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Schiebock-Wettbewerb treibt bemerkenswerte Blüten

790 Jahre Bischofswerda Schiebock-Wettbewerb treibt bemerkenswerte Blüten

Die Stadt Bischofswerda hat etwas, das nur wenige Städte ihr „Eigen“ nennen können: Einen fast schon offiziellen Zweitnamen: Schiebock – ein hölzerner Marktkarren. Im Zuge des Festjahres „790 Jahre Bischofswerda“ hat die Stadtverwaltung einen Wettbewerb ins Leben gerufen, in dessen Zuge sie die schönsten Schieböcke finden will.

Schmiedemeister Steffen Aurin hat einen „@-Schiebock“ gestaltet. Der schmückt bereits den Info-Terminal vor dem Rathaus.
 

Quelle: Uwe Menschner

Bischofswerda.  Die Stadt Bischofswerda hat etwas, das nur wenige Städte ihr „Eigen“ nennen können: Einen fast schon offiziellen Zweitnamen. Ein Pfund, mit dem man noch stärker als bisher wuchern möchte. Der „Schiebock“, ein hölzerner Karren, mit dem die Händler einst ihre Waren auf die Märkte transportierten und dabei bis nach Leipzig kamen, bildet das unverwechselbare Markenzeichen der früheren Kreisstadt zwischen Bautzen und Dresden.

Im Zuge des Festjahres „790 Jahre Bischofswerda“ hat die Stadtverwaltung einen Wettbewerb ins Leben gerufen, in dessen Zuge sie die schönsten Schieböcke finden will. „Ziel ist es letztendlich, unsere Stadt durch eine neue touristische Attraktion zu bereichern“, erklärt Pressesprecher Sascha Hache. Denn die für den Wettbewerb eingereichten Schieböcke sollen im öffentlichen Straßenbild auch über das Festjahr hinaus sichtbar bleiben.

Und es scheint, als ob dieser Plan aufgeht: „Wir sind begeistert von der Resonanz auf unseren Aufruf“, erklärt Stadträtin Silvia Berger, die in der Arbeitsgruppe für den Schiebock-Wettbewerb mitwirkt. Und bereits knapp eineinhalb Monate vor dem Termin für die Preisverleihung machte sich der Wettbewerb im Stadtbild bemerkbar. So hat Kunstschmied Steffen Aurin das Info-Terminal vor dem Rathaus mit einer ganz speziellen Überdachung versehen: Ein lediglich aus drei schwungvoll dahingeworfenen, Metall gewordenen „Strichen“ bestehender und dennoch unschwer als Schiebock erkennbarer Karren nutzt ein stilisiertes @-Zeichen als Rad. Ein Hinweis auf das am Bischofswerdaer Altmarkt verfügbare freie Internet.

„Die ursprüngliche Idee bestand darin, über dem Infoterminal ein Stadtwappen anzubringen“, berichtet Steffen Aurin. „Doch mit Blick auf das Wappen, das sich bereits am Rathausgeländer befindet, verwarf man das wieder.“ Als der 29-jährige Schmiedemeister, dessen Betrieb sich im Stadtteil Schönbrunn befindet, von dem Wettbewerb erfuhr, war für ihn klar: „Dort muss ein Schiebock drauf.“ Aber nicht streng nach historischem Vorbild, sondern – passend zur Modernität des Ortes – ein moderner, stilisierter Schiebock. Ob dies gelungen ist, kann jeder Betrachter für sich selbst entscheiden. Für Silvia Berger jedenfalls entspricht „dieser moderne Schiebock genau meinen Vorstellungen von dem, was der Wettbewerb bewirken soll.“ Steffen Aurin weiß auch noch von weiteren originellen Schiebock-Ideen, die von ihm selbst stammen oder an denen er als Schmiedemeister mitwirken darf: „Beispielswiese ein Schiebock als Hausnummernhalter, der fast schon in Serie gehen kann, ein Schiebock aus Büchern oder als Apotheken-Zunftzeichen.“

Hinzu kommen laut Sascha Hache noch ein Miniatur-Schiebock mit erzgebirgischen „Männeln“ und ein aus Rindsknochen geschnitztes Exemplar. Die Städtische Wohnungsgesellschaft hat bereits vor einigen Wochen eines ihrer Wohnhäuser von einem aufgemalten Schiebock quasi „durchfahren“ lassen. Außerhalb der Wertung bleibt der „Schrottmonster-Schiebock“, da dessen Initiator Andreas Mikus Mitglied der „AG Schiebock“ ist. In die Rubrik „modern“ fällt sicher auch ein durch 3 D-Druck entstandener Schiebock. Bis zum 18. August konnten die Bischofswerdaer und Freunde der Stadt zeigen, ob sie diese Ideen noch zu toppen vermögen. Solange lief die Aufrufphase. Die Prämierung erfolgt zum „Tag der offenen Hinterhöfe“ am 10. September um 15 Uhr. „Das muss aber niemanden daran hindern, auch danach noch für originelle Schieböcke zu sorgen“, versichert Sascha Hache.

Von Uwe Menschner

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