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Sarrasani übernimmt Theaterkneipe Goldne Weintraube ab September

Radebeul Sarrasani übernimmt Theaterkneipe Goldne Weintraube ab September

Die Landesbühnen holen sich den Zirkus ins Haus: André Sarrasani ist der neue Betreiber der Goldnen Weintraube. „Ich bin froh, dass wir mit ihm so einen erfahrenen und kreativen Betreiber gefunden haben“, sagt Landesbühnen-Intendant Manuel Schöbel. Für André Sarrasani ist die Kooperation eine „Rückkehr zu den Wurzeln“.

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André Sarrasani, begleitet von Tänzerin Valentina Zakrevska und Mutter Ingrid Stosch-Sarrasani übernimmt die Theaterkneipe Goldne Weintraube. Die soll künftig auch durch eine Nutzung der Außenfläche auffallen. Sänger Christian Salvatore Malchow hat entsprechend schon Platz genommen, dahinter stehen Landesbühnen-Intendant Manuel Schöbel, sowie Gastronom und Hotelier Stefan Schwind (v.l.).

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Die Landesbühnen holen sich den Zirkus ins Haus: André Sarrasani ist der neue Betreiber der Goldnen Weintraube – einem Radebeuler Traditionslokal an der Meißner Straße, das nach dem Zweiten Weltkrieg Spielstätte der Landesbühnen Sachsen wurde und inzwischen als Theaterkneipe firmiert. Er freue sich darauf, die Ergebnisse der gemeinsamen „Spinnstunden“ mit Sarrasani zu erleben, sobald die Gaststätte im September unter neuer Regie öffnet, meint Landesbühnen-Intendant Manuel Schöbel. „Ich bin froh, dass wir mit ihm so einen erfahrenen und kreativen Betreiber gefunden haben“, sagt er.

Für Sarrasani ist es „die Rückkehr zu den Wurzeln“, wie er betont. Nachdem der Zirkus-Familie mit der 2004 eröffneten Dinner-Varieté-Show „Trocadero“ bereits der Sprung zurück nach Dresden gelungen ist, wo Stammvater Hans Stosch-Sarrasani ab 1912 einen stehenden Zirkusbetrieb unterhielt, habe man lange mit dem Gedanken gespielt, auch in Radebeul aktiv zu werden. Dort hatte Stosch-Sarrasani im Winter 1901/02 in der zwischenzeitlich nach ihm benannten Gartenstraße im Haus Nummer 54 den Zirkusbetrieb begründet, der später Weltruf erwarb. Jetzt hat Familie Stosch mit der Goldnen Weintraube erstmals ein festes Haus in der Gartenstadt, das man zunächst für drei Jahre gepachtet hat.

Klassischen Zirkus wird es dort aber nicht geben, geht man nach dem, was derzeit bekannt ist. Eher ist eine Mischung aus aktuell laufenden Reihen, wie Peter Kubes Kochstudio, Länderabenden und Musikabenden mit Liedern aus alten UFA-Filmen sowie neuen Programmen, etwa mit Varieté-Nummern zu rechnen. So genau wisse man das noch nicht, sagen Schöbel und Sarrasani, offenbar stehen noch ein paar gemeinsame Spinnstunden zum Thema an, wie sich die kleine Bühne im Schankraum am besten bespielen lässt.

Dass beide zusammenarbeiten können, haben sie Till Wanschura, dem kaufmännischen Geschäftsführer der Landesbühnen, und Stefan Schwind zu verdanken, einem Hotelier und Gastronom mit Radebeuler Wohnsitz und einem sich breit über Europa streckendem Betätigungsfeld. Als Wanschura wegen der Kündigung des bisherigen Pächters Uwe-Jens Engelmann, mit dem man im Herbst 2014 die Goldne Weintraube nach 1,2 Millionen Euro teurer Sanierung als Theaterkneipe wiedereröffnet hatte, einen Nachfolger suchte, wandte er sich auch an Schwind, mit dem er seit langem befreundet ist. Der hat dann die Verbindung zu Sarrasani hergestellt. In der Gastronomie gehe es inzwischen doch weniger um die Verköstigung als um das Erleben, meint der Unternehmer mit den guten Kontakten. Das weckt Erwartungen.

Davon hat vor allem Intendant Schöbel einige und scheut sich auch nicht, sie zu formulieren. „Es ist doch gar nicht einzusehen, dass Theaterbesucher nach zwei Stunden Feuerwerk einfach nach Haus gehen“, sagt er. Die Verweildauer im Hause wolle man verlängern. Da gebe es „im gastronomischen Bereich“ Raum zu Verbesserungen, äußert Schöbel eine Kritik am bisherigen Pächter Engelmann, der manchen Abend trotz Aufführungen im Theater seine Kneipe geschlossen ließ, wie es aus dem Haus hieß. Mit Sarrasani soll das nicht passieren.

Der verspricht denn auch eine Ausweitung des Angebots. So soll es künftig zu den Matineen vor Premieren einen Brunch geben. Außerdem sei es geplant, eine Woche vor Premiere Speisen anzubieten, die auf das jeweilige Programm hinweisen. Denkbar seien US-amerikanische Schmeckerchen vor der Premiere von „A streetcar named desire“ oder italienische Kost vor einer Opernpremiere. Darüber hinaus wolle man sich zu dem Treffpunkt in Radebeul entwickeln, meint Schwind. Er denke daran, umliegende Schulen und Unternehmen anzusprechen und auf das Mittagsangebot aufmerksam zu machen. Abends wolle man dann Künstlerkneipe sein, also ein Ruhe- und Erprobungsort für Kreative. Das ist durchaus anspruchsvoll, muss die Goldne Weintraube doch auch den regulären Kantinenbetrieb für bis zu 200 Landesbühnenmitarbeiter aufrecht erhalten.

Die gesponnen Gedankenfäden gehen aber noch weiter. „Zu unserem Ball im Februar wird es die erste große, gemeinsame Prüfung geben“, sagt Intendant Schöbel. Tatsächlich könnte die Kooperation für den in Sachen Großveranstaltungen sehr erfahrenen Sarrasani dem Ballprogramm ganz neue Möglichkeiten eröffnen, Stichwort Varieté. Zunächst will man aber gleitend in die neue Saison gehen und sich auch Fehlgriffe erlauben. Einen neuen Chefkoch werde es nicht geben, ob man das bestehende Personal übernimmt, müsse man sehen, sagt Sarrasani. Die nächsten Monate werden wohl sehr lebhaft in der Theaterkneipe.

Von Uwe Hofmann

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