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Umland Sächsische Winzer haben wieder mehr Wein im Keller
Region Umland Sächsische Winzer haben wieder mehr Wein im Keller
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17:37 10.02.2019
2018 haben die sächsischen Winzer eine überdurchschnittliche Erntemenge Wein in ihre Keller gebracht. Quelle: dpa
Meißen

Die sächsischen Winzer haben im vergangenen Jahr 25 519 Hektoliter Wein geerntet, gepresst und vergoren. Das waren im von Hitze und Trockenheit geprägten Sommer nach Angaben des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie etwa 700 Hektoliter weniger als 2017. Nichtsdestotrotz haben die Winzer im dritten Jahr, etliche von ihnen sogar im vierten Jahr in Folge eine überdurchschnittliche Ernte eingefahren. Das macht sich auch an den Weinbeständen in den Kellern bemerkbar. Nach Angaben des Landesamtes lagen 28 981 Hektoliter Weiß- und 7754 Hektoliter Rotweine in den sächsischen Betrieben. Laut Statistik steigen die zu vermarktenden Weinbestände seit etwa fünf Jahren kontinuierlich an. Zuvor waren Weine aus Sachsen regelmäßig ausverkauft. Inzwischen müssen die Winzer aus dem Elbtal aber zunehmend mit Qualität überzeugen, wenn sie ihre Weine zu ihren vergleichsweise hohen Preisen zuverlässig verkaufen wollen. Der Weinbauverband Sachsen freue sich nach Angaben seines Vorstandschefs Michael Thomas über die zum Stichtag 31. Juli 2018 abermals gestiegenen Bestände. Nach den Krisenjahren 2009 bis 2013 seien die Betriebe wieder gut gerüstet, meint er. Der Jahrgang 2018 bezeichnet Thomas als einen „Ausnahmejahrgang für die sächsischen Winzer – sowohl hinsichtlich der Witterung, als auch hinsichtlich der Qualität der Trauben“.

Die Zahl der Winzer sinkt in Sachsen unterdessen. Waren vor elf Jahren noch 3686 Weinbauern im sächsischen Anbaugebiet gemeldet, waren es im vergangenen Jahr 1882. Im selben Zeitraum hat sich die Zahl der Haupt- und Nebenerwerbswinzer aber auch mehr als verdoppelt. Es gibt in Sachsen aktuell 37 Haupterwerbs-und 41 Nebenerwerbswinzer. Mehr als 1800 Weinbauern sind lediglich Kleinwinzer, die zumeist ihre Trauben an die Genossenschaft in Meißen oder Weinkellereien liefern. Der Weinbauverband hatte bereits vor Jahren darauf hingewiesen, dass insbesondere ältere Weinbauern ihre kleinen und schwer zu bewirtschafteten Steillagen aufgeben würden. Diese Weinberge sind prägend für das Anbaugebiet, aber für moderne Weinbaubetriebe oft nicht lukrativ zu bearbeiten. In Sachsen werden durchschnittlich gut 50 Hektoliter je Hektar geerntet, nach Amtsangaben so wenig wie nirgendwo in Deutschland.

Auf Sachsens Rebflächen kultivieren die Winzer 67 unterschiedliche Rebsorten. Weißweine dominieren mit einem Anteil von 82 Prozent auf der Gesamtfläche von 507 Hektar. Im vergangenen Jahr wurde von 494 Hektar geerntet, der Rest der Flächen wird umstrukturiert oder ist mit Junganlagen bestockt, wo noch keine Trauben geerntet werden. In den vergangenen drei Jahren wurden den Sachsenwinzern 26,3 Hektar Neuanpflanzungen genehmigt. Genehmigungen für Neuanpflanzungen gelten für einen Zeitraum von drei Jahren nach Zuteilung. Die Anpflanzung wird nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung durch die zuständige Landesbehörde geprüft. Sofern eine Anpflanzung nicht oder nicht richtig erfolgt, wird dies mit einer Geldbuße (bis zu 20.000 Euro) geahndet.

Wichtigste Rebsorten sind auf den steilen Elbhängen und flachen Feldern in der Region Müller-Thurgau, Riesling, Weißburgunder und Grauburgunder. Bei Rotweinen dominiert Spätburgunder vor Dornfelder und Regent. Der Anbau roter Rebsorten ist den Angaben zufolge leicht rückläufig. Das Landesamt registriert die verstärkte Anpflanzung neuer, sogenannter pilzwiderstandsfähiger Rebsorten in Steillagen. Solche Sorten benötigen weniger Pflanzenschutz und damit weniger Arbeitsaufwand. Diese Weine – etwa Solaris, Helios, Johanniter oder Sauvignon gris – sind allerdings vielen Verbrauchern noch gänzlich unbekannt und benötigen entsprechend gutes Marketing für den Verkauf. Die Frage danach, ob der sächsische Weinbau noch immer unter dem von Winzern beklagten Imageschaden nach wiederholtem Einsatz von unerlaubten Pflanzenschutzmitteln leidet, ließ der Weinbauverband unbeantwortet.

Mehr Daten und Fakten zum aktuellenWeinbau in Sachsen: http://www.lfulg.sachsen.de/download/Daten_Fakten_Weinbau_2019.pdf

Von Lars Müller

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