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SPS Schiekel möchte mit Frauenpower an der Firmenspitze weiter wachsen

Generationswechsel bei Unternehmen in Dohna SPS Schiekel möchte mit Frauenpower an der Firmenspitze weiter wachsen

Bei SPS Schiekel Präzisionssysteme steht in diesem Jahr nicht nur ein Firmenjubiläum bevor. An der Firmenspitze vollzieht sich ein Wechsel. Firmengründer und Geschäftsführer Dr. Peter Schiekel macht Platz für eine sportliche Frau aus Berlin.

Dr. Peter Schiekel gibt nach 25 Jahren die operative Geschäftsleitung bei SPS an die gebürtige Berlinerin und baldige Sächsin Lara Knuth weiter.

Quelle: Silvio Kuhnert

Dohna. Im 25-jährigen Bestehen von SPS Schiekel Präzisionssysteme stellt Firmengründer Dr. Peter Schiekel die Weichen für die Zukunft. An der Spitze des Spezialisten für Edelstahlteile wird derzeit ein Genrationswechsel vollzogen. Seit 1. Februar ist Lara Knuth neue Geschäftsführerin des Familienbetriebs im Dohnaer Gewerbegebiet mit 118 Beschäftigten und sieben Lehrlingen. „Sie wird die neue Nummer eins sein“, sagt Schiekel, der sich in den nächsten zwei Jahren mehr und mehr aus dem operativen Geschäft zurückziehen will. Der 63-Jährige bleibt dem Unternehmen als Gesellschafter erhalten.

Das Thema Nachfolgeregelung rückte durch einen schmerzlichen Schicksalschlag im vorigen Jahr plötzlich auf die Tagesordnung. Ende Mai war überraschend Peter Schiekels jüngerer Bruder Gert im Alter von nur 55 Jahre gestorben. Beide hatten den Betrieb zur Herstellung von Spezialfittinge, Sensorgehäusen und Sonderflansche sowie anderen Teilen aus Edelstahl gegründet und aufgebaut.

Über eine Personalagentur hat Peter Schiekel die Suche nach einem Nachfolger eingeleitet. „Es gab unerwartet viele Bewerbungen, an die 200“, berichtet er. Bei der 47-jährigen gebürtigen Berlinerin hatte er von Anfang an das Gefühl, dass die Chemie zwischen den beiden stimmt. „Sie ist technikaffin und vertriebsstark“, lobt Schiekel. Gerade der Vertrieb, also die Pflege der Stammkunden und die Gewinnung neuer Kundschaft ist in ihrem neuen Job und für das weitere Wachstum des Unternehmens sehr wichtig.

Lara Knuth ist verheiratet und Mutter von Zwillingen. Bei der Siemens AG hat sie den Beruf einer Kommunikationselektronikerin erlernt. In ihrer Heimatstadt Berlin studierte sie Wirtschaftsingenieurwesen und Verwaltungswirtschaft und erwarb über ein Fernstudium den „Master of European Administrative Management“. Sie bringt Erfahrung in leitenden Funktionen in der Metall-, in der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie in der Medizintechnik mit. Als ehemalige Triathletin verbringt sie ihre Freizeit mit Joggen und Kampfsport.

In den ersten Wochen schlüpft die neue Chefin auch in den Blaumann. „Ich möchte alle Mitarbeiter und Arbeitsplätze kennenlernen“, sagt sie. So steht sie wie eine Praktikantin an der Fräsmaschine, packt beim Warenempfang oder bei der Verpackung mit an und durchläuft so alle Ebenen und Hierarchien bis in die Abteilungsleitung. „Man erhält so wertvolles Wissen und erwirbt sich den Respekt der Mitarbeiter“, meint Schiekel dazu. Und Knuth, die bald den Lebensmittelpunkt ihrer Familie nach Sachsen verlegen wird, ergänzt: „Gute und motivierte Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital eines Unternehmens.“

Fachkräfte wie CNC-Dreher und -Fräser zu gewinnen und sie auch zu halten, ist eine der großen Herausforderungen, vor denen SPS immer wieder steht. „Es wird immer schwieriger, geeignetes Personal zu finden. Trotz großer Bemühungen konnten wir nie alle Stellen mit erfahrenen Fachleuten besetzen“, sagt Schiekel. Auf der Suche nach Drehern und Fräsern hatte sich Schiekel beispielsweise auf der iberischen Halbinsel umgeschaut und 14 Spanier nach Dohna geholt. Von ihnen sind noch drei da. Bei etlichen wurde das Heimweh zu groß oder sie kehrten aus familiären Gründen nach Südeuropa zurück. Einer verließ unter Tränen SPS in Richtung Berlin, denn die Abschlüsse seiner Freundin wurden in Sachsen nicht anerkannt, um als Erzieherin zu arbeiten, in der Bundeshauptstadt dagegen schon. Mit einer Personaloffensive richtet Schiekel seinen Blick nun nach Tschechien, Polen und die Slowakei.

2016 war das bislang erfolgreichste Jahr in der Firmengeschichte. Der Jahresumsatz lag bei 10,4 Millionen Euro und stieg somit um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Jubiläumsjahr soll der Umsatz auf über elf Millionen Euro wachsen. „Wir sind optimistisch, weil zu Jahresbeginn unsere Auftragsbücher gut gefüllt sind und wir mit der Verpflichtung von Frau Lara Knuth als Geschäftsführerin das Management gestärkt und für die Zukunft aufgestellt haben“, so Schiekel. Zudem hat er im vorigen Jahr in ein neues Materiallager und eine weitere Produktionshalle investiert sowie den Maschinenpark um einen Roboter, der erste in der Firmengeschichte, erweitert. Die Früchte dieser Investitionen möchte Peter Schiekel in 2017 ernten.

Von Silvio Kuhnert

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