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Umland Sachsens Winzer rechnen mit Einbußen und Qualitätsverlust wegen Hitze
Region Umland Sachsens Winzer rechnen mit Einbußen und Qualitätsverlust wegen Hitze
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10:00 27.07.2018
Die Weinreben der Sorte „Riesling“ auf dem Wackerbarthberg nicht zuletzt durch intensive Tropfenbewässerung. Quelle: Foto: Sebastian Kahnert, dpa
Meissen/Radebeul

Der seit Wochen anhaltende Hochsommer macht auch den Winzern der Region Sorgen. Der Weinbauverband geht davon aus, dass die Lese vielerorts schon im August beginnt, etwa einen Monat früher als üblich. „Die Trockenheit ist ein Problem“, sagte Vizechef Felix Hößelbarth. Allerdings sei die Situation je nach Lage und Alter der Rebstöcke unterschiedlich. Im schlimmsten Fall wachsen die Trauben nicht mehr und quellen nicht. „Wir rechnen mit Einbußen, auch in der Qualität, geben die Hoffnung aber noch nicht ganz auf“, so Hößelbarth.

Georg Prinz zur Lippe vom Schloss Proschwitz, dem größten privaten Weingut im Freistaat Sachsen, ist optimistischer, geht aber auch nicht von einem Super-Jahrgang aus. „Wir wissen nicht genau, wie es sich entwickelt, es kann ein sehr gutes, aber auch ein sehr schwieriges Jahr werden.“ Alles hänge davon ab, wie wasserhaltefähig die Böden sind, und vom Regen. Rebstöcke, die über zehn Meter tief wurzeln, hätten kein Problem mit der Trockenheit, auf Sand stehende Reben indes Stress.

„Erst wenn der Wein im Keller ist, wird man sehen“, sagte der Adlige. Die Sache entscheide sich 2018 am Säure- und nicht am Oechslegrad, der den Zuckergehalt des Weinmostes angibt. Wenn diese und der ph-Wert stimmen, beginne die Lese - auch er rechnet damit im August.

Weinbau-Verbandsvize Hößelbarth geht von weniger Masse aus, wenn es nicht wider Erwarten Niederschläge gibt. Der Radebeuler Winzer Lars Klitzsch berichtet von notreifen Früchten. „Der Rebstock versucht, die Trauben so schnell wie möglich reifen zu lassen.“ Grundsätzlich sehe es aber gut aus. „Es gibt Probleme mit der Trockenheit, es kann aber auch sein, dass wir einem Spitzenjahrgang entgegensehen.“ Es brauche allerdings Niederschläge.

Das Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul betreibt erheblich Mehraufwand angesichts der Trockenheit. Dazu gehören unter anderem fast durchgängige Tropfenbewässerung auf dem Wackerbarthberg. Zudem bewässert der Weinbaubetrieb rund vier Hektar Junganlagen mit Tankwagen. Dank der Bewässerung in Steillagen sowie intensiver Bodenbearbeitung entwickeln sich die Reben sehr gesund und präsentieren sich in einem hervorragenden Zustand, wie Wackerbarth-Sprecher Martin Junge erklärte. „Wir erwarten aktuell qualitativ und quantitativ einen ausgewogenen Jahrgang.“ Der Erntevorsprung liege bei etwa zwei Wochen, der Geschmack entscheide sich im „Spätsommer“.

Für verlässliche Geschmacksprognosen ist es laut Junge allerdings noch zu früh. Denn der Herbst bzw. im diesem Jahrgang der „Spätsommer“ wirken sich maßgeblich auf die Qualität des Weinjahres aus. „Diese sind entscheidend für das finale Volumen der Erntemenge und den Geschmack der Trauben“, so Junge.

Mit 500 Hektar Rebfläche ist Sachsen das kleinste deutsche Weinanbaugebiet. Mit 81 Prozent dominieren weiße Rebsorten, rote stehen auf 19 Prozent der Fläche. Nach Verbandsangaben gibt es etwa 2000 Kleinwinzer sowie 42 Winzer im Neben- und 38 im Haupterwerb.

Von Simona Block und Silvio Kuhnert

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