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Umland Schlammschlacht trübt Wahl der sächsischen Weinkönigin
Region Umland Schlammschlacht trübt Wahl der sächsischen Weinkönigin
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11:30 02.11.2017
Drei Krönchen für drei Damen: Maria Czerch, Maria Lehmann und Katrin Hecht (v.l.) wollen 30. Sächsische Weinkönigin werden. Da es noch zwei Prinzessinnen gibt, erhalten alle eine Krone.  Quelle: Lars Müller
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 Wieder einmal sorgt sprichwörtlicher Zickenkrieg im Vorfeld der sächsischen Weinhoheitenwahl am kommenden Sonnabend für amüsiertes Kopfschütteln und überbordende Diskussionen in sozialen Medien. Worum es geht: Eigentlich um nichts. Denn die drei Bewerberinnen um die drei zu vergebenden Krönchen stehen fest.

Zwei von ihnen – Maria Lehmann und Maria Czerch – haben in ihren Referenzen stehen, dass sie bei der Wahl um dasselbe Ehrenamt in den vergangenen Jahren bereits ein beziehungsweise zwei Mal leer ausgegangen waren. Die dritte Dame, Katrin Hecht, stammt aus Mecklenburg-Vorpommern, arbeitet beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und lernt gerade die Gepflogenheiten der sächsischen Weinbaubranche kennen. Ihr Arbeitgeber bricht zwar nicht in Begeisterung über die Bewerbung aus, kann aber damit leben. Am 4. November geht es nur noch darum, die drei Ämter auf die drei Bewerberinnen zu verteilen.

Nun zum Problem: Eine vierte Bewerberin, Katharina Kretschmer, hat der Weinbauverband zunächst für dieses Jahr abgelehnt, obwohl sie nach eigenen Angaben von einem der drei Mitglieder aus dem Vorstand des Weinbauverbandes unterstützt wurde. Die Gründe für die Ablehnung sind objektiv nachvollziehbar. Die junge Frau muss ein mehrmonatiges Praktikum machen, was sie dem Vernehmen nach in Wittenberg weit weg vom sächsischen Wein absolviert. Kurzfristige Termine sind da kaum möglich. Zudem geht es um das gesponserte Auto der Königin, das im Fall eines Wahlsieges nun auch nicht unbedingt in Sachsen-Anhalt umherkutschieren sollte.

Im vergangenen Jahr hatten die sächsischen Winzer eine Leipzigerin zur Weinkönigin gekürt, was offenbar für erhebliche Terminschwierigkeiten und hohe Fahrtkosten sorgte, wie zu hören ist. Statt die Entscheidung zu akzeptieren und erst im kommenden Jahr anzutreten, hat sich Kretschmer für einen anderen Weg entschieden: Sie rief Journalisten an und outete sich als die abgelehnte Bewerberin. Dabei ließ sie es allerdings nicht bewenden, sondern versuchte, eine Schlammschlacht gegen die Konkurrenz anzuzetteln.

Augenscheinlich hält sich die Studentin der Internationalen Weinwirtschaft für die kompetenteste aller Bewerberinnen und verweist auf mehrjährige Jobs in den Weingütern Schloss Proschwitz und Wackerbarth. Dort winken Mitarbeiter auf Kretschmer angesprochen ab und wollen sich lieber nicht zur Personalie äußern. Das hat die Weinwirtschafts-Studentin mit Bezug auf Wackerbarth sogar selbst bestätigt: Aus der dortigen Geschäftsführung könne sie keine Rückendeckung erwarten, erklärte sie auf Nachfrage.

Der Weinbauverband Sachsen hätte die drohende öffentliche Schlammschlacht zwar kommen sehen können, zog aber vor, die Sache auszusitzen. Das hat bei Problemen in der Branche inzwischen Tradition. Man wolle die drei Bewerberinnen schützen, heißt es zur Begründung. Was gegen die Entscheidung des Verbandes spricht: Es gibt in Sachsen kaum geeignete Bewerberinnen um eine Weinkrone, die sich für dieses Ehrenamt hergeben. Kretschmer hat übrigens ungefragt angekündigt, sie stehe für das Amt in Sachsen definitiv nicht mehr zur Verfügung. Die Reaktionen darauf fallen bisher gelassen aus.

Von Lars Müller

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