland Schloss Rammenau in Sachsen steckt voller Überraschungen
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09:22 10.04.2017
Die Restaurierung des Vogelzimmers und des Kornblumenzimmers im Barockschloss Rammenau hat einige erfreuliche Überraschungen zu Tage gebracht. Quelle: dpa-Zentralbild
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Bischofswerda

Die Restaurierung des Vogelzimmers und des Kornblumenzimmers im Barockschloss Rammenau hat einige erfreuliche Überraschungen zu Tage gebracht, die nun auch von Besuchern in Augenschein genommen werden können. Die beiden Zimmer liegen Tür an Tür und könnten doch kaum unterschiedlicher sein. Nachdem die umfassenden Umbau- und Renovierungsarbeiten für das opulente Schloss 2006 beschlossen wurden, ergab die Vorortuntersuchung des Vogelzimmers eine fundierte Planungsgrundlage. Im Zentrum stand dabei stets, die Räume so originalgetreu wie möglich zu restaurieren, um die Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts erneut zum Leben zu erwecken.

Das herrschaftliche Vogelzimmer ist bis zur Decke mit kostbaren Holzvertäfelungen verziert. Den Namen erhielt das Zimmer durch die fein nuancierten Vögel auf den Holztäfelchen, die genau wie die floral bemalte Decke durch Wasser schwer geschädigt waren. Nachdem die Farbe der Vertäfelung vorsichtig abgetragen wurde, kam darunter eine noch feinere Farbgebung zum Vorschein. Hinter zwei klassizistischen Borten über den Türen fanden die Handwerker zwei Leinwandgemälde, dessen Zugehörigkeit zum Vogelzimmer nun auch eindeutig bestätigt werden kann. Lange Zeit war zudem unklar, welche dieser als Supraporten bezeichneten Borten Originale sind. Nun steht fest, dass die Borten mit farbenprächtigen Blumenbouquets aus dem Frühbarock um 1770 stammen.

Die Freilegung des Deckensims brachte eine vergessene Holz-Stuck Kombination zum Vorschein. Auch eine erneute intensive Überprüfung der alten Bestände im Depot des Rammenauer Schlosses zahlte sich aus: Einer Türflügel mit originaler Farbgebung kann nun als Muster für die Restaurierung der übrigen Türen und Fensterverkleidungen dienen. Die Überraschungen, die für die Restauratoren oftmals fachliches Neuland waren, tragen nun zu der besonderen Atmosphäre des Vogelzimmers bei – wärmende Vertäfelung, feine Farbspiele und harmonische Proportionen.

Ganz anders das Kornblumenzimmer. Die Voruntersuchungen 2006 machten es zum „Sorgenkind“ des Barockschlosses. Schon um 1900 wurde an dem Raum, der als Gelenkpunkt zwischen Küche, Gastzimmer und anderen Nebenräumen liegt, nach Gutdünken herumgewerkelt. Neue Zwischenwände sowie Türen kamen hinzu und im Zuge einer Renovierung 1968 wurde das aufwendige Tafelparkett gegen einfaches Stabparkett getauscht.

Doch auch im Kornblumenzimmer stießen die Arbeiten auf unverhoffte Überraschungen. Hinter den schweren Wandspiegeln und einer alten Papiertapete verbargen sich Nagellöcher und alte Leistenabdrücke. Auf Grundlage dieses Fundes konnte die ursprüngliche Raumaufteilung nachvollzogen werden.

Unter einem hartnäckigem Lackanstrich aus den 1980-er Jahren, den die Restauratoren vorsichtig abtrugen, zeigte sich ein filigranes Rankenmuster aus dem Klassizismus. Neben der aufwendigen Handarbeiten mit dem Ziel, das barocke Zeitalter mit moderner Technik zu konservieren, musste auch an den Heizungsanlagen nachgebessert werden. Zum Abschluss der aufwendigen Renovierungsarbeiten der beiden ehemaligen Gästezimmer auf Schloss Rammenau wurde der Figurenofen im Vogelzimmer wieder aufgestellt.

Wie schon die Renovierung des Chinesischen Zimmers 2014 wurden die Kosten vom Freistaat Sachsen übernommen. Für die Restaurierung von Vogel- und Kornblumenzimmer stand ein Etat von 630 000 Euro aus Steuermitteln zur Verfügung.

Von Tomke Giedigkeit

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