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Sächsische Tierschutzmedaille für den Biohof Steinert

„Im Einklang mit der Natur“ Sächsische Tierschutzmedaille für den Biohof Steinert

Milchbauer Bernhardt Steinert wurde am Donnerstag mit der Sächsischen Tierschutzmedallie geehrt. Der Besitzer des Biohofes in Cunnersdorf/Hohnstein wurde von Sozialministerin Barbara Klepsch mit dem Preis ausgezeichnet – zurecht, denn Familie Steinert leistet wichtige Pionierarbeit auf dem Gebiet der artgerechten Tierhaltung.

Die rund 30 Milchkühe auf dem Biohof in Cunnersdorf sind in der Sommersaison den ganzen Tag auf der Weide. Nur zum Melken und Füttern müssen sie in den Stall.

Quelle: Junes Semmoudi

Hohnstein. Hühner gackern über den Hof, Schweine suhlen sich im Stall und Milchkühe grasen seelenruhig auf der Weide und lassen sich trotz vieler Schaulustiger nicht aus der Ruhe bringen. Großer Bahnhof beim Biohof Steinert in Cunnersdorf, einem Ortsteil von Hohnstein. Denn Barbara Klepsch (CDU), Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, ist gekommen, um den Biohof mit der „Sächsischen Tierschutzmedaille Johann Georg Palitzsch“ zu ehren.

Die Auszeichnung wird jährlich für herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Tierschutzes verliehen. Hofbesitzer Bernhard Steinert bekommt sie als „Pionier der Rinderhaltung“. Denn er richtet seit Jahren schon Haltung und Zucht an den Bedürfnissen der Rinder aus.

Seit mittlerweile fast 25 Jahren betreiben Eva und Bernhard Steinert den Hof in Cunnersdorf. 1993 kaufte der Landwirt das 140 Jahre alte Bauerngut. Landwirtschaftliche Kredite und viel Unterstützung von Freunden und Familie waren für die Finanzierung notwendig. Mit den Jahren ist ein vielseitiger, biologisch wirtschaftender Betrieb entstanden, der in der Region fest eingebunden ist und dessen Mitarbeiter viel Kraft und Liebe in die Tierhaltung stecken.

Die Hofbesitzer verzichten bei ihren rund 30 Milchrindern auf das schmerzhafte Kupieren der Hörner. Aus Platzgründen werden in Betrieben mit Laufställen häufig die Hörner gestutzt.

Die Tiere auf dem Biohof bleiben nach dem Füttern und Melken tagsüber und während der Nacht auf der 37 Hektar großen Wiesen- und Weidefläche. In der Wintersaison stehen die Rinder in einem Zweiraum-Tretmiststall und leiden daher seltener an ansonsten weit verbreiteten Gelenk- oder Klauenerkrankungen.

„Bernhard Steinert zeigt auf seinem Hof, dass Tierschutz Wirklichkeit wird, wenn man die Tiere mit ihren Bedürfnissen ernst nimmt und sich daran ausrichtet“, so Klepsch in ihrer Laudatio. Bernhard Steinert leiste eine Pionierarbeit, die anderen Betrieben als Ansporn und Inspiration dienen sollte – „zum Schutz der Tiere und zur Erhaltung der Natur. Denn hier auf dem Hof wird mit der Natur im Einklang gelebt“.

Natürlich sei nicht immer einfach, Qualität großzuschreiben und dafür weniger Wert auf Quantität zu legen. Das sei beispielsweise am ausschließlich selbst erzeugten Futter erkennbar: Die Milchkühe von Bernhard Steinert fressen vorrangig Wiesengras und Heu. „Für das grobe Futter müssen die Rinder mehr Fressarbeit leisten und produzieren darum weniger Milch“, erklärt der Biobauer. Während in anderen Betrieben eine Milchkuh im Prüfzeitraum von 305 Tagen rund 10 000 Litern Milch produziert, sind es auf dem Biohof in Cunnersdorf nur knappe 6 000 Liter.

Dennoch können die Steinerts gut von der Landwirtschaft leben. Milchprodukte und Brot aus eigener Produktion werden auf regionalen Märkten, in Dresdner Naturkostgeschäften und natürlich im eigenen Hofladen angeboten.

Ums Geld geht es Eva und Bernhard Steinert sowieso nicht erstrangig, sondern vielmehr um einen respektvollen Umgang von Mensch und Tier.

Eva und Bernhard Steinert vor einer ihrer Milchkühe

Eva und Bernhard Steinert vor einer ihrer Milchkühe.

Quelle: Junes Semmoudi

Von Junes Semmoudi

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